Tierarzt-Sprechstunde online

Tierarzt Dr. Dr. med. vet. Wolf-Rainer Seeburg im Stadthunde-Interview Teil 3

Wir freuen uns, dass wir in Dr. Seeburg einen äußerst kompetenten Partner für unsere Stadthunde-Sprechstunde gefunden haben. Hier stellen wir Euch unseren "Online-Tierarzt des Vertrauens" genauer vor!

 

Denken Sie, dass sich das Erscheinungsbild einiger Hunderassen durch das geltende Tierschutzgesetz auf Zeit gesehen verändern wird?
So lange Hunde im Internet ersteigert und aus dem Kofferraum gekauft werden, sich jeder HansundFranz Züchter nennen kann,  und aus Ersparnisgründen der vermeintlich günstigere Welpe „ohne Papiere“ gewählt wird, der dann mit Zuchtfehlern und womöglich schweren gesundheitlichen Vorbelastungen behaftet ist, so lange wird es kaum eine Veränderung geben. Hier bestimmt leider die Nachfrage das Angebot. Da wird beim Kauf gespart, doch die sich dann häufig zusätzlich summierenden Arztkosten stellen den Gegenwert eines vorbildlich gezogenen und versorgten Rassehundwelpen dar.

 

Eine eindeutige Verbesserung aber ist glücklicher Weise  bei den Tieren verantwortungsvoller Züchter besonders in Bezug auf HD und ED festzustellen. Auch der Besuch im Tierheim ist eine gute Idee, wenn´s um die Wahl eines neuen Mitbewohners geht, der dann vielleicht kein reinrassiges Tier ist, aber dafür tierärztlich gut vorversorgt. Oder wie es neulich ein Patientenhalter formulierte: „Meiner ist ein SENFHUND – haben mehrere ihren Senf dazu gegeben.“

 

Wie beurteilen Sie die Einordnung der sog. Listenhunde?
Eine unserer Tierärztinnen nimmt den Wesenstest ab. Genau wie sie bin ich der Meinung, dass es grundsätzlich keine angeborene Bösartigkeit gibt.

 

Man sagt  Ihnen nach, dass Sie selbst die "Aufgegebenen" noch retten können. Wie kommt das?
Zunächst mal kann natürlich auch ich keine Wunder vollbringen. Aber eine wirksame Therapie beginnt nun mal mit einer vernünftigen Diagnose. Oft erhalte ich Anrufe, in denen Tierhalter mich um eine „Heilungsanleitung“ bitten, die ich ihnen aber nicht geben kann, so lange ich das Tier nicht persönlich genau untersucht habe.

 

...

Wie groß ist Ihr Team im Hamburger Tierspital?
Wir sind ein Team von drei bis vier Tierärzten und mehreren Tierarzthelferinnen.  Außerdem ziehen wir bei Bedarf Kollegen spezieller Fachrichtungen hinzu - etwa bei Herzsachen.

 

Was war Ihr spektakulärster Fall?
Ein  Hund, der von einem Zug angefahren worden war. Beim Mitschleifen war dem Tier ein Großteil seines Fells und der darunter liegenden Haut regelrecht vom Körper abgeschält  worden.  Er hatte mehrere gebrochene Rippen und eine offene Brustkorbwunde, was zu einer sehr schweren Lungenverletzung geführt hatte.  Ein Auge war aus der Augenhöhle vorgefallen.

 

Nach Behandlung und Versorgung, was auch die Reimplantation der abgezogenen Haut beinhaltete, konnte der Patient nach einer Woche entlassen werden.  Einäugig zwar, aber, was keiner für möglich gehalten hatte, lebendig und auf dem Wege der Genesung.

 

Sind Sie im Dienst schon mal von einem Hund gebissen worden?
Ja, natürlich. Mehrfach. Da war der Patient einfach schneller. (lacht )

 

Haben Sie auch selbst ein Tier?
Ja, einen Siam-Kater namens „Max“. Eigentlich bin ich ein Hundemensch, doch mein berufliches Engagement lässt es einfach nicht zu, den Bedürfnissen eines Hundes wirklich gerecht zu werden.  Leider.  Also wird´s wohl noch ein paar Jährchen dauern...

 

Und was wird es dann?
Ein Dobermann.

 

Warum gerade diese Rasse?
Weil diese Hunde mich schon als Kind fasziniert haben und ich nur gute Erfahrungen mit diesen Tieren gemacht habe.

 

Dr. Seeburg, vielen Dank für das Gespräch und Ihre Bereitschaft, den „Stadthunden“ ab sofort mit Ihrem tierärztlichen Rat zur Seite zu stehen.

 

Fragen zur Gesundheit Eurer Hunde? Hier geht es zur Online-Sprechstunde mit Dr. Seeburg

 

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