Hundesenioren - Veränderungen im Alter Teil 2

Auch Haut und Fellkleid des Hundes verändern sich mit dem Alter. Wie wir Menschen bekommen auch Hunde graues oder weißes Haar. Wo wir Falten bekommen, wird die Haut beim Hund schlaffer, dünner und empfindlicher. Die Fellpflege sollte jetzt noch gründlicher betrieben werden, denn sonst neigt das Fell zu Trockenheit und Stumpfheit.

 

Wegen der trockenen, sensiblen Haut sollte dabei jedoch besonders vorsichtig vorgegangen werden.

 

Das tägliche, sanfte Abtasten der Haut sollte zur Gewohnheit werden, denn nur so können kleine Verletzungen, Rötungen, juckende, entzündete Stellen, aber auch Schwellungen oder gar Tumore frühzeitig erkannt werden.

 

Neben dem Körper des alten Hundes verändert sich oft auch sein Verhalten. Die charakterliche Veränderung eines alten Hundes kann sehr vielschichtig und auch unterschiedlich sein. Bedingt durch verminderte Seh- und Hörfähigkeit können Hunde-Senioren nervöser und ängstlicher werden. In diesem Fall ist eine spezielle Kommunikationsstrategie notwendig. Der Umgang mit einem alten, ängstlichen Hund ist derselbe wie der mit einem jungen, ängstlichen Hund: Vertrauen und Bindung stärken, Ängste ernst nehmen, aber nicht durch Zureden oder Bemitleiden verstärken.

 

Doch auch der umgekehrte Fall ist möglich: Viele alte Hunde glänzen gerade durch ihre Gelassenheit und Abgeklärtheit. Was sie früher herausforderte oder nervös machte, meistern sie heute souverän. Insgesamt werden sie meist viel ruhiger und langsamer.

 

Demenz beim Hund

 

Im Zuge des Alterns kann es auch zu massiveren Verhaltensveränderungen beim Hund kommen. Forscher haben herausgefunden, dass degenerative Veränderungen im Gehirn des Hundes möglich sind, die der Demenz sehr ähneln. Bei vielen älteren Hunden wird beobachtet, dass sie vermehrt zum Bellen neigen, wenn sie mit einer Situation irgendwie überfordert sind. Überforderung sollte beim älteren Hund immer ernst genommen werden.

 

Auch die Beziehung zu seiner Bezugsperson kann sich im Alter unter anderen Vorzeichen zeigen. Während der eine Hunde-Senior am Liebsten nur noch auf dem Schoß seines geliebten Menschen sitzen und Streicheleinheiten absahnen würde, wird der andere zum Eigenbrötler und möchte jetzt vermehrt seine Ruhe haben. Große Anhänglichkeit oder auch Zurückgezogenheit können ganz normale Alterserscheinungen sein, aber auch erste Anzeichen einer Erkrankung. Deshalb sollte auch hier der Tierarzt um Rat gefragt werden.

 

 

Inkontinenz im Alter

 

Eine der vielen kleinen Zipperlein des Alters ist, dass der Hunde-Rentner den Harn nicht mehr so lange halten kann wie früher. Wenn also hier und da wieder ein Pfützchen auftritt, kann der Hund nichts dafür. Auch wenn es an die weit zurückliegenden Welpentage erinnern mag – einen alten Hund 'erzieht' man nicht mehr zur Stubenreinheit und sollte jegliche Versuche dahingehend auch unterlassen.

 

Er hat die Stubenreinheit keineswegs einfach vergessen, er ist einfach körperlich nicht mehr in der Lage dazu, den Harn einzuhalten. Bei Inkontinenz sollten dem Hund noch mehr kleine Spaziergänge angeboten werden, um sich zu erleichtern. Eine Inkontinenz-Einlage verhindert das Verunreinigen der Wohnung.

 

 

Schlafen und Schmusen

 

Ältere Hunde zeigen meist ein deutlich verändertes Schlafverhalten. Sie werden schneller müde und schlafen länger, häufiger und tiefer als junge Hunde. Das sollte dem Senior auch gestattet werden. Während bei jungen Hunden das Hundebett besser an einem vollkommen ungestörten Ort liegt, damit er wirklich abschalten kann, kann bei einem älteren Hund – je nach Vorliebe des Hundes – das Hundebett auch einmal ein wenig mehr in den Mittelpunkt des Familienlebens gerückt werden.

 

So ist der Hund, der jetzt viel mehr Zeit auf seinem Platz verbringt, trotzdem immer noch mit dabei und kann immer mal wieder zwischendurch seine geliebten Kuscheleinheiten bekommen. Wichtig ist, dass er sich beim Liegen nicht verkühlen kann - also am Besten immer eine weiche, isolierende Decke anbieten.

 

Eine der größten Herausforderungen für die Besitzer älterer Hunde ist es, gelassen mit den Veränderungen umzugehen und dennoch immer achtsam zu sein, um eventuelle Krankheitssymptome frühzeitig zu erkennen. Wann immer eine Veränderung am Hund irgendwie merkwürdig erscheint, sollte deshalb im Zweifelsfall der Tierarzt um Rat gefragt werden. Gerade bei älteren Hunden kann rasches Handeln oft wichtig sein. (je)

 

 

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