Hundesenioren - Alterserkrankungen beim Hund Teil 2

Zahnpflege sollte ernst genommen werden

Weit verbreitet bei betagteren Hunden sind Probleme im Maul- und Rachenbereich. Mundgeruch, übelriechender Atem oder Probleme bei der Futteraufnahme sind sichere Indizien für Zahnprobleme. Auch versteckte Eiterherde im Rachenbereich sind nicht selten. Die regelmäßige Kontrolle und auch das wöchentliche Reinigen der Zähne ist bei einem alten Hund unerlässlich.

 

Ideal ist es, wenn die Mundhöhle täglich kontrolliert und die Zähne etwa dreimal in der Woche geputzt werden. Bei Problemen mit Karies, Paradontose oder Zahnentzündungen sollte ein spezialisierter Tierarzt aufgesucht werden.

 

Oft ist auch eine Zahnsanierung unter leichter Hunde-Narkose notwendig. Zahnprobleme beim alten Hund sollten in jedem Fall ernst genommen werden. Aus eigener Erfahrung wissen wir schließlich, dass Zahnschmerzen einen äußerst negativen Einfluss auf die Lebensqualität haben können.

 

Inkontinenz ist nur ein Symptom

 

Viele alte Hunde sind nicht mehr in der Lage, Harn und Kot über einen längeren Zeitraum einzuhalten. Inkontinenz kann vielerlei Ursachen haben und muss in jedem Fall vom Tierarzt untersucht werden. Bei Hündinnen kann der verminderte Östrogenspiegel im Alter verantwortlich sein, doch auch Harnwegsinfektionen, Nierenerkrankungen beim Hund oder Diabetes beim Hund können die Ursache sein. Je nach Ursache kann und muss die Erkrankung medikamentös behandelt werden.

 

Bleibt die Inkontinenz chronisch, sollte man sich entsprechend darauf einrichten. Der Hund sollte jetzt in viel kürzeren Abständen die Möglichkeit bekommen, sich zu lösen. Damit er dafür nicht mehr weit laufen muss, kann es sinnvoll sein, im eigenen Hunde-Garten eine Toilette anzulegen. Eine kleine Sandgrube, die selbstverständlich täglich gereinigt werden sollte, kann gute Dienste leisten. Einer Verschmutzung der Wohnung kann eine Windel, wie sie im Fachhandel erhältlich ist, vorbeugen.

Fortplanzungsorgane

 

Bei unkastrierten Hunden kommt es im Alter häufig zur Entzündung der Fortpflanzungsorgane. Hündinnen leiden vermehrt unter Gebärmutterentzündungen, die sich mit Vaginalausfluss, häufigem Absetzen von Urin, vermehrtem Trinken und allgemeiner Mattigkeit bemerkbar macht. Der Tierarzt muss entscheiden, ob eine medikamentöse Behandlung erfolgversprechend ist oder die Gebärmutter besser operativ entfernt wird. Bei Rüden können schlechtes Fressen, Schmerzen beim Wasserlassen und steife Bewegungen ein Hinweis auf eine Prostata-Entzündung sein. Auch hier ist eine Operation oft nicht vermeidbar.

 

Herz, Leber und Nieren

 

Die Funktion von Herz, Leber und Nieren sollte beim alten Hund regelmäßig mittels einer Blutuntersuchung überprüft werden. Zeigt der Hund Symptome wie vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Nahrungsverweigung, extreme Mattigkeit oder Apathie, häufiges Absetzen von Urin, Hautveränderungen und Haarausfall, Atemnot oder einen aufgeblähten Bauch, ist er umgehend zum Tierarzt zu bringen, um die Ursache abzulären.

 

Schnelle Ermüdung und Atemprobleme sind oft ein Hinweis auf eine Herzerkrankung beim Hund und sollten ebenfalls abgeklärt werden. Die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bei Herzerkrankungen sind in der Veterinärmedizin weit fortgeschritten. Bei vielerlei Herzerkrankungen kann dem Hund nach einer erfolgreichen Medikamenteneinstellung ein fast normales Leben ermöglicht werden.

 

Hauterkrankungen

 

Die Haut von alten Hunden ist meist trockener und empfindlicher als bei jungen Hunden. Sie neigt im Alter zu Veränderungen und sollte daher regelmäßig vorsichtig abgetastet werden. Kleine Knubbel sind oft Grützbeutel beim Hund oder gutartige Tumore. Gutartige Tumore oder Geschwulste beim Hund wachsen meist langsam und lassen sich gut unter der Haut verschieben.

 

Dennoch sollten auch gutartige Tumore von einem Tierarzt überwacht werden, denn auch sie können entarten und bösartig werden. Eventuell ist auch bei einem gutartigen Tumor eine Entfernung empfehlenswert. Warzenartige Hauttumore oder Fettgeschwulste treten bei alten Hunden häufiger auf, auch im Rachen- und Maulbereich kann es zu ähnlichen Veränderungen kommen.

 

Krebs

 

Einer der großen Schrecken des Alters ist sicherlich der Krebs. Doch frühzeitig erkannt und gezielt behandelt, können alte Hunde oft noch lange Zeit weitestgehend beschwerdefrei damit leben, manchmal sogar geheilt werden. Häufige Krebsarten bei Hunden sind Gesäugetumoren, Mund- und Rachentumore, Lebertumore und Milztumore.

 

Bei vielen bösartigen Tumoren ist eine operative Entfernung möglich und sinnvoll. Bei stabilem Allgemeinzustand kann ein wieder aufgetretener Tumor auch häufiger entfernt werden. Auch Chemotherapie ist beim Hund mittlerweile möglich, jedoch sollte sorgsam abgewogen werden, ob die Behandlung wirklich sinnvoll ist und die Lebensqualität des Hundes soweit wieder hergestellt werden kann, dass diese Behandlung gerechtfertigt ist. (je)