Hundesenioren - Blind- und Taubheit bei Hunden Teil 2

Neue Formen der Kommunikation finden

Für die Bewältigung des Alltags ist es wichtig, dass Mensch und Hund eine neue Form der Kommunikation finden. Sichtzeichen sind jetzt nicht mehr möglich, auch kann der Hund sich nicht mehr durch Blickkontakt an seinem Menschen orientieren. Die meisten Hunde gewinnen Sicherheit, wenn ihr Mensch viel zu ihnen spricht. Ein sanfter, freundlicher Tonfall signalisiert dem Hund nicht nur, wo sich sein Mensch gerade befindet, sondern vermittelt ihm auch das Gefühl von Geborgenheit.

 

Kommandos sollten laut und deutlich gesprochen und nun im Bedarfsfall auch wiederholt werden, denn vielen Hunden fällt es schwer, reine Hörzeichen mit dem gewünschten Kommando in Verbindung zu bringen.

 

Hier ist es ratsam, wieder gezielt mit dem Hund zu üben und Erfolgserlebnisse überschwänglich und mit Leckerchen zu belohnen. Zusätzlich kann es empfehlenswert sein, neue Kommandos einzuführen, zum Beispiel eine „Warnung“, die dem Hund bedeutet, dass dort ein Hindernis auf ihn zukommt oder aber ein Mensch sich nähert.

 

Neue Kommandos und akustische Signale einführen

 

Auch das Kommando „Steh“ kann jetzt besondere Dienste erweisen. Die Entwarnung „Ok“ sagt dem Hund dagegen, dass er sich in eine bestimmte Richtung frei bewegen kann, ohne mit Gefahren rechnen zu müssen. Auch andere Geräusche können als Hörzeichen eingesetzt werden, beispielsweise die Pfeife für den Rückruf, ein Dosenrappeln oder ein Händeklatschen als Warnung – diese akustischen Signale setzen sich meist besser durch als ein bloßes gesprochenes Wort.

 

Wichtig ist, bei einem erblindenden Hund viel Geduld zu zeigen, ohne aber gleichzeitig allzu inkonsequent zu werden, denn feste Regeln helfen dem Hund, sich sicher zu fühlen. Im Zweifelsfall darf sich der Mensch nie darauf verlassen, dass der Hund gehorcht – selbst, wenn er zuvor perfekt erzogen war.


Daher sollte der Hund riskanten Situationen gar nicht erst ausgesetzt werden. Sinnvoll ist es auch, zusätzlich zu der akustischen Kommunikationsebene noch eine weitere einzuführen. Gerade bei Hunden, deren Sehkraft nachlässt, kann sehr gut mit Berührungen gearbeitet werden. Was beim sehenden Hund Tabu ist, kann hier helfen: Das sanfte Berühren einer Körperpartie, die bewegt werden soll, das Verknüpfen von Kommandos mit bestimmten Berührungen.

 

Taubheit beim Hund: Sichtzeichen und Berührungen


Auch der Verlust des Hörvermögens ist beim Hund eine alters- und krankheitsbedingte Symptomatik. Natürlich ist die Behandlung einer Krankheitsursache durch den Tierarzt unerlässlich, jedoch müssen Mensch und Hund trotzdem oft lernen, mit der vorhandenen Schwerhörigkeit oder gar Taubheit zu leben.


Wie auch bei der Erblindung ist das stabile Verhältnis zu seiner Bezugsperson das wichtigste für den schwerhörigen Hund. Auch hier ist es notwendig, die Kommunikation den Umständen entsprechend anzugleichen. Deutliche Sichtzeichen können die Hörzeichen zu großen Teilen ersetzen. Eine leichte Berührung reicht meist aus, um den Hund aufmerksam zu machen. Sinnvoll kann es sein, dem Hund beizubringen, dass er auf eine leichte Berührung hin Blickkontakt aufnehmen und auf weitere Sichtzeichen warten soll. Auch, auf eine Handbewegung hin dem Hundeführer zu folgen, ist ein sinnvolles Kommando.

 

Sicherheit an erster Stelle

 

Wer mit seinem tauben oder schwerhörigen Hund draußen unterwegs ist, sollte vorbereitet sein. Bei schwerhörigen Hunden kann es sein, dass manche Geräusche wie die Pfeife oder ein Händeklatschen noch eher erkennbar sind als die bloße Stimme. Bei vollständig tauben Hunden empfiehlt es sich, ein auffälliges Tuch oder Spielzeug mit zu nehmen, mit dem sich der Mensch bemerkbar machen kann. Auch eine lange Schleppleine, an der sanft und vorsichtig gezupft wird, wenn es etwas mitzuteilen gibt, kann sinnvoll sein.

 

Bei allen Hunden, deren Sinneswahrnehmung stark verschlechtert ist, sollte immer die Sicherheit an erster Stelle stehen – die Sicherheit des Hundes, aber auch die Sicherheit der Umwelt. Deshalb ist es oft sinnvoll, den Hund die meiste Zeit an einer langen Schleppleine laufen zu lassen und Freilauf nur zu gewähren, wenn das Gebiet bekannt und frei von Gefahren oder Passanten ist. Am Besten ist es sicherlich, wenn Senioren ein eingezäuntes Gebiet zur Verfügung haben, wo sie nach Herzenslust – und soweit es der Körper noch zuläßt – toben können. (je)

 

 

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