Einen Hundesenior aufnehmen Teil 2

Kosten für Hilfsmittel und Tierarzt einplanen

 

Bei der Anschaffung eines Hundes müssen auch immer finanzielle Erwägungen eine Rolle spielen. Das gilt bei der Aufnahme eines Seniors umso mehr.

 

Bei einem alten Hund kommen viele Kosten auf den Hundehalter zu: eine hochwertige Senioren-Ernährung, eventuelle Hilfsmittel wie Autosteighilfen und Treppengitter. Auch an dem Zubehör sollte bei einem alten Hund auf keinen Fall gespart werden – orthopädisch sinnvolle Hundebetten oder schützende Hundemäntel im Winter kosten ihren Preis.

 

Bei einem älteren Hund ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass regelmäßige Tierarztkosten entstehen können. Ob Alterserkrankungen beim Hund, die medikamentös behandelt werden, Vorsorgeuntersuchungen, Zahnsteinentfernen oder Krankheiten – die Tierarzt-Rechnungen können sich bei einem alten Hund schon einmal stapeln.

 

Das muss natürlich nicht zwangsläufig der Fall sein, doch bei den Überlegungen zur Anschaffung eines alten Hundes muss dieses Risiko sorgsam bedacht werden. Zudem nehmen die meisten Anbieter von Tierkrankenversicherungen oder Operationskostenversicherungen ältere Hunde nur noch zu verschärften Konditionen auf.

Zeit für Pflege und Versorgung

 

Ein älterer Hund ist er auch mehr auf die Unterstützung seines Menschen angewiesen. Wer einen alten Hund aufnehmen möchte, muss über die Zeit verfügen, ihn bei Krankheit und Altersschwäche zu pflegen. Die meisten alten Hunde müssen in kurzen Abständen die Gelegenheit haben, sich zu lösen, weil sie Kot und Harn nicht mehr lange halten können. Auch das ist unter Umständen zeitaufwändig.

 

Auch die eigenen körperlichen Fähigkeiten können eine Rolle spielen: Es ist sicherlich nicht sinnvoll, wenn eine zart gebaute Single-Frau mit einer Wohnung im dritten Stock sich einen 13 Jahre alten Bernhardiner, der keine Treppen mehr laufen darf, zulegt. Letztlich ist natürlich auch die eigene emotionale Verfassung zu bedenken: Einen älteren Hund aufzunehmen heisst auch, irgendwann Abschied nehmen zu müssen. Nicht jeder Mensch verkraftet das ohne Weiteres.

 

Hunde-Senior: Es gibt auch Vorteile

 

Doch natürlich gibt es auch viele gute Gründe, die für einen Hunde-Senior sprechen. Auch wenn man nicht vor erzieherischen Problemen gefeit ist, erpart man sich die Anstrengungen der Welpen- und Junghundezeit und kann direkt dazu übergehen, diese wahrscheinlich intensivste Zeit im Zusammenleben mit einem Hund zu erleben.

 

Alte Hunde sind generell oft gelassener und abgeklärter als junge Hunde und können unkomplizierter überall hin mit genommen werden. Fehler in der Erziehung haben bei ihnen nicht mehr so dramatische Auswirkungen wie bei einem jungen Hund. Die meisten älteren Hunde fordern ihren Menschen nicht mehr so sehr heraus, haben keine Ambitionen, ihre eigenen Grenzen zu testen. Meist sind sie verschmuster und anlehnungsbedürftiger und haben nicht mehr den Bewegungsdrang von jungen Hunden.

 

Alte Hunde nicht aus reinem Mitleid aufnehmen

 

Wer einen alten Hund aufnimmt, tut sicherlich ein gutes Werk damit. Viele Hunde werden im Alter abgeschoben und finden kein neues Zuhause mehr, so dass sie die letzten Jahre ihres Lebens im Tierheim verbringen müssen. Dennoch sollte ein alter Hund nie aus reinem Mitleid heraus aufgenommen werden. Ein alter Hund mag zu vielen Zeiten viel unkomplizierter und weniger zeitaufwändig sein als ein Welpe, jedoch muss gewährleistet sein, dass sein Mensch auch, wenn er mehr Pflege bedarf, für ihn da sein kann. (hs)