Hunde kastrieren oder nicht?

Unsere Frage des Monats März 2010

 

Hunde haben auch Frühlingsgefühle! Die Hormone unserer Vierbeiner kommen jetzt im Frühjahr richtig in Wallung. Wir haben Euch gefragt: Sollten Hunde grundsätzlich kastriert werden? Hier sind die Ergebnisse!

 

Wenn der ansonsten so harmlose Rüde mal wieder zum schäumenden Hengst wird, sobald die Nachbarshündin kokett ihren plüschigen Po schwingt und unmissverständliche Düfte aussendet; wenn die ansonsten so folgsame Hundedame jede Unaufmerksamkeit nutzt, um zu ihrem Erwählten zu gelangen, dann fragen sich viele Hundebesitzer: Soll ich, oder soll ich doch lieber nicht?

 

Hunde-Kastration: Auf jeden Fall, finden 24,2 Prozent

 

Die Frage nach der Kastration beim Hund polarisiert Hundehalter. Wir wollten wissen, wie Ihr dazu steht. Sollten alle Hunde grundsätzlich diesem Eingriff unterzogen werden? Ja, auf jeden Fall, finden 37,2 Prozent von Euch. Es gibt ja schließlich auch gute Gründe: Hypersexuelle Rüden sind manchmal kaum zu bändigen, Hündinnen machen während ihrer Läufigkeit eine Menge Putzarbeit – nicht zu vergessen der Tierschutz-Aspekt, denn einer unkontrollierten Fortpflanzung - und der Zeugung von unerwünschten Welpen mit ungewissem Schicksal - wird mit der Kastration ein für alle Mal Einhalt geboten. Gebärmutterkrebs oder Hodenkrebs können kastrierte Hunde natürlich auch nicht mehr bekommen.

 

Hunde-Kastration: Nur aus gesundheitlichen Gründen, finden 68,5 Prozent

 

Doch der Trend geht deutlich zur differenzierten Einzelfallentscheidung und gegen die pauschale Kastration: 68,5 Prozent von Euch sind der Meinung, dass eine Kastration nur durch gesundheitlich zwingende Umstände gerechtfertigt ist. Eine Meinung, der sich Hundeexperten wie Dr. Udo Ganßloser anschließen – denn die Kastration ist nicht nur eine schwere Operation, sondern greift auch massiv in den Hormonhaushalt und damit in das natürliche Verhalten und in die Persönlichkeit des Hundes ein. Viele vermeintlich positive Nebeneffekte der Kastration sind eine reine Mär: bei Rüden ist in den seltensten Fällen tatsächlich das Testosteron für Verhaltensprobleme verantwortlich, sondern meist Fehler in der Haltung, Hunde-Erziehung oder eine mangelhafte Hunde-Sozialisation. Und schließlich, so argumentieren die Kastrations-Skeptiker, kann man ja auch nicht jeden Körperteil, in dem sich bösartige Tumore bilden könnten, einfach vorsorglich amputieren.

 

Hunde-Kastration: 7,2 Prozent sind unentschlossen

 

Die Kastration ist also eine schwierige und ernst zu nehmende Entscheidung. Das finden auch 11,1 Prozent von Euch und geben zu, unentschlossen zu sein. Mehr zu diesem Thema findet Ihr übrigens auch in unserem Interview mit Dr. Udo Ganßloser zum Thema Hunde-Kastration. (je)

 

Mehr Infos zum Thema: Hunde-Kastration auf wdr.de

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