Erste Hilfe: Hund im Notfall richtig versorgen

Die richtige Notfallversorgung kann Hundeleben retten

Maßnahmen zur Erstversorgung können im Notfall Leben retten – das gilt auch bei unseren Hunden. Deshalb sollte jeder Hundehalter in Sachen „Erste Hilfe beim Hund“ zumindest die Grundregeln kennen. Besser noch: Tierhalter besuchen einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde und üben unter fachkundiger Anleitung, worauf es bei der Versorgung von Verletzungen ankommt.

Grundsätzlich versteht man unter „Erster Hilfe“ alle Maßnahmen, die der Tierhalter direkt am Unfallort ergreifen sollte, wenn der Hund verunglückt ist. Bei der Ersten Hilfe geht es um die Erstversorgung und die Stabilisierung des Hundes.

...

Grundsätzlich versteht man unter „Erster Hilfe alle Maßnahmen, die der Tierhalter direkt am Unfallort ergreifen sollte, wenn der Hund verunglückt ist. Bei der Ersten Hilfe geht es um die Erstversorgung und die Stabilisierung des Hundes. Es versteht sich von selbst, dass der Hund immer schnellstmöglich zu einem Tierarzt gebracht werden sollte. Dieser sollte vorab telefonisch informiert werden, damit er alles für die Behandlung vorbereiten und dem Patienten schnellstmöglich helfen kann.

In folgenden Fällen kann Erste Hilfe beim Hund notwendig sein:

• Hitzschlag

• Vergiftungen

• Verletzungen, tiefe Wunde

• akute Krankheiten

• Knochenbrüche

• Verkehrsunfälle

• Beißereien unter Hunden

Erste-Hilfe-Kurs besuchen

Die grundlegenden Regeln für Erste Hilfe sollte jeder Hundehalter kennen. Idealerweise werden sie unter fachkundiger Betreuung geübt, so dass sie auch in Stresssituationen ausgeführt werden können. Denn ist der Notfall erst einmal eingetreten, ist es zu spät, um sich mit den richtigen Handgriffen vertraut zu machen. Kurse für Erste Hilfe beim Hund bieten u.a. Tierkliniken, aber auch der Arbeiter-Samariterbund, die Johanniter oder Hundeschulen an

Inhalte von Erste-Hilfe-Kursen sind u.a.:

• Erkennen und Einschätzen von gefährlichen Krankheiten und Notsituationen

• Normalwerte des Hundes

• Eigensicherung der Helfer

• Ausstattung der Hundeapotheke

• Versorgung von Verletzungen, Knochenbrüchen und Herz-Kreislauf-Problemen

• Beatmung und Herzmassage

• Vorbereitung für den Transport zum Tierarzt

Sinnvoll ist es auch, mit dem eigenen Tier grundlegende Notfallbehandlungen wie Verbände anzulegen zu üben, damit der Hund im Notfall die Prozedur bereits kennt und nicht zusätzlich durch sie verunsichert wird.

Woran erkennt man nun eine Notsituation?

Als medizinisch nicht ausgebildeter Hundehalter ist es oft schwer, einen Notfall zu erkennen. Bei den folgenden Symptomen ist grundsätzlich immer Eile geboten.

Die grundlegenden Regeln für Erste Hilfe sollte jeder Hundehalter kennen. Idealerweise werden sie unter fachkundiger Betreuung geübt, so dass sie auch in Stresssituationen ausgeführt werden können. Denn ist der Notfall erst einmal eingetreten, ist es zu spät, um sich mit den richtigen Handgriffen vertraut zu machen

...

Notfallsymptome beim Hund, die eine schnelle Hilfe erforderlich machen:

• Atemnot oder Atemstillstand

• Starke Blutung

• Blasse Schleimhäute

• Starke Über- bzw. Untertemperatur

• Apathie oder Bewusstlosigkeit

• Starkes Hecheln und Zittern

• Krämpfe oder  Lähmungen

• Heftiges Erbrechen und starker Durchfall

Grundsätzliche Regeln für die Erste Hilfe beim Hund

Die erste Regel der Ersten Hilfe lautet wie beim Menschen: Ruhe bewahren! Denn nur wer einen klaren Kopf behält, kann anderen helfen. Schon bei der zweiten Regel gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied: Tiere, die unter Schock stehen, sind unberechenbar – selbst der bravste Hund kann unter Schmerz, Panik und Schock zubeißen. Deshalb lautet die zweite Regel: Eigensicherung der Ersthelfer. Dies erfolgt in der Regel mit einem Maulkorb oder einer Maulschlaufe, die den Hund daran hindert, nach den Helfern zu beißen. Im Gegensatz zum Menschen wissen Tiere nicht, dass wir ihnen helfen wollen. Ihr Instinkt sagt ihnen bei Gefahr, Angst oder Schmerzen, dass sie fliehen sollen. In Notsituationen ist deshalb wichtig, den Hund zu sichern, damit er nicht in Panik wegläuft.

BAP: Bewusstsein, Atmung und Puls beim Hund kontrollieren

Wie beim Menschen, sollten auch beim Hund zunächst Bewusstsein, Atmung und Puls kontrolliert werden. Ist keine Atembewegung sichtbar, kann der Atem mit einem kleinen Spiegel geprüft werden. Den Herzschlag/Puls fühlt ihr am besten wenn ihr beide Hände rechts und links auf Höhe der Vorderbeine flach auf den Brustkorb legt oder indem Ihr das Ohr auf den Brustkorb legt und lauscht. Der Puls kann auch auf der Innenseite des Oberschenkels gefühlt werden, da hier die Beinschlagader verläuft.

Erste Hilfe: Künstliche Beatmung beim Hund durchführen

Atmet der Hund nicht, sollte das Maul vorsichtig geöffnet und im Rachen nach Fremdkörpern gesucht werden. Fremdkörper und Blut oder Erbrochenes müssen vorsichtig entfernt werden – ohne sie dabei noch weiter in den Rachen zu schieben! Danach kann die Beatmung erfolgen: Durch die Nase des Hundes wird sanft Atemluft hinein geblasen, das Maul des Tiers bleibt dabei geschlossen. Das Atmen sollte sechs- bis zehnmal pro Minute wiederholt werden, bis der Hund wieder eigenständig atmet.

Erste Hilfe: Herzmassage beim Hund durchführen

Hat der Hund keinen Herzschlag, muss zusätzlich eine Herzmassage durchgeführt werden. Vor der Herzmassage solltet Ihr in dieser Situation keine Angst haben – selbst wenn Ihr dem Hund dabei eine Rippe brecht, ist dies das geringere Übel und kann in der Regel gut behandelt werden. Die Wiederherstellung des Herzschlags hat jetzt höchste Priorität.

Schritte der Herzmassage beim Hund:

• Legt den Hund auf die rechte Seite

• Achtet darauf, dass er auf festem Untergrund liegt

• Hals und Kopf müssen gestreckt sein

• Legt die Hand in der Herzgegend auf den Brustkorb

• Drückt jetzt kräftig auf den Brustkorb

• Wiederholt den Druck 60-100-mal pro Minute, bis das Herz von allein schlägt

Erste Hilfe: Behandlung von Wunden beim Hund

Grundsätzlich gilt: Laien sollten nur oberflächliche Wunden erstversorgen. Bei tiefen Wunden sollte schnellstmöglich der Tierarzt aufgesucht werden. Hat sich der Hund eine Wunde zugezogen – wurde er beispielsweise gebissen oder hat sich eine Scherbe eingetreten - sollte die Wunde zunächst freigelegt werden, indem das umgebende Fell weggeschnitten wird. Dabei sollte die Wunde selbst möglichst abgedeckt werden, damit keine abgeschnittenen Haare sie verunreinigen können.

Nun wird die Wunde grob gereinigt, das heißt, es werden Fremdkörper wie Splitter, Scherben, Steinchen oder Blätter vorsichtig entfernt. Wichtig: Steckt ein größerer Gegenstand wie eine große Scherbe, ein Ast oder ein Nagel fest oder handelt es sich bei der Wundstelle um das Auge, den Brustkorb oder Bauch, dürfen Laien nicht versuchen, ihn zu entfernen. Dies muss in der tierärztlichen Praxis geschehen.

Nun wird die Wunde mit einer Desinfektionslösung gereinigt. Salben, Wundpuder oder Wundspray sollten nicht eingesetzt werden, wenn der Hund zum Tierarzt gebracht werden muss – denn sie können die weitere Behandlung der Wunde erschweren. Nach dem Ausspülen der Wunde mit Desinfektionslösung sollte sie vorsichtig mit sterilem Mull getrocknet werden. Nun kann der Verband angelegt werden und der Hund gegebenenfalls zum Tierarzt gebracht werden. Bei größeren Wunden ist ein Tierarztbesuch unbedingt anzuraten, damit der Hund mit einem Antibiotikum behandelt werden kann.

Schritte zur Behandlung einer oberflächlichen Fleischwunde:

Fell um die Wunde herum wegschneiden

• Fremdkörper entfernen

• Wunde reinigen

• Wunde trocknen

• Verband anlegen

• Tierarzt aufsuchen

Erste Hilfe beim angefahrenen Hund

Ein eine häufige und sehr gefährliche Situation ist der Verkehrsunfall. Immer wieder werden Hunde von Autos angefahren.

Richtiges Verhalten bei Verkehrsunfällen:

• Sichert die Unfallstelle – bittet im Zweifel Passanten um Hilfe

• Nähert Euch dem angefahrenen Hund vorsichtig und ruhig

• Beobachtet das Tier zu jeder Zeit genau

• Kontrolliert seine Atemwege und befreit gegebenenfalls den Rachenraum von Blut, Schleim oder Erbrochenem

• Kontrolliert die Herztätigkeit und den Puls

• Sollte der Hund einen Herzstillstand erlitten haben, führt Ihr eine Herzmassage mit künstlicher Beatmung durch

• Stillt starke Blutungen

• Legt den Hund vorsichtig auf einen festen Untergrund (Karton, Kiste, Brett) oder wickelt ihn in eine Decke, um ihn zu transportieren

• Ruft beim Tierarzt an und kündigt Euer Kommen an

• Fahrt unverzüglich mit dem verletzten Hund zum Tierarzt

Erste-Hilfe-Set für Hunde

Hundehalter sollten möglichst immer ein Erste-Hilfe-Set für Hunde in Griffweite haben. Den genauen Inhalt stimmen sie am besten mit dem Tierarzt ab.

Grundsätzliches Zubehör für das Erste-Hife-Set:

• Fieberthermometer

• kleine Taschenlampe

• Decke

• Pinzette mit abgerundeter Spitze

• Schere gebogen mit stumpfen Enden

• Verbandsschere

• Hilfsmittel zum Abbinden

• Einwegspritze

• Verbandswatte aus Baumwolle

• Rollenwatte

• sterile Tupfer aus Mull

• Mullbinden

• selbsthaftende elastische Fixierbinden

• Heftpflaster

• Sterile Flüssigkeit zur Wundreinigung

• Desinfektionsmittel

• Jod-Lösung

• Elektrolyttabletten

Übrigens: Die beste Erste-Hilfe ist die, die gar nicht erst notwendig wird. Vorausschauendes, verantwortungsbewusstes Handeln im Umgang mit dem Hund und sinnvolle Prävention sind die beste Unfallvorsorge.

Fotos:

absolutimages, fotolia.com
dario lo presti, fotolia.com

Teilt den Artikel mit Euren Freunden!

Hat Euch der Artikel gefallen? Dann helft mit, ihn zu verbreiten, damit mehr Hundehalter wissen, wie sie im Notfall Hundeleben retten können. Klickt einfach auf „Gefällt mir“ und teilt den Artikel auf Facebook:

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Erster Hilfe beim Hund gemacht?

Musstet Ihr selbst schon einmal in einer Notsituation Erste Hilfe leisten? Oder habt Ihr schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter besucht? Dann schreibt uns doch in den Kommentaren – wir freuen uns auf Eure Erfahrungen und Meinungen!

Bewertung des Beitrages (0 Bewertungen)

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren