Hundepflege von innen Teil 3

Hunde-Pflege mit Biotin

Bei Haut- und Fellproblemen wird Hundehaltern oft geraten, rohe Eier zu verfüttern. Im Eigelb ist wertvolles Biotin enthalten, das die Gesundheit von Haut und Fell unterstützt. Aber – was ist Biotin eigentlich, und ist die Empfehlung der Eier-Fütterung wirklich sinnvoll?

Biotin ist ein wasserlösliches Vitamin aus der Familie der B-Vitamine. Früher wurde es auch als Vitamin H bezeichnet. Biotin ist ein Coenzym und damit an vielen wichtigen Körperfunktionen beteiligt – es ist unter anderem mitverantwortlich für das Wachstum der Zellen, den Abbau von Fettsäuren und der Bildung von Keratin. Keratin ist ein wichtiger Baustein für Haut, Fell und Krallen. Deshalb ist Biotin vor allem für die Gesundheit von Haut und Hundehaar so wichtig.

Hundekörper kann Biotin in geringen Mengen selbst produzieren

Biotin ist im gesamten Hundekörper vorhanden und kann in geringen Mengen auch selbst gebildet werden. Doch die Menge, die der Organismus selbst produzieren kann, reicht nicht aus. Ein Hund benötigt Schätzungen zufolge 2 Microgramm Biotin pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Meist wird genügend Biotin über die Nahrung aufgenommen. Viel Biotin ist beispielsweise in Bierhefe, Leber und Sojabohnen enthalten. Auch Eigelb enthält viel Biotin – daher rührt der altbekannte Rat, bei Haut- oder Fellproblemen Rohes Ei zu verfüttern.

Prinzipiell ist die Bioverfügbarkeit bei Biotin aus tierischen Quellen höher, das heißt, der Hund kann es besser verwerten. Doch die Zufütterung von rohen Eiern ist nicht empfehlenswert, denn sie schadet mehr als sie nutzt. Der Grund: Im Eiklar sind bestimmte Glycoproteine enthalten, die Biotin binden und damit für den Hund nutzlos machen. Statt dessen sollte also lieber auf Leber, Bierhefe oder ein Biotin-Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden.

Hunde-Senioren mit erhöhtem Bedarf

Die Zufütterung von Biotin ist in vielen Fällen sinnvoll. Viele Hunde haben einen erhöhten Biotin-Bedarf. Das gilt insbesondere für Hunde, die aktiv Hundesport betreiben, aber auch für Hunde-Senioren, kranke Hunde sowie trächtige und stillende Hündinnen. Auch langhaarige Hunde sowie Hunde, die ständig Haaren oder andere Fellprobleme haben, sollten Biotin erhalten. Generell kann man mit der Zugabe von Biotin den Fellwechsel beschleunigen und erleichtern.

Biotin-Mangel zeigt sich in einem veränderten Hautbild mit trockener Haut, Juckreiz, Ekzemen, stumpfem Fell, lederartigen Hautflecken. In extremen Fällen sind auch Bindehautentzündungen und allgemeine Schwäche zu beobachtungen. Bei ungeborenen Hunde-Welpen können ernste Entwicklungsstörungen die Folge sein, wenn die Hündin nicht mit ausreichend Biotin versorgt wird. Biotin kann völlig problemlos zugefüttert werden. Eine Überdosierung ist nicht möglich, denn überschüssiges Biotin wird einfach wieder ausgeschieden.

Auswahl des richtigen Biotin-Präparats ist wichtig

Bei der Auswahl einer Nahrungsergänzung ist wichtig, ein hochwertiges Produkt mit möglichst reinem Biotin auszuwählen. Auch eine Bierhefe-Kur ist durchaus sinnvoll.

Hundepflege von innen - Teil 1: Einleitung

Hundepflege von innen - Teil 2: Essentielle Fettsäuren

Hundepflege von innen - Teil 3: Bierhefe-Kuren

Hundepflege von innen - Teil 5: Kieselerde

 

Weitere Artikel zum Thema: