Hunde baden ohne Stress

Wenn der Hund sich nicht baden lassen will

Hundefell ist in der Regel selbstreinigend – dennoch gibt es gute Gründe, seinen Hund hin und wieder zu baden. Doch wenn der Hund sich nicht baden lassen möchte, ist guter Rat teuer. Wir geben Tipps, wir Ihr Eurem Hund das Baden versüßen könnt.

Kaum hat der Mensch seinen Vierbeiner beim Gassigehen kurz aus den Augen verloren, ist es auch schon passiert: Genüsslich wälzt sich der Hund im Schlamm oder in anderen, übelriechenderen Substanzen. Jetzt ist wohl ein Bad nötig!  Doch was, wenn der Hund sich nicht baden lassen möchte? Viele Tiere hassen die nasse Prozedur und tun fast alles, um ihr zu entkommen. 

Hunde baden mit Ruhe und Konsequenz

Oft trösten sich Hundehalter damit, dass das Baden ja ohnehin nur selten notwendig ist, und stehen das Theater zähneknirschend durch. Doch meist wird das Drama mit jedem Bad schlimmer. Um unnötigen Stress zu vermeiden, lohnt es sich deshalb, an dem Problem zu arbeiten. Zunächst steht Ursachenforschung an. Wie verhält sich der Hund genau, und was ist die Ursache gegen seine Abneigung gegenüber Wasser und Hundeshampoo?

Hier sollte jeder Hundehalter erst einmal sein eigenes Verhalten kritisch hinterfragen. Nimmt er sich genügend Zeit, um seinen Hund in aller Ruhe und mit viel Geduld zu  baden? Oder ist er verärgert, weil sich der Vierbeiner mal wieder wie ein Ferkel verhalten hat, und behandelt ihn entsprechend gereizt? Dann ist es kein Wunder, wenn sich der Stress seines Zweibeiners auch auf den Hund überträgt.

Manche Hunde haben auch schlicht und ergreifend nicht gelernt, sich baden zu lassen. Die Vorfahren unserer Hunde haben sich zur Reinigung ihres Fells vielleicht im Sand gewälzt, aber sicher nicht unter brausende Wasserfälle gestellt. Für Hunde ist das Baden also, auch wenn es für Hygiene und Wohlbefinden wichtig ist, kein natürlicher Vorgang. Sie müssen erst lernen, dass die nasse Prozedur etwas ganz Selbstverständliches ist.

Hunde baden will geübt sein

Hunde zu baden kann und sollte man deshalb üben – Schritt für Schritt. Mit positiver Verstärkung oder dem Clickertraining erzielt man hier die besten Erfolge. Zunächst sollte der Hund die Badewanne oder Duschtasse kennenlernen. Zu Beginn kommt noch kein Wasser ins Spiel – der Hund wird einfach mit Leckerchen und viel Lob dafür belohnt, dass er ruhig in der Badewanne steht und keine Ausbruchsversuche unternimmt. Die Badewanne sollte mit einer rutschfesten Matte ausgestattet werden. Viele Hunde geraten in der glatten Badewanne in Panik, weil sie auf dem rutschigen Boden keinen Halt finden.

Besonders ängstliche Exemplare lernen sogar erst einmal nur das Badezimmer kennen, ohne dass sie direkt in die Badewanne müssen. Erst, wenn der Hund diese Übung sicher beherrscht und die Badewanne mit etwas Positivem verbindet, kann der Duschkopf hinzugenommen werden und das Einseifen und Abduschen simuliert werden. Natürlich wird der Hund dabei überschwänglich gelobt und großzügig mit Leckerchen belohnt, wenn er brav stillhält.

Erst ganz zum Schluss wird der Wasserhahn angedreht, denn vielen Hunden ist das kühle Nass aus der Dusche unheimlich. Das Wasser sollte Körpertemperatur haben und den Hund zunächst gar nicht benetzen, sondern einfach nur laufen. Erst im nächsten Schritt werden die Pfoten, dann die Beine und schließlich der ganze Hund sanft abgespült. Bei jedem Schritt sollte das Lob und die Belohnung nicht vergessen werden.

Die Trainingseinheiten sollten natürlich immer nur ganz kurz sein, um den Hund nicht unter Druck zu setzen. Doch die Mühe lohnt sich – mit etwas Geduld und Durchhaltevermögen wird der Vierbeiner sich am Ende ohne Probleme pflegen lassen – und vielleicht sogar freiwillig in die Duschtasse springen.

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