Welpenspiel Teil 2

Welpenspiel braucht klare Regeln

Schon Welpen sollten beim Spielen klare Regeln lernen. Das heißt keineswegs, dass der Spaß dabei auf der Strecke bleiben muss. Von den Menschen ist Einfühlungsvermögen, Begeisterungsfähigkeit, Konsequenz und gutes Timing gefragt.

Neben dem "Aus"  gibt es auch andere Regeln für das Spielen. Die Beißhemmung läßt gerade bei Welpen im eifrigen Spiel oft noch sehr zu wünschen übrig. Deshalb sollte sein zweibeiniger Spielkamerad bei jedem Kontakt mit den spitzen kleinen Welpenzähnchen erzieherisch tätig werden, das heißt, ein hohes, spitzes: "Au!" ausstoßen und das Spiel sofort für eine kurze Weile unterbrechen.

Der Welpe und jeder seiner Versuche, das Spiel wieder aufzunehmen, sollten dabei natürlich möglichst vollständig ignoriert werden. Im Laufe der Zeit wird der kleine Raufbold lernen, bei einem Schmerzenslaut von alleine sofort das Spiel zu unterbrechen und schließlich auch, auf seine Hunde-Zähne zu achten.

Welpenspiel sollte abwechslungsreich sein

Natürlich gibt es eine ganze Menge Spielvarianten für Welpen. Welche der Welpe bevorzugt, hängt ganz von seiner Rasse und seiner Persönlichkeit ab - probieren Sie aus, was Ihrem Welpen am besten gefällt, und variieren Sie. Die meisten Welpen lieben Fangspiele, bei denen beispielsweise ein Ball oder ein Stofftier am Ende eines Seils gezogen wird.

Dabei sollte immer darauf geachtet werden, dass sich das Spielzeug vom Welpen weg bewegt, um seinen Jagdtrieb zu reizen, und nicht etwa auf den Welpen zu, was ihn - insbesondere in der Sensibilitätsphase -  verschrecken könnte. Außerdem sollte es dabei nie zu wild zugehen, insbesondere nicht auf glatten, rutschigen Untergründen: Das Skelett des Welpen befindet sich im Wachstum und ist noch sehr empfindlich.

Wilde Ballspiele sind nur mit Vorsicht zu geniessen, denn mit ihnen zieht man sich rasch einen Hunde-Ball-Junkie heran. Besser ist es, mit Bällen direkt erste Apportierübungen zu machen, den Welpen also nicht direkt hinterher hechten zu lassen, sondern sanft festzuhalten und erst dann laufen zu lassen, wenn er ruhig geworden ist.

Wenn er bereits das Tauschgeschäft mit Leckerchen kennt, bringt er den Ball sicher auch freudig wieder zurück. Für allererste Apportier-Übungen ist auch das Training mit dem Futterbeutel sehr gut  geeignet.

Welpen lieben Zerr- und Beutespiele

Die meisten Welpen lieben Zerr- und Beutespiele. Bitte nehmen Sie dafür keine ausgeleierten alten Handtücher, sondern nur hochwertige Zerr-Spielzeuge wie gestrehte Baumwollstricke oder das Fun-Mot von Prof. E. Lind, damit der Hund im Eifer des Gefechts nicht tatsächlich einen Teil seiner Beute verschluckt. Wenn sein Mensch das Spielzeug mit großem Getue interessant macht und vor dem Welpen auf dem Boden hin und her zieht, wird es nicht lange dauern, bis der Welpe Interesse zeigt, schließlich hinein beisst und zu ziehen anfängt.

Auch bei den Beutespielen sollte das "Aus"-Kommando immer wieder  geübt werden. Damit der kleine Kerl nicht völlig die Lust verliert, dürfen Sie ihn aber auch ab und zu "gewinnen" lassen - er wird deshalb nicht automatisch ein dominanter Tyrann werden. Neigt der kleine Beutegreifer allerdings dazu, allzu wild und ungestüm zu zerren, sollten Sie das Spiel beenden. Gerade Zerrspiele sollten nur sehr kontrolliert ablaufen.

Welpenspiele mit Köpfchen

Auch Welpen können schon ihr Köpfchen benutzen. Dafür sind interaktive Spielzeuge wie das Games4Brain genau das Richtige. Aber intelligenzfördernde Spiele können auch mit einfachen Mitteln schnell improvisiert werden: Verstecken Sie zum Beispiel ein gut riechendes Leckerchen unter einem Handtuch oder einem Pappbecher und lassen den kleinen Einstein danach ausprobieren, wie er an das Objekt seiner Begierde kommt.

Auch erste Schnüffelspiele sind ideal geeignet, um die Intelligenz und die Konzentrationsfähigkeit des Welpen zu fördern. Versteckte Spielzeuge oder Leckereien, eine mit einem Stückchen Fleischwurst gezogene Duftspur oder eine Brotkrumen-Spur aus Hundekeksen sind tolle Beschäftigungsmöglichkeiten.

Welpenspiele unterwegs

Wer einen Welpen zuhause hat, braucht also eine Menge Einfallsreichtum. Das gilt nicht nur Zuhause. Denn auch draußen bieten sich unzählige Gelegenheiten zum Welpenspiel. Nehmen Sie zu jedem kleinen Ausflug nach draußen am Besten direkt zwei interessante Hunde-Spielzeuge zur Motivation, zur Belohunung und zum Spiel mit. Sollte Ihr kleiner Kobold auf die Idee kommen, sich mit einem der Spielzeuge aus dem Staub zu machen, können Sie ihm zeigen, dass Ihr Spielzeug noch viel spannender ist!

Unterwegs können Sie mit Ihrem Welpen erkunden, was man mit seiner Umgebung alles Tolles anstellen kann. Wenn der Baumstumpf nicht allzu hoch ist, kann er zum Beispiel darauf klettern. In Astlöchern dicht über dem Boden kann man manchmal Leckerchen finden, über herumliegende Plastikplanen kann man laufen, über umgefallene Baumstämme balancieren und durch weggeworfene Autoreifen klettern.

Natürlich steht auch hier immer die körperliche und emotionale Sicherheit des Welpen im Vordergrund - er darf nie überfordert werden und sollte immer liebevoll mit Leckerchen oder einem Spielzeug motiviert werden.

Das wichtigste bei den gemeinsamen Ausflügen wie auch bei allen anderen Spielen: haben Sie Spaß! Teilen Sie seine Begeisterung, und wenn Sie einen ruhigen Welpen haben, begeistern Sie ihn für seine Umgebung. Nur, wenn sein Mensch mit echter Freude bei der Sache ist, wird auch der Welpe sich davon anstecken lassen. (je)

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