Welpen im Klosterhof - das Züchter-Interview 2

"Finger weg von allzu preiswerten Labradorwelpen"

Im zweiten Teil unseres Züchterinterviews geht es unter anderem um Zuchtkriterien, die Pflichten eines Labrador-Züchters, aber auch um die Ansprüche, die an interessierte Hundehalter in spe gestellt werden.

Stadthunde.com: Der umgekehrte Fall: Wie sieht für Sie ein optimaler Welpeninteressent aus, was wünschen Sie sich von Ihren Welpenkäufern? Hundesportambitionen? Eine Familie mit Kindern? Wie soll das Kennenlernen und der weitere Kontakt aussehen? Was ist Ihnen besonders wichtig?

Für den einen Welpen ist die Familie mit Kindern perfekt, der andere ist in einem Singlehaushalt besser aufgehoben. Wir versuchen, die optimalen Hund-Familie-Kombinationen zu finden. Wer einen Hund aus unserer Zucht bekommt, kriegt uns sozusagen mit dazu. Wir wollen mit unseren Welpen und ihren neuen Rudeln in Kontakt bleiben und werden regelmäßige Welpentreffen organisieren. Das hat Rubys Züchterin genauso gemacht. Ruby freut sich jedes Mal halb tot, wenn sie ihre Geschwister vor allem natürlich ihre Lieblingsschwester Jule, den Ur-Stadthund trifft.

Stadthunde.com: Ruby hat ein unverwechselbares, sehr charmantes Knautschgesicht, wie man es bei Labradoren eher selten sieht. Wird dieses Knautsch-Gesicht ein Markenzeichen Ihrer Labrador-Linie werden?

Das wäre schön. Bis jetzt haben die Welpen auch kleine Knautschgesichter. Wir hoffen sehr, dass sich diese Falten nicht glätten.

"Ruby und Dean? Das war Liebe auf den ersten Hundeblick"

Stadthunde.com: Nach welchen Kriterien haben Sie  "Dean" - Keepsake Firebird over Blueberry Hills  ausgesucht? Was erhoffen Sie sich von dieser Verpaarung konkret?

Wir haben lange in ganz Deutschland, Dänemark und Holland nach dem perfekten Rüden gesucht. Als wir zu den "Blueberry Hills" gefahren sind, wollten wir uns eigentlich einen anderen Rüden ansehen. Aber Ruby hat sich in Dean verguckt. Er hat eine sehr gute Abstammung, perfekte Hüften und Ellenbogen - das ist bei Labradoren sehr wichtig - und einen tollen Charakter. Außerdem hat er Ruby schon beim ersten Treffen die Ohren nass geschlabbert und ihr seinen Dummy geschenkt - es war Liebe auf den ersten Blick.

Stadthunde.com: Unseres Wissens nach waren die Blueberry Hills einer der ersten Züchter in Deutschland, die sich auch der noch seltenen Schattierung Foxred angenommen haben. Auch Dean ist ein "Fuchs." Bei der Entscheidung für Ruby spielte einst auch ihre extravagante Farbe eine Rolle - was macht die Füchse so besonders? Wird man sie künftig öfter sehen, und möchten Sie dazu beitragen?

Natürlich hat Dean uns mit seiner roten Farbe bestochen. Die ist einfach der Hammer. Rubys ist für eine gelbe Hündin auch schon sehr rötlich, so dass wir hoffen, dass unsere Welpen wirklich dunkel werden. Momentan kann man das noch nicht genau sagen, weil sich ihre Fellfarbe stündlich verändert.
Wir gehen stark davon aus, dass Foxred in Zukunft genau so eine Modefarbe wird wie das Schokobraun in den vergangenen Jahren. Hoffentlich sind alle Züchter so gewissenhaft, nur gesunde, wesensstarke Hunde zu verpaaren. Wir selbst setzen auf "Klasse statt Masse". Von den Blueberry Hills, die ihre Foxred aus den USA und Kanada geholt haben, wissen wir, dass sie es genauso sehen. Hoffentlich gerät nie einer der seltenen roten Labbis in die Hände eines Massenvermehrers.

"Unsere Welpen gehen selbstsicher und absolut neugierig raus in die Welt"

Stadthunde.com: Wie möchten Sie Ihren Welpen den besten Start in eine glückliche Zukunft ermöglichen? Wie wird die Aufzucht und Prägung der Welpen aussehen? Warum ist die Aufzucht und Prägung auch beim "Familienwunderhund" Labrador so wichtig?

Die ist nicht nur beim Labrador wichtig, sondern bei jeder Rasse. Pauschal lässt sich sagen, dass ein Hund vor allem, was er in der Prägephase - also zwischen der vierten und zwölften Lebenswoche - kennen lernt, keine Angst hat. Also fahren wir mit unseren Welpen Auto und lassen sie über verschiedene Untergründe laufen. Unser Garten wird mit Bällebad, Planschbecken und Welpentunnel zum Hundespielplatz und vieles, vieles  mehr. Wenn unsere Welpen dann in ihre neuen Familien kommen, sind sie absolut selbstsicher und neugierig auf das Leben, das sie erwartet.

Stadthunde.com: Was raten Sie Welpeninteressenten generell bei der Auswahl einer seriösen Zuchtstätte und des richtigen Welpen? Wo finden Sie Unterstützung, worauf sollen sie achten?

Grundsätzlich raten wir jedem, der einen Rassehund sucht, keinen Welpen ohne Papiere zu kaufen. Einem Mischlingswelpen, der als "Kind der Liebe" entstanden ist, ein schönes Zuhause zu geben, ist ja total okay. Sogenannte Züchter aber, die ohne Papiere Rassehunde züchten, scheuen oft den Aufwand, den seriöse Züchter betreiben. Die Zuchtverbände sorgen dafür, dass sich nur gesunde, wesensstarke Hunde vermehren dürfen. Wer ohne Papiere züchtet, kann weder für die Gesundheit noch für den Charakter seiner Welpen garantieren. Sicher ist ein Labrador mit Papieren um mehrere hundert Euro teurer als einer ohne Papiere. Aber dafür kann man relativ sicher sein, dass der Hund nicht im Alter erblindet, eine Hüftgelenksdysplasie (HD) bekommt oder ähnliche schlimme Krankheiten. Ein Hund kostet im Laufe seines Lebens etliche tausend Euro. Da sollte man nicht am Anschaffungspreis sparen.

"Einen Labrador ohne Papiere zu kaufen, ist russisches Roulette!"

Stadthunde.com: Oft gilt eine der ersten Fragen eines Welpeninteressenten dem Preis eines Welpen. Immerhin gibt es auch bei Züchtern "preisliche Unterschiede", und da viele Menschen weder ausstellerische noch züchterische Ambitionen haben, verzichten Sie für einen kräftigen Preisnachlass gerne auf die Papiere. Wenn noch "HD- und ED-frei" garantiert wird, umso besser. Was raten Sie Menschen, die einen solchen preisgünstigen Labrador in Erwägung ziehen?

Die Finger davon zu lassen!!! Wer garantiert, dass ein Welpe HD- und ED-frei ist, lügt! Bei einem acht Wochen alten Welpen kann man nicht wissen, ob er HD oder ED bekommt. Das lässt sich erst durch Röntgen feststellen, wenn der Hund ausgewachsen ist. Die "Züchter", die Hunde ohne Papiere verkaufen, haben in der Regel nicht mal die Mutterhündin oder den Deckrüden röntgen lassen. Nur weil die Mutter keine Symptome zeigt, heißt das nicht, dass die Welpen nicht erkranken. Einen Labrador ohne Papiere zu kaufen, ist russisches Roulette!

Stadthunde.com: Sie haben die Elterntiere Ihres Wurfes auf Herz und Nieren geprüft. Was gehört Ihrer Meinung nach alles zu einem geeigneten Zuchtlabrador?

Zunächst muss er kerngesund sein. Also auf rassetypische Krankheiten wie HD, ED, Grauen Star, erbliche Myopathie uns so weiter untersucht sein. Dann muss er wesensfest und rassetypisch sein. Mit einem wasserscheuen Labrador, der nicht auf Dummys abfährt, stimmt etwas nicht. Natürlich muss er auch ausgeglichen und absolut freundlich sein. Auch muss er aus einer guten Aufzucht stammen und perfekt geprägt sein, denn was die Mutter nicht kann oder weiß, kann sie auch nicht an ihre Welpen weitergeben. Wenn all diese Voraussetzungen geschaffen sind, kann man auch noch auf die Optik achten. Schließlich ist der perfekte Labrador nicht nur gesund und wesensfest, sondern auch noch bildhübsch.

Stadthunde.com: Wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch und wünschen den Welpen und der Mama alles erdenkliche Gute!

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