Welpen-Erziehung in der Welpengruppe 2

Welpengruppe bedeutet vor allem Sozialisation

Welpenspiel ist in erster Linie Sozialisation und Bindungsarbeit. Doch das umfasst neben dem Erlernen des richtigen Umgangs mit Artgenossen auch das Erfahren der Welt, in der die jungen Hunde erwachsen werden. Dafür müssen Welpen viele kleine Erfahrungen machen, die ihr Selbstbewusstsein so weit stärken, dass in ungewohnten Situationen die Neugier über die Angst siegt.

Um das zu erreichen, haben gute Welpentrainer zahlreiche Übungen parat: Die Welpen „klettern“ über niedrige, ungefährliche Hindernisse oder lernen, dass Tunnel keine Gefahr bergen. Doch Vorsicht! Die Klettergeräte müssen wirklich so niedrig sein, dass die Welpen ohne Sprung hinauf und hinunter kommen, denn Stöße auf die Gelenke können Hunde in diesem Alter nachhaltig schädigen.

Welpen lernen, ihre Angst zu überwinden

Große Überwindung kostet einige Welpen auch das so genannte „Bällebad“: Das ist nichts weiter als eine Art Sandkasten, der mit bunten Plastikbällen gefüllt ist. Die Welpen lernen spielerisch, dort durchzulaufen und den meisten macht es nach einer Weile sogar richtig Spaß.

Die so angeregte Neugier der Kleinen können die Herrchen und Frauchen nach ein paar Veranstaltungen bereits nutzen, um die Welpen auf die ersten Kommandos vorzubereiten.

Sinnvoll sind bereits erste „Komm!“- Übungen. Hierbei hält der Trainer den Welpen vorsichtig zurück. Der Besitzer macht nun lautstark und freudig auf sich aufmerksam, läuft ein paar Meter in Blickrichtung des Hundes und ruft dann: „Komm!“ oder Ähnliches. Trabt daraufhin der Welpe zu seinem Zweibeiner, ist die Freude groß: „So ein toller Hund! Fein….!“ Und Spiel. So kann der junge Hund schnell lernen, dass es unglaublich toll ist, zu seinem Menschen zu laufen.

Das am Ende dieser Übung folgende Spiel ist zugleich ein Motivationstraining. Für den Hund bedeutet das: „Mache ich etwas richtig, folgt etwas ganz Tolles: Spielen und Toben!“. Für die Verfresseneren unter den Welpen kann die Belohnung natürlich auch ein besonderer Leckerbissen wie Käse oder Fleischwurst sein. Das ist ganz klassische Motivation.

Hat der Hund dieses Prinzip verstanden, ist er auch schon bereit, ein Verständnis für Grundkommandos zu entwickeln. Der einfachste Weg ist hier die Zusammenarbeit mit dem Zufall: Setzt der Welpe sich von sich aus hin, sagt der Mensch: „Sitz!“, freut sich sehr und lässt sofort eine Belohnung folgen. Es ist erstaunlich, wie schnell der Hund das begreifen wird!

Welpen lernen über positive Verstärkung

Man kann diese Übung natürlich auch forcieren, indem man ein Leckerli vor die Nase des stehenden Hundes hält und langsam Richtung Rute führt. Schon sitzt der Hund. Beides sind sanfte Methoden, die wenig Gefahren bergen. Sollte Ihr Trainer Sie anleiten, zum Sitz den Hintern des Hundes herunter zu drücken oder zum Platz dem sitzenden Hund die Vorderpfoten weg zu ziehen, dann sollte ihr nächster Weg zum Ausgang des Hundeplatzes führen.

Ein weiterer Hinweis auf ein schlechtes Welpenspiel ist die Trennung nach Hunderassen. Wie soll z. B. ein Labrador-Welpe lernen, mit allen Hunden möglichst sozial umzugehen, wenn er nur andere Labradore kennenlernt? Darüber hinaus ist das Welpenspiel die einzige Möglichkeit, Vertreter kleinerer Rassen mit größeren relativ risikofrei spielen zu lassen. Beide, groß und klein, können so Strategien lernen, mit einer anderen Größenordnung umzugehen.

Ihr Welpe hat in der letzten Welpenstunde Sitz, Platz, Bei Fuß und Bleib „gelernt“? Dann sind Sie an der falschen Adresse gelandet. So etwas ist nichts weiter als Überforderung und somit purer Stress für die Junghunde. Also auch hier: Finger lieber weg! Wenn Sie bei Ihrem ersten Besuch schon von weiten einen riesigen Wust von einem Dutzend oder gar mehr Welpen sehen, sollten Sie auch direkt auf dem Parkplatz wenden. In einer guten Welpengruppe sind nie mehr als fünf bis sechs Welpen.

Wichtig ist, dass Sie und Ihr Welpe sich in der Welpengruppe wirklich gut aufgehoben fühlen. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl, und achten Sie während der Welpengruppe immer auf Ihren Welpen und seine Reaktionen. Anfängliche Scheu angesichts sovieler fremder Welpen ist vollkommen in Ordnung. Doch wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Welpe sich in der Welpengruppe nicht wohl fühlt oder wenn Sie ständig Stresssymptome an ihm beobachten, sollten Sie sich nach einer Alternative umschauen.

Verantwortungsbewusste Welpenbesitzer sollten sich die Welpengruppe bereits ansehen und sorgsam aussuchen, bevor der Welpe überhaupt bei ihnen einzieht. Denn die Suche nach einer geeigneten Welpengruppe kann recht aufwändig sein und einige Zeit in Anspruch nehmen, und die Prägephase eines Welpen ist nur wenige Wochen lang. Jede Woche zählt für ihn, deshalb sollte im Idealfall bereits alles abgeklärt sein, bevor er in sein neues Heim zieht. Scheuen Sie sich nicht, die Leiter der Gruppe nach ihren Qualifikationen und Erfahrungen zu fragen, ein seriöser Trainer wird sich über Ihr Interesse freuen.

Dass Ihre Auswahl goldrichtig war erkennen Sie daran, dass Ihr Welpe bereits auf dem Weg zur Welpengruppe vor Freude herumhüpft wie ein flauschiger kleiner Flummi. (gd)

 

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