Hundetrainerin Christine Holst - Abbruchsignale

Welpen-Erziehung mit sinnvollen Abbruchsignalen

Abbruchsignale sind eine hundegerechte Methode, um dem Welpen zu zeigen, dass wir mit seinem gerade gezeigten Verhalten nicht einverstanden sind. Wir unterscheiden zwischen verbalen Abbruchsignalen wie beispielsweise dem „Nein“, „Aus“ oder auch „Äh-Äh!“ und den körperbetonten Abbruchsignalen wie beispielsweise dem Schnauzgriff, dem Auf-den-Boden-Drücken oder Wegrempeln/Anstubsen.

Ich arbeite gerne mit dem „Äh-Äh!“. Zum einen komme ich nicht in Versuchung, es zu schreien und zum anderen empfinde ich es als sehr authentisch. Beobachten Sie sich mal selbst bei diesem Hörzeichen. Nicht nur, dass wir es im Alltag selbst benutzen, sondern wir schütteln dabei automatisch den Kopf und je nach Ernst der Lage ist die Gesichtsmimik entsprechend entschlossen. Das heißt wir stellen verbal und nonverbal eine Einheit dar und sind somit für den Welpen eindeutig lesbar.

Welpen-Erziehung: Abbruchsignal trainieren

Eine Übung, um dieses Abbruchsignal zu etablieren: Sie lassen den Welpen sitzen, nehmen ein Leckerli in die Hand und bilden eine Faust. Ihr Welpe wird zunächst versuchen, an das Leckerli zu gelangen. Sie aber sagen „Äh-Äh!“. Er wird Ihre Faust anstubsen, versuchen sie zu öffnen, vielleicht mit den Pfoten kratzen oder die Hand belecken. In dem Moment – und hier müssen Sie extrem schnell sein und binnen einer Sekunde handeln – in dem Ihr Welpe sozusagen aufgibt, kommt ein dickes Lob wie „Prima!“ oder „Super!“, die Faust öffnet sich und mit dem Hörzeichen „Nimm's!“ darf er das Leckerli nehmen.

Sie werden feststellen, dass Ihr Welpe sehr schnell lernt und bei dem Hörzeichen „Äh-Äh!“ in Kombination mit der Faust mit dem Kopf leicht zurück geht. Selbstredend kommt wieder sofort das Lob, die Hand öffnet sich und mit dem Kommando „Nimm's!“ erfolgt die Belohnung.

Welpen-Erziehung: Timing ist alles

Im nächsten Schritt kann dann die ausgestreckte Hand offen bleiben, später das Leckerli auf den Boden gelegt werden u.s.w. Ebenso handhaben Sie es in allen Situationen, in denen Ihr Welpe unerwünschte Verhaltensweisen zeigt. Ist Ihr Welpe gerade im Begriff Ihren Schuh zu zerkauen, rufen Sie beispielsweise: „Max! Äh-Äh!“. Ihr Welpe wird höchstwahrscheinlich sein Vorhaben kurz unterbrechen und zu Ihnen schauen. Und wieder just in dieser Sekunde kommt Ihr verbales Lob.

Am Anfang des Lernprozesses dürfen Sie ihn gerne animieren zu Ihnen zu kommen. Entweder um sich seine Belohnung in Form eines Leckerlis oder Spiel-oder Streicheleinheiten abzuholen. Da Hunde extrem effizient und erfolgsorientiert sind, lernen sie schnell und freuen sich über das Lob und das sie es ihrem Menschen recht gemacht haben.

Abschließend möchte ich hier noch erwähnen, dass Lob und/oder Leckerli sowie Spiel- und Kuscheleinheiten über diesen konkreten erzieherischen Prozess hinaus wichtig sind. Denn sonst lernt der Welpe schnell dies als Spiel zu ritualisieren und sagt sich „Klasse – ich zerkaue den Schuh und bekomme dafür meine Belohnung!“

Manchmal sind allerdings auch angemessene, hundegerechte „Körperbetonte Abbruchsignale“ notwendig. Welche das sind und worauf dabei zu achten ist, erfahrt Ihr hier:

 

Welpen-Erziehung mit sinnvollen Abbruchsignalen – Teil 2

 

 

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