Zwergschnauzer-Welpe hat große Angst

"Ich habe ein kleines Zwergschnauzer-Mädchen, genannt Piefke, geboren 24 Mai 2009. Wir haben seit 15. Juli noch einen Welpen, eine Labrador-Hündin, geb. am 7. Mai 2009, Luna. Luna ist ganz normal, nach einigen Ausrutschern mit Tadel kotet und uriniert sie im Feld, geht bei Fuß, macht Sitz und bringt den Ball. Spielt gerne, kommt auf mich zu, springt, etc, normaler sympathischer Hund. Luna und Piefke lieben einander sehr, spielen oft, allerdings ist Luna die Chefin.

 

Mit Piefke werde ich nicht fertig, da sie mir seit dem ersten Tag ausweicht. Leider hat Piefke in den ersten 4Wochen ziemlich häufig ins Haus gemacht, sodass ich sie, soweit ich sie auf frischer Tat ertappte, scharf zurechtgewiesen und den einen oder anderen Klaps gegeben habe, da sie die aufgezeigten Orte systematisch mied und absichtlich ins Haus zu kommen schien. Wir leben auf einem Bauernhof, also Auslauf hat die kleine genug, Gesellschaft auch, da mein Freund den Hof bewirtschaftet. Hund schläft auch draußen, da wir in warmem Klima leben. Sie akzeptiert kein Kommando, kommt nie auf mich zu, futter nimmt sie zögerlich an, auch aus meiner Hand. Ich bin verzweifelt, weil Piefke mich so hasst. Um gegenzusteuern nehme ich sie oft auf meinen Schreibtisch, auf Zeitungspapier, wenn ich Schreibkram habe, rede mit ihr - heute hat sie mir aus heiterem Himmel Schreibtisch und Boden vollgekotet und uriniert, gerade heute wo ich stundenlang mit ihr geredet, sie gestreichelt, gekämmt habe. Habe sie ausgeschimpft, in den Garten getragen alles geputzt, dann hat sie 1,5 h gezittert und gebebt, jetzt schläft das wahnsinnige Tier auf meinem Schoss. Dieser Hund macht mich fertig, alles was ich gut meine nimmt Piefke mir übel. Also entweder Piefke wird netter zu mir oder sie muss eben weg, meine Neffen sind schon ganz verrückt nach der Kleinen, wünschen sich einen Hund... was soll ich machen mit Piefke?"

 

Jonny C. mit Zwergschnauzer Piefke (4 Monate alt)

Unsere Expertin: Jeder Hund ist individuell

 

Schönes Beispiel für meinen Lieblingsspruch: Jeder Hund ist anders und jeder Hund braucht eine andere Art der Erziehung.

 

Wenn Welpen lange ins Haus koten und die Plätze draußen meiden, dann hat das oftmals etwas mit einer Unsicherheit zu tun. Sie dann zu beschimpfen ist aus Hundesicht nicht verständlich. Piefke zeigt Ihnen gegenüber eine große Unsicherheit und dies wurde natürlich verstärkt durch den Klapps, den Piefke bekommen hat und vielleicht auch ein wenig durch Ihr Auftreten, welches Piefke noch mehr verunsichert.

 

Jetzt ist es wichtig, dass Sie nicht zuviel um Piefke buhlen. Geben Sie Piefke mehr Zeit. Ob Piefke netter zu Ihnen wird hängt ganz von Ihrem Verhalten ab und auf die Art und Weise, wie Sie weiter mit ihr umgehen. Nehmen Sie sich am Tag gezielt mal Zeit und versuchen Sie, Piefke zum Spielen zu motivieren, holen Sie sich Ihre Aufmerksamkeit. Es ist wichtig,  dass Sie sich nur kurze Zeit aber gezielt Piefke widmen. Viel Ansprache, viel Aufmerksamkeit, alles das, was wir so toll finden, ist für unsere Hunde nicht souverän genug. Lassen Sie Piefke die Zeit, die sie benötigt, um Ihnen das Vertrauen wieder zu geben, das für eine gute Beziehung notwendig ist.

 

Viel Erfolg mit Piefke

 

Bettina Baumgart