"Mike, ein mittelgroßer 9 Monate alter Mischling, bellt von weitem fremde Hunde an und lässt sich nur schwer beruhigen! War auch in der Hundeschule, die Trainerin meinte, dass es nur eine Phase sei und ich "AUS" sagen soll und zügig weiter gehen.
Im Freilauf ist er mit den meisten Hunden verträglich. Wie soll ich mich verhalten, bin schon ziemlich verzweifelt? Beschützerinstinkt ist es keiner, da es egal ist, wer ihn an der Leine führt, er bellt bei jedem. Manchmal bellt er auch Menschen an, die sich seiner Meinung nach komisch verhalten! Wir haben ihn mit zehn Wochen bekommen und er war von Anfang an viel mit Hunden zusammen, darum verstehe ich sein Verhalten nicht! Herzlichen Dank für ihre Antwort!"
Jasmine Z. mit Mischling Mike (1 Jahr alt)
Unsere Expertin: "Für das Bellen an der Leine gibt es verschiedene Gründe"
Hunde bellen und pöbeln an der Leine aus unterschiedlichen Gründen. Manche fühlen sich an der Leine stärker als ohne Leine, da die Besitzer noch mit dabei sind. Es gibt bei Junghunden auch die Möglichkeit, dass sie so stark ziehen und pöbeln, weil sie unbedingt zu dem anderen Hund hin möchten und mit diesem Verhalten auch schon Erfolgserlebnisse verzeichnet haben. Also steigern sie sich stärker rein und bellen mehr.
Andere reagieren aus Unsicherheit heraus. Solche Hunde haben entweder schon mal schlechte Erfahrungen an der Leine gemacht und damit meine ich nicht zwingend, dass sie gebissen wurden. Es reicht schon mal aus, dass es eine Begegnung gab, in der sie lieber mal die Flucht ergriffen hätten, es aber nicht konnten. Somit stellt die Leine für diese Hunde eine starke Einschränkung in der Bewegungsfreiheit dar. Als Resultat daraus folgt oft: Angriff ist die beste Art der Verteidigung. Lieber belle ich als Erstes und zeige dem Gegner damit, dass er nicht näher kommen braucht.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Hund eine gewisse Unsicherheit der Besitzer bei Hundebegegnungen spürt, die sich dann sofort auf ihn überträgt.
Es gilt nun mit einem Experten aus Ihrer Nähe zusammen zu arbeiten, der sich die Situationen genauestens anschaut, mit Ihnen analysiert, und somit die Beweggründe herausfindet, warum Mike so heftig reagiert. Im Anschluss erfolgt dann das notwendige Leinentraining.
Es ist nicht gesagt, dass Sie große Fehler machen oder gemacht haben. Man kommt als Besitzer sehr schnell in Situationen rein, denen man zu Beginn keine große Bedeutung zuordnet, die sich aber im Laufe der Zeit potenzieren. Je früher das Training gestartet wird, desto einfacher wird es für Sie.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Training.
Liebe Grüße,
Ihre Bettina Baumgart
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