Hunde-Sozialisierungs- und Sensibilitätsphasen

Junghunde-Sozialisierungsphasen

Nach der Welpenzeit hält sich der junge Hund für unheimlich reif und erwachsen, was er selbstverständlich in keinerlei Hinsicht ist. Um auch junge Flegel und Rabauken verstehen zu können, sollte man die Phasen der Junghundeentwicklung kennen.

Junghunde im 5. bis 6. Monat: Rudelordnungsphase

Arnold ist vorübergehend zum Biber mutiert. Er nagt alles an, was nicht bei drei auf den Regalen ist. Kein Wunder: Er ist im Zahnwechsel, das tut weh und das regt zum Kauen an. Welpenbesitzer sollten den Zahnwechsel im Auge behalten und genügend Kauartikel anbieten. 

Seine Zahnprobleme halten ihn allerdings keinesfalls davon ab, weiterhin zu sehen, ob er zum großen Häuptling taugt. Wer ihm deutlich, aber souverän und liebevoll klar macht, dass er ein toller Kerl ist, aber zum Rudelchef völlig ungeeignet, dessen Autorität wird er anerkennen und sich ihm für den Rest seines Lebens besonders eng und vertrauensvoll anschließen

Junghunde im  7.-18. Monat: Erste und zweite Pubertätsphase

Arnold platzt vor Stolz: Er kann das Bein heben wie die Großen! Mann, ist er ein toller Kerl! Seine Schwestern durchleben zur Zeit ihre erste Läufigkeit. Arnold findet sich derzeit so überwältigend, dass er überhaupt nicht einsieht, dass er auf seine Menschen hören soll. Sitz, Platz? Nie gehört!

Seine Menschen fragen sich unterdessen, warum sie je Geld in eine gute Welpengruppe und Junghundeschule investiert haben – und warum sie noch einmal überhaupt einen Hund wollten. Sie erkennen Arnold kaum wieder, aber tröstlich ist: Das geht allen anderen Junghundehaltern auch so! Und sie wissen ja, sie sind nicht alleine, und diese Phase geht auch wieder vorbei. 

Wichtig ist nur: Nerven bewahren, nicht aufgeben. Geduldig und liebevoll bleiben, aber mit absoluter Konsequenz weiter mit dem Hund arbeiten. Dann geht auch dieses Schreckensgespenst aller Hundehalter einmal vorbei.

Junghunde im 12.- 14. Monat: Geschlechtsphase

Arnold entdeckt sein Herz für die Weiblichkeit! Die riechen ja so gut! Wenn er jetzt auf Spaziergängen die Witterung einer läufigen Hündin aufnimmt, müssen seine Menschen damit rechnen, dass er, mit den Zähnen klappernd, winselnd und speichelnd vor Aufregung, sie temporär einfach vergisst und sich auf die Suche nach der holden Schönen macht.

In besonders heiklen Phasen ist eine Schleppleine sinnvoll. Über eine Kastration wegen übersteigerten Sexualtriebes sollten seine Menschen allerdings erst nachdenken, wenn die Phase beendet ist und sich seine Hormone geordnet haben – wahrscheinlich ist es danach nur noch halb so schlimm! Die Geschlechtsphase kann, je nach Rasse, etwas früher oder später einsetzen.

Junghunde ab dem 18. Monat: Endlich erwachsen!

Arnold ist erwachsen! Wenn er  kompetente, einfühlsame und konsequente Besitzer hatte, steht ihm ein wundervolles Hundeleben bevor. Aber auch der Zeitpunkt, ab dem ein Hund als körperlich und geistig erwachsen gelten kann, variiert natürlich stark von Rasse zu Rasse und Individuum zu Individuum. (je)

 

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