Vorurteile gegenüber Hunden

Geht es Hunden in der Stadt schlecht (er)?

Über das Leben von Hunden in der Stadt gibt es eine Menge Vorurteile.
Wir haben sie gesammelt und mit der Lebenswirklichkeit unserer Hunde verglichen – und kamen zu überraschenden Ergebnissen!

 

Vorurteil Nr.1 : Hunde in der Stadt – das ist doch Tierquälerei!

In der Tat: In der Stadt ist es manchmal laut. Aber zum Glück halten wir uns ja nicht ständig an Bahnhöfen und Hauptverkehrsstraßen auf, sondern laufen lieber durch grüne Parks und ruhigere Seitenstraßen. Hunde können sich an ein permanentes Hintergrundgeräusch genauso schnell gewöhnen wie wir: Sie nehmen es wahrscheinlich einfach nicht mehr wahr. Dafür müssen Stadthunde täglich mehrmals von ihren Menschen ausgeführt werden, lernen viel und kommen in Kontakt mit fremden und vertrauten Artgenossen. Das Leben eines Landhundes nimmt sich im Regelfall dagegen etwas beschaulicher aus. Wenn Sie es nicht glauben: Beobachten Sie den stundenlang angeleinten Hofhund und fahren Sie anschließend auf eine Hundewiese in der Stadt. Was meinen Sie, wer hat mehr Spaß am Leben?


Vorurteil Nr.2: Parks sind für die Menschen da, nicht für Hunde!

Wie langweilig und wenig genutzt Parks mit Hundeverbot sind, lässt sich am Beispiel Blohms Park in Hamburg- Horn beschreiben: Seit hier Hunde verboten wurden, sind auch die Jogger weniger geworden. Der Grund: Der Park ist zu manchen Zeiten menschenleer – und wer läuft schon gerne in der Dämmerung durch ein verlassenes Gehege? Hunde werden vom überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht als Bedrohung empfunden – im Gegenteil: Sie erhöhen das Sicherheitsgefühl von Spaziergängern, SeniorInnen, Müttern mit Kindern und Sportlern! Fazit: Wenn Hunde im Park fehlen, fehlt dem Park viel Leben.


Vorurteil Nr.3: Hunde sind ein Sicherheitsrisiko

Jeder Hund kann zu einem Sicherheitsrisiko werden, wenn er als Welpe nicht richtig sozialisiert wurde und dann in unerfahrene oder falsche Hände gerät. Deshalb ist ein Hundeführerschein für alle sinnvoll: Er wird das Sicherheitsgefühl der Menschen erhöhen, die keinen Hund haben und er verpflichtet Hundehalter dazu, ihren Hund gut zu erziehen. Dann können wir uns alle weitgehend sicher sein: Hunde, die frei laufen dürfen sind nachgewiesenermaßen erzogen und bleiben auch in stressigen Situationen ruhig und gelassen.


Vorurteil Nr.4: Hunde gehören aufs Land

Hunde gehören überall dorthin, wo sie von ihren Menschen geliebt und geachtet werden. Das heißt: Hunden, die sich zu einem Menschen oder einer Familie ganz und gar zugehörig fühlen und eine Ausbildung bekommen haben, ist es gleichgültig, wo sie leben. Wichtig ist, dass sie sich wichtig und anerkannt fühlen! Gerade diese Ansprüche machen das gute Zusammenleben zwischen Mensch und Hund nämlich aus: Dass sie sich (wie Menschen) mit der richtigen Anleitung in jedem Lebensumfeld zurechtfinden können und dass sie (wie Menschen) einen Job brauchen, für den sie anerkannt werden.

 

Vorurteil Nr. 5: Hunde machen Dreck

In Berlin, der Hauptstadt der Hunde, werden täglich 20.000 – 40.000 Tonnen Hundedreck produziert, je nachdem, ob man die Zahl der angemeldeten Hunde oder eine geschätzte Zahl Tiere zu Grunde legt. Dass der eigene Hund ein natürliches Bedürfnis hat, sollten wir Hundehalter deshalb immer im Auge behalten und im Fall der Fälle tatkräftig zur mitgebrachten Tüte greifen. In Hamburg kann man >>Gassi Beutel<< der Stadtreinigung kostenlos in allen Filialen der Drogeriekette >>Budnikowsky<< oder an den >>Dog Stations<< mitnehmen. Das Angebot wird genutzt: Kaum ein Hundehalter, der hier die Hinterlassenschaft seines Hundes liegen lässt. Und das aus gutem Grund: Nicht nur, dass ein Haufen auf dem Gehweg/ auf der Liegewiese kein ästhetischer Anblick ist: Man kann auch in ihn reintreten! Ab diesem Moment ist ekeliger Hundekot nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gefahr für die Gesundheit: Auf diese Weise können Würmer und Infektionskrankheiten übertragen werden. Die Erreger finden hierbei durch die Schuhe den Weg in Wohnungen. Tatsächlich sammelt die große Mehrheit der Hundehalter in Deutschland auf, was ihr Hund fallen gelassen hat. So landet die Tüte mit vielen Millionen anderer auf der Müllhalde, verursacht weiterhin Kosten, aber wenigstens keinen Ärger mehr. Aber keine Angst: Für die Beseitigung der Gassi Beutel zahlen Hundehalter in Deutschland Steuern (anders als in England oder Frankreich, wo es viel mehr Hunde gibt). Doch wie sieht es mit der Müllproduktion der Stubentiger in Deutschland aus? 7,5 Millionen von ihnen bevölkern hier die  Wohnzimmer, das sind 2,2 Millionen mehr Samtpfoten als Hunde. Zählt die Stadtreinigung auch die Tonnen Katzenstreu, die täglich in Großstädten als Müll anfallen?


Vorurteil Nr.6: Hunde sind laut

Ruhestörer gibt es in der Stadt überall, besonders unter den Menschen. Und es gibt Hunde, die nicht gelernt haben alleine zu bleiben. Deshalb nerven Sie die gesamte Nachbarschaft mit ihrem monotonen Gekläffe. Die meisten Hunde dürfen jedoch in der Stadt am Leben ihrer Menschen teilnehmen: Sie kommen mit ins Büro oder holen die Kinder vom Kindergarten ab. Alleine bleiben müssen sie nur selten und wenn ihre Menschen dieses Buch gelesen haben, werden sie gelernt haben, dass man nicht bellen muss, damit der Rest des Rudels wiederkommt. Er kommt wieder, ganz sicher. Diese Hunde nutzen die Ruhe deshalb für ein Schläfchen. Das Problem ist nur: Schlafende Hunde hört man nicht. Und deshalb weiß keiner, wie viel ruhiger als Menschen Hunde in der Stadt sind.

 

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