Ballaballa? Plemplem? Gaga? Irre?

Am Freitag, den 25. Januar 2008 hat Michael Grewe in Brietlingen bei Lüneburg einen Vortrag zum Thema „Spielen“ gehalten. Essenz: Wir sollten mehr, richtig, früh, vor allen Dingen körperlich mit Hunden spielen – und viele Verhaltens- und Erziehungsprobleme würden nie entstehen.

 

Eine Zusammenfassung von Kate Kitchenham (im Bild mit Hündin 'Erna')

Spielen - was gibt es leichteres als das? Ein Kinderspiel! Sollte man meinen.  Tatsächlich gehen gerade in der Welt der Hundeexperten die Meinungen weit auseinander, wann, wer und wie am besten gespielt wird.
Grundsätzlich gilt, so Michael Grewe: „Spielen ist für Welpen und Kinder die lehrreichste Art, ihre Welt zu erfahren!“

 

Spielen als Basis für Bindung und erste Erziehung

 

Außerdem  können wir das Spiel mit  Welpen gezielt nutzen, um wichtige soziale Fähigkeiten zu schulen:

 

  • Bindung. Spielen bindet! Man braucht weder Futter noch sonstiges Equipment, um eine tiefe Bindung zu seinem Welpen herzustellen. Alleine über das Spiel können wir unserem Hund viel bieten: Er bekommt die Gelegenheit, uns und sich selbst kennen zu lernen! Das gleiche gilt übrigens für uns: Wenn wir viel mit unserem Hundekind spielen, lernen auch wir dieses einzigartige Individuum mit seinen Stärken und Schwächen schnell besser kennen - und lieben.
  • Kontrolle. Ganz nebenbei können wir im Spielen grundlegende soziale Aspekte mit dem Welpen trainieren: Zum Beispiel, wie hart man in Menschenhände beißen darf. Michael Grewe: „Indem wir im Spiel das Beißen provozieren, kann der Hund lernen es zu kontrollieren.“ Nicht anders lernen Hunde untereinander. Doch leider trauen sich Menschen heutzutage kaum noch, mit ihrem Hund körperlich zu spielen: „Alles Körperliche ist verpönt - leider! Denn keine andere soziale Kommunikation versteht ein Hund besser,“ so der Canidenexperte.
  • Erziehung. Ganz nebenbei kann man nämlich in der schönsten Rangelei erste, durch das Spiel positiv besetzte Begriffe (Fein! Gut! Toller Hund!) und Grenzen (Abbruchsignale) etablieren (Menschenhaut ist empfindlicher als Hundefell/anspringen, in Hosenbeine beißen ist nicht erwünscht).
  • Frustrationstoleranz. Spielen, z.B. mit einem Objekt, ist gut geeignet, um die Frustrationstoleranz (man kann leider nicht immer gewinnen!) zu schulen.

Richtiges Objektspiel

 

Allerdings muss besonders das Spielen mit Bällen mit Bedacht vorgenommen werden, so Grewe: „Nichts gegen den Ball. Aber wie er zur Zeit in vielen Welpenschulen eingesetzt wird, ist für die weitere Entwicklung von Hunden schädlich.“ Als Beispiele nennt er die Rassen Border Collie, Terrier, Malinois: Bei vielen Rassen fördert das Jagdspiel mit dem Ball viel zu früh in der Entwicklung eine einseitige Konditionierung auf ein fliehendes Objekt. Die Folge: Im Organismus des Welpen werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die selbstbelohnend sind. So werden Hunde schon als Welpen einseitig auf eine Beschäftigung konditioniert, sind voll mit Ball und haben viel zu wenig Blick übrig für den überaus wichtigen Rest der aufregenden Hundewelt.

 

Das ist gefährlich, denn diese Welpen verpassen viel: „Bei Welpen ist der Kopf voll mit Verhalten, das sortiert werden muss! Sortiert wird aber über spielen. Durfte man als Welpe viel und abwechslungsreich spielen, weiß man als erwachsener Hund, was man wann wie macht.“

 

Hier geht es weiter: Früh übt sich...

 

Die 3 Teile des Spiele-Vortrags:

 

1.Teil: Ballaballa? Plemplem? Gaga? Irre?

2.Teil: Früh übt sich...

3.Teil: ..., was ein Großer werden will.

 

 

Meghr Infos zum Thema: Hundebeschäftigung auf vox.de

 

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