Körpersprache zwischen Mensch und Hund

Ein wichtiger Bestandteil der Hundeerziehung

Ungefähr 95 Prozent der Probleme zwischen Hunden und ihren Besitzern entstehen durch eine falsche Kommunikation. Das ist auch wenig verwunderlich: Unsere Vierbeiner kommunizieren untereinander fast vollständig mit ihrer Körpersprache und der Mimik.

Auch die Körpersprache ihres Besitzers analysieren sie permanent und können so erkennen, ob sie gut oder schlecht gelaunt sind. Es reicht also nicht, die Stimme zu verstellen, um einen Hund zu täuschen. Auf diese Weise merken Hunde auch, wenn ein Mensch unsicher ist oder sogar Angst vor ihnen hat, was für die Hundeerziehung schlimme Folgen haben kann: Unter Umständen nimmt Ihr Hund Sie nicht richtig ernst oder versucht, Sie zu dominieren, weil er Ihre Unsicherheit spürt. Wenn Sie Ihrem Vierbeiner Tricks oder einfach nur die grundlegenden Benimmregeln für die Stadt beibringen möchten, sollten Sie in erster Linie auf zwei Dinge achten: Zum einen sollten Sie die Körpersprache Ihres Hundes ständig beobachten und auch richtig deuten können. Und zum anderen ist es wichtig, dass Sie Ihre eigene Körpersprache gezielt einsetzen, um mit dem Hund zu kommunizieren.

Schritt 1: Lernen Sie, Ihren Hund zu verstehen

Als Besitzer sollten Sie die Körpersprache des eigenen Hundes verstehen und deuten können. Andernfalls wissen Sie nicht, ob er Ihnen auf der Nase herumtanzt oder ob Sie ihn vielleicht sogar verunsichern oder ängstigen. Auch Hunde sind laut purina.de in der Lage gegenüber seinem Herrchen eine tiefe Zuneigung zu empfinden und grundlegende Emotionen wie Freude, Verunsicherung, Traurigkeit, Angst oder Frustration zu spüren. Mit seiner Körpersprache zeigt er dabei meist deutlich, wie er sich gerade fühlt:

Freudig: Seine Augen blicken sanft, seine Lippen sind entspannt und locker und seine Zunge zeigt sich leicht. Zudem hechelt er gleichmäßig und der Schwanz schwingt auf mittlerer Höhe locker hin und her. Ein energisches Wedeln deutet auf große Freude hin.

Verunsichert: Der Vierbeiner reißt die Augen weit auf oder kneift sie zusammen, er vermeidet Augenkontakt und zeigt Falten auf der Stirn. Sein Schwanz steht still und er nimmt eine leicht geneigte Stellung ein.

Ängstlich: Häufig duckt sich der Hund und macht sich ganz klein, manchmal steht er absolut still, oftmals bellt und knurrt er. Ängstliche Hunde legen nicht selten die Ohren flach an und klemmen den Schwanz zwischen den Beinen ein.

Wütend: Ein wütender Hund hingegen will größer wirken, als er ist, er steht steif und aufrecht und stellt sein Fell auf. Mit seinen Augen fixiert er sein Gegenüber, ohne dabei zu blinzeln, und er verlagert sein Gewicht nach vorn. Meist knurrt er bedrohlich oder zeigt seine Zähne.

Erst, wenn Sie wissen, welches Verhalten und welche Emotionen Ihr Hund mit seiner Körpersprache ausdrückt, können Sie entsprechend reagieren. Das ist beim täglichen Umgang mit dem Vierbeiner sehr wichtig, damit Sie Ihren verunsicherten oder ängstlichen Hund beruhigen, die Freude Ihres glücklichen Hundes teilen und einem wütenden Hund aus dem Weg gehen können. 

Schritt 2: Verhalten Sie sich so, dass Ihr Hund Sie versteht

Von ebenso hoher Bedeutung ist aber auch, dass Sie mit Ihrem Hund so sprechen, dass er Sie versteht – also weniger mit Worten, sondern vielmehr mit Ihrer Körpersprache. Hundebesitzer, die nicht wissen, wie ihre Körpersignale auf den Vierbeiner wirken, machen oft ganz typische Fehler: Sie bleiben steif stehen und starren den Hund an, weil sie Angst vor ihm haben, anstatt den Blick demütig abzuwenden. Dann sieht er den Menschen erst recht als Bedrohung. Viele möchten dem Hund etwas Gutes tun und beugen sich über ihn, um seinen Kopf zu streicheln. Auch das wird von Hunden nicht selten als Bedrohung empfunden. Besser ist es, auf die Knie zu gehen und seine Brust zu kraulen.

Wer sich noch nie damit beschäftigt hat, wie die eigene Körpersprache auf den Hund wirkt, sendet wahrscheinlich permanent verwirrende Signale. Das gilt es zu vermeiden, wenn Sie eine gute Bindung zu Ihrem Hund aufbauen möchten, denn so entstehen Missverständnisse. Unter Umständen verteidigt sich der Hund, obwohl Sie ihm gar nichts Böses wollten, weil er sich provoziert fühlte. Dadurch kann die Mensch-Hund-Bindung dauerhaft geschädigt werden.

Grundsätzlich ist es ratsam, bei der Erziehung des Hundes mit Handzeichen zu arbeiten. Wenn Sie sich nur auf die Stimme verlassen, transportieren Sie unbewusst Emotionen oder Stimmungen, die Ihren Vierbeiner verwirren. Handzeichen sind eindeutiger, sofern jedes Zeichen immer genau eine Bedeutung hat. Es darf sich dann nicht mehr verändern. So kann ein erhobener Zeigefinger für „Achtung“ stehen, während Sie Ihren Hund mit einem zum Boden zeigenden Finger zum „Sitz“ auffordern. Das Zeichen für „Aus“ lässt sich durch eine nach vorne gerichtete Handfläche darstellen. Nutzen Sie die Sprachkommandos weiterhin und achten Sie dabei auf eine neutrale Stimme. Das ist von Vorteil, damit der Vierbeiner auch dann noch auf Ihre Kommandos hört, wenn er gerade nicht in Sichtweite ist.

Bildquelle:

fotolia.com Bild 1 Erik Lam; Bild 2 Boggy

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