Unser Training mit Anjela Daedler

Individueller Workshop beim Jagdhundecoach

Es ist schön, sie so im Wald zu sehen. Denn Laila ist eine leidenschaftliche Entdeckerin. Und auch Jägerin. Schnell, vorausschauend und zielstrebig. In einem Rudel in der freien Natur würde die Husky-Dame ein abenteuer- und abwechslungsreiches Leben genießen. Gemeinsam mit mir soll sie das auch in der Großstadt haben. Doch das bedeutet Arbeit. Schließlich ist ihr Stadtleben voller Reize. Andere Reize. Sehr interessante Reize. Wildlebende Kaninchen am Hafen, Katzen auf Straßenpatrouille, Eichhörnchen im Park oder Mäuse in Tiefgaragen.

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Laila sieht sie alle. Ich oft erst viele Augenblicke später. Und manchmal dauert mein Augenblick zu lange. Sie ist da schon längst unterwegs. Ungeachtet von Autos und anderen Widrigkeiten im Stadtdschungel. Meist beendete die Leine  - je nach Ausführung  - innerhalb von zwei oder zehn Metern den Kurzausflug. Doch ohne Leine wäre die Dame dort, wo ich sie ungern haben wollte. Nämlich weg. Das sind diese Momente zwischen sprunghaft erhöhtem Pulsschlag und sich steigernder Hilflosigkeit – bei mir. Das soll sich ändern. Laila und ich besuchen Jagdhunde-Coach Anjela Daedler. Eine Autostunde von der Stadt Hamburg entfernt, rein in andere Welt.

Ein ehemaliger Bauernhof, sehr abgelegen. Ein Paradies für Puten und Pfauen, Hühner, Katzen, Hunde, die dort gemeinsam leben. Umgeben von weiten Feldern und dichtem Wald. Wir Stadtlebewesen mittendrin. Laila liebt es von der ersten Sekunde. An der Leine aus dem Auto, Auge in Auge mit vermeintlich neuer Beute. Einige Momente sitzt sie still, läßt alle Eindrücke auf sich wirken. Dann das freundliche Hallo von Anjela Daedler, mit der wir nun den Tag verbringen werden. Ein Intensiv-Training.

Ruhig und herzlich ist die Trainerin, während wir nach einer ersten Schnupperrunde um ihr Haus in einer historischen Wohnstube sitzen. Sehr entspannt verläuft auch die Begrüßung der beiden Vizsla-Hündinnen, die hier das Sagen haben. „Das sind meine Coaching-Assistentinnen“, sagt Anjela Daedler, während sie zuhört und Details zu Laila notiert, „Die beiden werden uns später begleiten“. Doch zunächst sind noch ein paar Punkte dran, die zur Sprache kommen: Lailas Verhalten zu Hause, in der Stadt und der Natur, Begegnungen mit Menschen, Artgenossen und anderen Tieren, Ängste oder Unsicherheiten (beim Hund wie auch seinen Menschen), Krankheiten und Ernährung, Alltagsabläufe und Ziele. Es ist ein wenig wie die Anamnese beim Arzt. Ein vertrauensvolles Gespräch, um ein individuelles Gesamtbild zu erhalten. Nur ist die Atmosphäre bei Anjela Daedler deutlich schöner als beim Arzt.

Doch auch für ihre Arbeit sind Informationen wesentlich: „Einer der wichtigsten Punkte meiner Arbeit ist Vertrauen. Es beginnt mit diesem ersten Gespräch. Das Gesamtbild des Miteinanders von Tier und Mensch hängt von vielen unterschiedlichen Details ab, die man mir gibt. Umso besser kann ich dann individuelle Lösungen und Wege dahin aufzeigen.“
 
Ausgefragt fühle ich mich danach nicht. Eher bin ich erstaunt, was Anjela Daedler auch ohne zusätzliche Informationen weiß und auf den Punkt bringt: „Jeder Hund hat nun einmal seinen eigenen Charakter. Den kann man durch viele Kleinigkeiten lesen. So simpel es klingt: Da ist die Grundlage dafür, seinen Hund besser zu verstehen. Es geht ja um ein gemeinsames Lernen, das Hund und Mensch gleichermaßen Freude und Erfolgserlebnisse bringt.“

Es geht raus. Drei Hunde, ein Coach und ich, der sehr gespannt ist, wie die nächsten Stunden verlaufen werden. Anjela Daedler beschreibt kurz die Route, die unter anderen auch durch einen Wald führen wird. Eine Sache ist ihr dabei wichtig: „Mit der Forst wie auch den Jagdpächtern ist meine Arbeitsweise hier abgesprochen. Sie wissen, dass ich mit Respekt und Verantwortung in diesem Lebensraum arbeite. Und dies auch meinen Kunden vermittle.“

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Dann zeigt sie mir, wie man die Schleppleine richtig einsetzt. Auch die Hornpfeife, die ich zum Intensivtraining mitbringen sollte: „Nutze den Moment, kurz bevor die Leine sich spannt. Nicht erst, wenn das Ende erreicht ist. Und vergiss nicht: Dein Hund lernt schneller als Du.“ Wir haben Glück. Laila und ich lernen offenbar beide schnell. Nach einigen Probeläufen funktioniert es schon recht gut. Wenn sie nach vorn stürmt und das Ende der Leine fast erreicht ist, rufe ich „Langsam“. Laila wird tatsächlich langsamer, blickt zu mir. Noch ein paar Male und einige hundert Meter später haben wir es drauf. Zumindest für diesen Moment.

Die ersten Erfolgsmomente schaffen Entspannung. Und Einsicht. Dass es einen Radius gibt, in dem man sich gut bewegen kann. Und eine Grenze, die Laila nicht überschreiten soll. Ich fühle mich nicht mehr ganz so sonderbar mit Schleppleine und Pfeife im Wald. Anjela Daedler erklärt, was nun folgt: „Sie hat jetzt Zeit gehabt, sich relativ frei zu bewegen, zu schauen, zu erkunden, Spaß zu haben. Jetzt können wir was Neues üben.“

Laila soll sich auf den Waldweg hinsetzen. Abwarten, bis wir Menschen einige Schritte weitergegangen sind. Dann auf einen Pfiff zu mir kommen. Die Schleppleine bleibt noch dran, liegt aber auf dem Boden.  Laila sitzt und wartet. Der Mensch geht. Pfiff kommt. Hund auch. Klappt gut. Sie hat es auf Anhieb verstanden - ich habe jedoch etwas vergessen, erinnert mich der Coach: „Loben, wenn sie zu Dir kommt. Freude ist ein großer Motivator. Anhand Deiner Tonlage hört sie stets, wie Deine Stimmung ist. Daher bringt es auch herzlich wenig, wenn man laut und vor allem aufgeregt brüllt, falls sie weg ist. Die Pfeife hilft hier. “

Etwa eine Stunde ist vorbei. Auf einer Lichtung teilt mir Anjela Daedler ihre bisherigen Beobachtungen mit. Die Bindung zwischen Laila und mir sei gut, sie achte darauf, wie und wohin ich mich bewege: „Sie will eigentlich gar nicht alleine ohne Dich unterwegs sein.“ Manchmal ist solch eine Außensicht sehr hilfreich. Bislang hatte ich sehr stark den Eindruck, dass die Husky-Dame in manchen Moment sehr gern ohne mich allein unterwegs ist. Wobei wir zum Thema kommen: Laila inmitten des verführerischen Waldes von der Leine zu lassen. Ich zögere, der Coach ist dagegen überzeugt: „Die Verbindung zwischen Euch ist gut. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, den Hund überhaupt von der Leine zu lassen. Du kannst sie jetzt ableinen und laufen lassen. Wir gehen währenddessen einfach weiter.“

Laila leinenlos im Wald? Die kommt, wenn man es wünscht? Klingt theoretisch super. Ich habe irgendwie andere Bilder im Kopf. Von einer begeisterten Husky-Dame, die sich mindestens die nächste halbe Stunde aus dem Staub macht oder mit einem Waldbewohner in der Schnauze wieder auftaucht. Gemeinsam mit den beiden Vizsla-Waldprofi-Coaching-Assistentinnen macht sich Laila aus dem Staub. Die drei erkunden Büsche, Bäume, Boden – und sind schnell außer Sichtweite. Nach einer gefühlten Ewigkeit, die tatsächlich vielleicht 90 Sekunden beträgt, soll ich pfeifen und ihren Namen rufen. Mach ich. Warte. Und da ist sie. Laila taucht hinter einem Baum auf, läuft auf uns zu. Freudig – und ohne Waldbewohner in der Husky-Schnauze.

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Wir wiederholen das, bis ich es verstanden habe. Ableinen, weitergehen, ein Pfiff, ein Ruf, weitergehen. Kurzes Hallo. Und Laila gleich wieder loslaufen lassen. „Du definierst ihren Freiraum. Sie hat das bereits gut verinnerlicht, ist aufmerksam – in Deine Richtung. Nicht Du achtest, wo sie gerade ist. Sondern sie, wo Du gerade bist. Das ist eine wichtige Grundlage. Für euch beide“, sagt Anjela Daedler, während wir immer neue Varianten durchspielen. Und mit jedem Mal wächst es - das Vertrauen.

An einem kleinen idyllischen See gibt es eine Pause. Die Hunde haben Spaß am Wasser, ich bekomme Coach-Tipps für die Stadt: In kleinen Schritten kontinuierlich arbeiten. Vertrauen in unterschiedlichen Situationen stärken. Und nicht übertreiben. „Entscheidend ist, was Du möchtest. Soll sie ohne Leine neben dir an einer Ampel sitzen und geht es darum, dass sie auch in heiklen Situationen abrufbar ist, den Weg zu Dir sucht?“ Nach fast vier Stunden in der Natur geht es zurück. Auf den Hof, mit all den anderen Tieren. Die faszinieren Laila zwar immer noch - wichtiger ist ihr allerdings, wo ich gerade bin. Und wo der ideale Ruheplatz ist, nach den vielen neuen guten Eindrücken.

Ein schöner und intensiver Tag. Zum Abschluss spricht Anjela Daedler noch einmal alle relevanten Punkte an. Details, die ihr während der letzten Stunden auffielen. Klar und dabei offen für jede Frage. Sie zeigt unsere Stärken auf und auch, was man noch in der Kommunikation verbessern kann. Dazu wertvolle Vorschläge für Gesundheit und Ernährung. Mit viel Erfahrung und Wissen, gut verständlich, den individuellen Gewohnheiten und Abläufen angepasst. Und das nicht nur im Wald, sondern auch inmitten der Stadt. Denn auf Wunsch gibt es auch Individual-Kurse für Hund und Halter im jeweiligen Alltagsumfeld.

Wir haben viel von Coach Anjela Deadler und ihren beiden vierbeinigen Assistentinnen gelernt, merken es in vielen Momenten. Schritt für Schritt. Wir werden sie bald wieder besuchen. Zum nächsten Individual-Workshop beim Jagdhundecoach. Dort im Paradies.

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So arbeitet Jagdhunde-Coach Anjela Daedler:

• Grundlage  jeder Zusammenarbeit ist eine funktionierende Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen

• Voraussetzungen einer Kommunikation zwischen Halter und Hund sind Vertrauen und Respekt

• Die Ursache vieler Missverständnisse in der Kommunikation mit dem     Hund sind häufig unsere eigenen Emotionen

• Ziel ist es, dass der Hund auf den Halter achtet -  nicht umgekehrt

Kontakt:

Anjela Daedler – Jagdhundecoach für Nichtjäger

Internet:    www.jagdhundecoach.de
E-Mail:       info@jagdhundecoach.de
Telefon:     0171 7713156

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