Hunde und Silvester - Teil 2

Angst bei Hunden sollte immer ernst genommen werden

Hunde können mit Tropfen beruhigt werden -  im Gegensatz dazu sollten Hundehalter auf feucht-fröhliche Tropfen an Silvester lieber weitestgehend verzichten, auch wenn es schwer fällt. Nur, wer einen klaren Kopf hat, kann wirklich einschätzen, wie es seinem Hund geht - und seiner Verantwortung gerecht werden.

Zudem finden viele Hunde alkoholisierte Menschen nicht besonders vertrauenswürdig und fühlen sich von ihnen eher verunsichert. Denn Hunde nehmen kleinste Verhaltensänderungen wahr. Wenn wir uns noch für nüchtern halten, bemerken sie bereits erste, alkoholbedingte Veränderungen an unseren Bewegungen - und werden nervös. Wer an Silvester unbeschwert feiern und trotzdem für seinen besten Freund da sein möchte, sollte sich mit leckeren alkoholfreien Cocktails vergnügen.

Am Silvesterabend selbst spitzt sich die Situation meist zu: Die Knallerei erreicht ihren Höhepunkt. Nur wenige Hunde lässt das wirklich kalt. Ein Universalrezept gegen die akute Angst gibt es leider nicht. Hunden, die Anzeichen von Stress zeigen, sollte jetzt eine Rückzugsmöglichkeit geboten werden. Viele Hunde fühlen sich in einer höhlenartigen Transportbox sehr sicher, wenn sie schonend daran gewöhnt wurden. Ein abgedunkelter Raum mit einer Versteckmöglichkeit ist ebenfalls eine sinnvolle Möglichkeit.

Tatsächlich haben Verhaltensforscher festgestellt, dass das vorrübergehende Unterbringen in einem sehr kleinen, abgedunkelten Zimmer - das darf durchaus auch das Bad sein - den Hund beruhigt. Ob die Anwesenheit seines Menschen dabei hilfreich ist, oder den Hund eher nervös macht, kann dabei individuell unterschiedlich sein. Oft kann ist es hilfreich, wenn die Knallerei in bekannten Geräuschen untergeht – das Radio oder der Fernseher, die lauter als gewöhnlich laufen, können hier gute Dienste leisten. Wichtig: Der Hund sollte bereits in seinen "sicheren Raum" gebracht werden, wenn er noch entspannt ist. Ängstigt er sich bereits, verknüpft er seine Ängste möglicherweise mit dem dunklen Raum - und meidet ihn künftig lieber, statt ihn als sicher zu empfinden.

Hunde sollten an Silvester nicht alleine bleiben

Auch hier gilt wiederum: Ein ängstlicher Hund sollte natürlich nicht durch übertrieben mitleidsvolle Gesten in seiner Furcht bestätigt werden. Trotzdem sollte ihm mit sanftem Verständnis und mit souveräner Einfühlsamkeit begegnet werden. Sucht er nach Nähe, Körperkontakt und Trost, so gewährt ihm das und geht auf seine Bedürfnisse ein.

Wichtig ist für jeden Hund, dass seine Bezugspersonen in dieser Zeit bei ihm sind. Einen Hund an Silvester ganz alleine zu lassen, ist niemals eine gute Idee, denn ob er sich fürchten wird, kann nicht vorhergesagt werden – auch bislang sehr sichere Hunde können auf einmal große Angst entwickeln, wenn ein Böller in der Nähe hochgeht und ihre Bezugsperson nicht anwesend ist.

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Ist ein Angsttrauma erst einmal entstanden, ist ein regelmäßiges, gezieltes Training notwendig. Über das ganze Jahr verteilt muss die die Vertrauensbeziehung zu seinem Menschen gezielt gestärkt werden, denn fast jede Angsterfahrung ist mit einem Vertrauensverlust verbunden. Ist die Beziehung stabil, kann die langsame, systematische Desensibilisierung beginnen und neue, positive Verknüpfungen können erstellt werden.

Angst bei Hunden immer ernst nehmen

Angst bei Hunden ist ein hochkomplexes Thema, das man auf jeden Fall ernst nehmen und nicht erst wieder am nächsten Silvester auspacken sollte. Ein kompetenter Hundetrainer kann dabei helfen, dem Hund die Angst zu nehmen und ihm damit wieder mehr Lebensqualität zu schenken. Mit naturheilkundlichen Mitteln wie Bachblüten für Tiere oder Nahrungsergänzungsmitteln gegen Stress kann dem Hund zusätzlich dabei geholfen werden, entspannt zu bleiben. Hundehalter sollten ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker hier rechtzeitig vor den Feiertagen auf unterstützende, sanfte Mittel ansprechen.

Ein angstfreier Hund kann die Silvesterfeier dann sogar richtig angenehm finden. Manche Hunde stehen mit ihren Besitzern am Fenster und schauen sich interessiert die bunten Lichter an oder gehen sogar auf mitternächtliche Neujahrsspaziergänge im dunklen Feld. Das ist für Hund und Halter ein wundervolles Erlebnis, das alle Mühe wert ist. zurück

 

Wir wünschen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr!

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