Hund und Dunkelheit

Mit dem Hund sicher durch die Finsternis

Die Dunkelheit – seit Menschengedenken mystifizieren wir sie, meiden sie, misstrauen ihr und verklären sie doch in Gedichten und Liedtexten. In dieser Jahreszeit ist sie nun fast allgegenwärtig. Die Wintermonate halten schon genug Verdrießlichkeiten für Hundehalter bereit. Wir sagen Ihnen, was Sie tun können, damit Ihr Spaziergang nicht dazu gehört. Denn wenn die Sonne untergeht, hat Sicherheit oberste Priorität.

 

Marley und ich" von John Grogan - Das Hundebuch bietet große Unterhaltung für Labrador- und Hundeliebhaber.

Während sich die meisten Menschen gemütlich zu Hause einmummeln, stapfen unerschrockene Hundehalter an heimelig erleuchteten Fenstern vorbei in den spät anbrechenden Morgen oder in die früh hereinbrechende Nacht. Viele Hundehalter beklagen sich dabei über die rätselhafte Unsicherheit ihres vierbeinigen Freundes im Dunkeln – da wird plötzlich jedes Rascheln im Gras verbellt und wie Bolle an der Leine gezerrt, wo der Vierbeiner sich sonst souverän und gelassen bewegt.

 

Hunde haben ein begnadetes Nachtsichtvermögen

 

Ob die wilden Vorfahren unserer Haushunde auch nach Sonnenuntergang lieber in ihren vier Wänden blieben? Wozu hätte die Evolution ihnen und auch unseren Hunden dann ein begnadetes Nachtsichtvermögen beschert? Eine reflektierende Schicht im Augen-Hintergrund, das sogenannte Tapetum ludicum, ermöglicht es ihnen nämlich, auch bei Dunkelheit prima zu sehen. Sein exzellenter Hör- und Geruchssinn, mit denen er sich noch weitaus mehr orientiert, sind erst recht nicht getrübt. Dasselbe gilt allerdings auch für seine feinen Antennen für menschliche Stimmungen!

 

Mit Welpen im Dunkeln spazierengehen

 

Wer sich selbst gelassen durch die Dunkelheit bewegt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch einen entspannten vierbeinigen Begleiter neben sich haben. Unsicherheit dagegen wirkt rasch ansteckend. Den Grundstein sollte man so früh wie möglich legen: In der Prägephasen sollten Welpen – auch solche, die im Sommer geboren sind - regelmäßig kleine Spaziergänge im Dunkeln unternehmen, um wie ihre wilden Vorfahren zu lernen, dass die Welt vielleicht ein bisschen anders aussieht und die Menschen sich vielleicht ein bisschen komisch verhalten, aber keine Monsterattacken zu befürchten sind.

 

Dunkelheit bedeutet: An feste Regeln halten

 

Damit es zu negativen Erlebnissen in der Dunkelheit erst gar nicht kommt, sollten von vornherein feste Regeln gelten – auch für sonst eher liberale Mensch-Hund-Teams. Leinen los sollte es nach Einbruch der Dunkelheit nur für Hunde heißen, deren Kooperationsbereitschaft nicht tagesformabhängig ist und die keine Jagd - Ambitionen haben – oder haben Sie Lust auf eine ausgedehnte Nachtwanderung im stockdüsteren Wald, weil ein argloser Hase ihren Begleiter zu sportlichen Höchstleistungen motiviert hat? Eine Schleppleine kann hier gute Dienste leisten und dem Hund dennoch eine gewisse Bewegungsfreiheit ermöglichen.

 

In der Stadt und an Straßen sollten Hunde prinzipiell an der kurzen Leine geführt werden, um Begegnungen der unerwünschten Art zu vermeiden. Flexi-Leinen, deren dünne, ausziehbare Schnur im Dunkeln so gut wie unsichtbar ist, sollten besser zu Hause gelassen werden – Jogger und Radfahrer werden sich über ihre heilen Knochen freuen! Auch Drahtesel und Hund sind ohne Sonnenlicht ein heikles Gespann – während Sie sich noch pedalentretend fragen, ob sich da vorne nicht etwas bewegt hatte, haben sich Passanten vor Ihrem Hundevehikel vielleicht schon im Straßengraben in Sicherheit gebracht. Kommen Sie auf der Radtour unvermutet in die Dunkelheit, sollten Sie absteigen und schieben.

 

Erziehung macht sich im Dunkeln bezahlt

 

Gute Manieren sind im Dunkeln ein echter Lichtblick und machen es allen leichter. Lassen Sie Ihren Hund auf Bürgersteigen am Besten dicht neben sich gehen, so haben Sie ihn am besten unter Kontrolle. Auf perfektes Bei-Fuß-Gehen mit Blickkontakt sollten sie aber verzichten, da sie so das Sichtfeld ihres Hundes stark einschränken und ihn eher verunsichern. Auf Straßen ohne Bürgersteig ist es ratsam, sich entgegen der Fahrtrichtung zu bewegen und den Hund auf der von der Fahrbahn abgewandten Seite gehen zu lassen.  Achten Sie vor Straßenüberquerungen darauf, dass Ihr Begleiter auf dem Bürgersteig anhält und nicht einfach voraus stürmt. Gut erzogene Hunde setzen sich beim Stopp am Straßenrand ruhig hin und warten auf ein Zeichen, bevor sie
losgehen.

 

Lesen Sie weiter: Hund und Dunkelheit Teil 2

 

Mehr Infos zum Thema auf wikipedia.de

 

 

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