Der Hund am Fahrrad

Ersteinmal - Trockenübungen

 

Beim ersten Training: Fahrrad schieben!

 

Bei Eurem ersten Fahrrad-Training mit Hund solltet Ihr darauf verzichten, sich in den Sattel zu schwingen. Eure Ausgangsposition: Rechts von Euch das Fahrrad, rechts vom Fahrrad Euer Hund, der sich schon ein wenig ausgetobt und natürlich gelöst hat und nun brav an einer Ein-Meter-Leine sitzt und darauf wartet, was es Spannendes gibt. Auf Euer Kommando setzen alle drei – Ihr, das Rad und der Hund – sich in Bewegung. Schiebt das Fahrrad, baut Richtungswechsel und Kurven ein, variiert das Tempo ein wenig. Die Aufgabe Eures Hundes ist, immer auf derselben Höhe zu bleiben, nämlich auf Höhe des Sattels. Wenn Ihr anhaltet, sollte Euer Hund sich hinsetzen und brav abwarten. Erst wenn diese Übung sitzt, solltet Ihr in die Pedale treten.

 

Erst fit werden – dann auf die Straße

 

Für die ersten Versuche mit dem fahrenden Rad wählt Ihr am Besten einen ruhigen Spazierweg oder Feldweg ohne Verkehr und viele Menschen. Wiederholt die erste Übung, nur dass Ihr nun im Sattel sitzt. Trainiert auch Ausweichmanöver, damit Euer Hund lernt, dass Ihr bei entgegenkommenden Passanten einen Bogen fahren werden und er zu Euch aufschließen soll.

Es kann praktisch sein, den Hund auf die Fahrradklingel zu konditionieren: Ertönt diese, soll er nah am Fahrrad laufen, ganz gleich, ob er vorher angeleint war oder frei laufen durfte. Erst wenn Ihr feststellt, dass Euer Hund willig auch unter Ablenkung am Fahrrad läuft, seid Ihr reif für die Straße.

 

Hund am Mofa ist tabu!

 

Die Straßenverkehrsordnung hat übrigens gegen den Hund am Fahrrad nichts einzuwenden, solange er nicht zum Verkehrshindernis wird und sein Mitführen als tierschutzgerecht zu bezeichnen ist. Leider sieht man viel zu häufig völlig überforderte Hunde, die mühsam neben ihrem munter radelnden Herrchen oder Frauchen herhecheln, oder gar Hunde, die auf der dem Verkehr zugewandten Seite des Rads laufen und Autofahrer zu nervösen Ausweichmanövern zwingen – das ist weder verkehrs- noch tierschutzgerecht. Nebenherlaufenlassen des Hundes an einem motorisierten Fahrzeug ist übrigens verboten. Der Hund am Mofa ist also tabu!

 

Bei Hitze oder Schwüle besser kein Fahrrad-Laufen mit Hund

 

Wenn Ihr euch nach Eurem Fahrradtraining zu einem echten Radler-Hund gratulieren könnt, steht dem gemeinsamen Ausflug eigentlich nichts mehr im Weg. Damit für Euren Vierbeiner aus der Radtour keine Tortour wird, gilt es, einige Dinge zu beachten. Am Rad laufen ist für den Hund anstrengend und belastet den Kreislauf. Deshalb solltet Ihr bei sehr hohen Temperaturen oder starker Schwüle lieber darauf verzichten.

Hundepfoten schonen - geeigneten Untergrund wählen

 

Auch weite Strecken nur über Teer oder Asphalt tun dem Bewegungsapparat und den Pfoten des Hundes nicht gut. Ihr könnt ihn an das Tragen von Hundeschuhen gewöhnen: So werden seine Pfoten nicht über die Maßen beansprucht und auch vor Rollsplitt oder Glassplittern auf dem Boden geschützt.

Trotzdem ist es angenehmer, wenn Ihr vermehrt über weichere Untergründe und wenig befahrene Straßen radeln – plant die Tour also am Besten schon im Voraus und sucht Euch die besten Wege und Rastplätze heraus. Spezielle Wander- oder Radwanderkarten können sehr hilfreich sein.

 

Dichter Straßenverkehr: Risiken für Hund und Halter

 

Auch dichten Straßenverkehr solltet Ihr möglichst meiden. Er ist für Radfahrer und Hund gleichermaßen anstrengend und birgt die größten Unfallrisiken. Die Abgase wirken sich auf Euren Hund nicht gerade wie eine Freiluftkur aus. Im Extremfall kann sich der Hund, der nunmal die Luft aus tieferen Regionen atmet als wir, sogar eine Abgasvergiftung einfangen.

Legt viele kleine Pausen ein, damit Euer Hund auch einmal ausgiebig schnüffeln und sich lösen kann. Nur laufen befriedigt die wenigsten Hunde. Hunde-Wasser für unterwegs sollte natürlich immer mit dabei sein. Für den Notfall packt Ihr am Besten auch direkt einen Erste-Hilfe-Kasten mit ein. So seid Ihr für alle Eventualitäten gerüstet und könnt Euren Radausflug mit Hund in vollen Zügen genießen.

 

Hunde-Anhänger für Mammuttouren

 

Besonders leidenschaftliche Radwanderer mit einer Vorliebe für Mammuttouren sollten sich über die Anschaffung eines Fahrrad-Anhängers für ihren Vierbeiner Gedanken machen. So kann der Hund immer mit dabei sein, aber zwischendurch auch mal pausieren und bequem chauffiert werden.

Auch für größere, ältere Hunde ist das eine Möglichkeit, nicht Zuhause bleiben zu müssen. Achtet aber bei der Anschaffung darauf, ein sicheres Modell zu wählen, das nicht schnell umkippt. Mit Anhänger solltet Ihr stark befahrene Straßen besonders meiden.

 

Fahrradkörbe für kleine Hunde

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Sehr kurzbeinige oder kleine Hunde können auch im Fahrradkorb transportiert werden. Empfehlenswert sind Körbe mit Gitteraufsatz, damit der Hund nicht auf die Idee kommt, zwischendurch mal aus dem Korb zu hüpfen. Auch im Falle eines Sturzes wird der Hund so schnell nicht aus dem Korb kommen – was, je nach Situation - ein Vor- oder Nachteil sein kann. Besser für das Gleichgewicht ist es, den Fahrradkorb auf dem Gepäckträger zu befestigen. Wer einen sehr leichten Hund hat und ihn lieber in seinem Blickfeld haben möchte, kann den Fahrradkorb auch an der Lenkstange anbringen. Natürlich sollte auch das Mitfahren im Fahrradkörbchen (und – Anhänger) vorher trainiert werden. Die meisten Kleinhunde genießen aber die ungewohnte Aussicht und lieben es, mit dabei zu sein. (je)

 

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Mehr Infos zum Thema: Fahrradfahren mit Hund auf br-online.de

 

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