Bus- und Bahntraining

Öffentlicher Hunde-Nahverkehr

Bus- und Bahnfahren – das gehört zum Leben eines jeden Stadthundes dazu. Damit es von Anfang an klappt, sollten Sie ein paar Tricks kennen.

 

1. Gewöhnen Sie schon Ihren Welpen an öffentliche Verkehrsmittel!

Auch, wenn Sie diese selten bis gar nicht nutzen: Nichts ist nerviger (und peinlicher!) als ein unablässig hechelnder, zitternder und vor Unsicherheit fiepender erwachsener Hund im Bus oder in der Bahn! Lernt der Welpe die Fahrt mit vielen Menschen in geräuschvoller Umgebung von Anfang an als unbedenklich kennen, wird er sein Leben lang keine Angstgefühle mehr dabei entwickeln und sich auch bei einem ersten Flug sicherer fühlen. Generell gilt: Je eher der Hund an "ungewöhnlichen" Aktionen seiner Menschen teilnimmt, umso unkomplizierter wird er in Zukunft neuen Gegebenheiten begegnen.

 

2. Für alle neuen Situationen des Alltags gilt:

Der Hund orientiert sich "gnadenlos" an Ihrem Verhalten! Zeigen Sie sich also selber aufgeregt und nervös, bevor Sie den Bahnhof betreten, dann rechnet Ihr Hund hier mit dem Allerschlimmsten und entwickelt große Unsicherheit.

 

3. Und so klappt jedes Bahntraining:

 - Ihr Hund sollte sich vorher ausreichend entleert haben!

 

- Halten Sie trotzdem – für den Notfall – Tüten und Papiertücher bereit!

 

- Ignorieren Sie seine Unsicherheit und verhalten Sie sich so normal wie immer

 

- Unterhalten Sie sich, lachen Sie, lesen Sie Zeitung.

 

- Gehen Sie die ersten Male nur auf den Bahnsteig, um dort ihre Tageszeitung in Ruhe durchzulesen. Ihr Hund sollte dabei ruhig neben Ihnen sitzen oder liegen und sich an die Geräusche und Gerüche des Bahnverkehrs gewöhnen. Geben Sie ihm seine Lieblingskaustange zu Fressen – sobald er sich vor dem Bahnhof nicht mehr fürchtet, wird er anfangen, sie dort zu verzehren.

 

- Das kann für Sie das Signal sein, Ihren Hund nun auch an das Bahnfahren zu gewöhnen: Stehen Sie auf, wenn ein Zug einfährt und stellen Sie sich in die Nähe der sich öffnenden Türen. Warten Sie dort, bis der Zug abgefahren ist und setzen Sie sich anschließend wieder auf die Bank. Das wiederholen Sie so oft, bis auch diese Aktion für ihren Welpen zur Gewohnheit geworden ist.

 

- Dann steigen Sie irgendwann einfach ein. Setzen Sie sich wie selbstverständlich an einen geräumigen Platz und bedeuten Sie Ihrem Hund, sich zu ihren Füßen zu setzen bzw. zu legen. Heben Sie den Hund nicht hoch auf Ihren Schoß und drücken, streicheln und beschmusen ihn ständig! Dadurch signalisieren Sie ihm nur, dass seine Angst berechtigt ist. Ist er sehr nervös, dann reden Sie ab und an beruhigend auf ihn ein und streicheln ihn – dazwischen lassen Sie dann aber wieder längere Phasen des Nichtbeachtens. Wenn Sie ab jetzt regelmäßig kurz Bus und Bahn fahren und anschließend einen schönen, fröhlichen Spaziergang zurück nach Hause unternehmen, wird sich Ihr Hund bald mit Sicherheit über jeden Bahnsteig freuen!

 

- Jetzt ist es an der Zeit, Ausflüge in die Stadt mit Umsteigen an anderen Bahnhöfen zu unternehmen! Starten Sie langsam und verlängern Sie ihre Touren. Versuchen Sie, schöne Ausflugsziele einzuplanen: Ein Spaziergang am Stadtrand stellt eine herrliche Abwechslung für einen Stadthund dar und wird dafür sorgen, dass ihr schlauer Freund Bahnfahren als positive Angelegenheit abspeichert.

 

Hier wie überall gilt: Wie lange Sie für die einzelnen Trainingseinheiten benötigen, hängt ganz vom Charakter ihres Hundes ab! Mit manchen Welpen kann man vom ersten Tag an Bahnfahren - andere wiederum brauchen zwei Wochen, bis sie sich an den Lärm, die Gerüche und das Kommen und Gehen auf einem Bahnsteig gewöhnt haben. Denken Sie daran: Sie können selber am besten abschätzen, was man Ihrem Hund zumuten kann.

 

Mehr Infos zum Thema: Bahnfahren mit Hund auf br-online.de

 

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