Der Hund am Fahrrad

Fit für die Radtour mit Vierbeiner

Alle tun’s, denn es ist umweltfreundlich, macht gute Laune und stramme Waden. Hundehalter wollen auch nicht drauf verzichten: aufs Radeln. Aber mit Hund am Fahrrad gibt es einige Dinge zu beachten. Dafür macht die Radtour mit vierbeiniger Eskorte auch viel mehr Spaß!

 

Ob für den Weg zum Café um die Ecke oder den Ausflug ins Grüne – im Sommer ziehen wir gerne auf zwei Rädern durchs Land. Auf unseren Hund wollen wir dabei natürlich nicht verzichten. Die harmonische Koexistenz von Hund und Drahtesel muss aber wohl geplant und trainiert sein, um keine platten Reifen, platte Pfoten oder gar Schlimmeres zu riskieren.

Am Anfang der Radelfreuden mit Begleiter stehen einige nüchterne Überlegungen. Was für ein Vertreter seiner Art ist es denn, der da am Rad mitlaufen soll?

 

Ans Rad dürfen nur gesunde, ausgewachsene Hunde

 

Ist Ihr Vierbeiner schon betagter oder leidet unter Krankheiten des Bewegungsapparates wie Arthrose oder Hüftdysplasie (HD), werden Sie sich damit begnügen müssen, das Fahrrad zu schieben. Für die Radtour zu Zweit dürfen nur Hunde trainiert werden, die körperlich wirklich auf der Höhe sind – sonst können irreparable Gesundheitsschäden die Folge sein. Ob Ihr Hund wirklich fit ist, lassen Sie deshalb vorher am Besten von Ihrem Tierarzt durchchecken.

Auch für Hunde, die noch im Wachstum sind, bleibt der Drahtesel in der Garage. Frühestens mit anderthalb bis zwei Jahren dürfen die beiden miteinander anbändeln. (An seinen Anblick und die typischen Geräusche, die so ein Fahrrad von sich gibt, dürfen Sie aber natürlich schon Ihren Welpen gewöhnen).

 

Radel-Tempo dem Hund anpassen

 

Grundsätzlich kann jeder gesunde, ausgewachsene Hund am Fahrrad mitlaufen – das ist nur eine Frage des Trainings und der gegenseitigen Rücksichtnahme. Der Radler sollte immer sein Tempo dem seines Hundes anpassen. Wer mit einem Dackel radeln möchte, darf eben nur kurze Strecken und nur Schritttempo radeln. Wenn Sie einen Herdenschutzhund haben, könnte es sein, dass sie dasselbe Tempo fahren müssen wie der Dackelbesitzer – denn Herdenschutzhunde ziehen meist die Gemütlichkeit vor.

 

Was für ein Bewegungstyp ist Ihr Hund?

 

Bevor Sie mit dem Training loslegen, sollten Sie Ihren Hund einmal in der Bewegung beobachten. Was ist sein bevorzugtes Tempo? Bummelt er an der Leine eher hinter Ihnen her, oder hätte er’s gerne etwas zügiger? Sprintet er beim Freilauf lieber, oder zottelt er in gleichmäßiger Geschwindigkeit umher?

Die Vorlieben eines Hundes sind individuell, können aber auch durchaus rassebedingt sein. Die meisten Hütehunderassen bevorzugen zum Beispiel einen kräftesparenden, schnellen Trab, den sie über lange Strecken durchhalten. Als Radbegleiter sind sie damit ideal. Jagdhunde dagegen flanieren entweder gemütlich vor sich hin, oder starten direkt richtig durch. Eine mittlere Geschwindigkeit zu halten, fällt ihnen meist schwer. Schlittenhunde wiederum neigen dazu, über längere Strecken Gas zu geben und dabei auch durchaus in Kauf zu nehmen, dass sie etwas hinter sich herziehen.

 

Ausgedehnte Radtouren - nicht mit schweren oder kurzbeinigen Hunde

 

Am angenehmsten ist den meisten Hunden eine mittlere Geschwindigkeit, die dem leichtfüßigen, lockeren Wolfstrab entspricht – Ausnahmen bestätigen allerdings die Regeln. Am Rad laufen macht vielen Hunden Spaß, es baut die Muskulatur auf und ist gesundheitsfördernd. Manche Hunde brauchen es richtiggehend, sich neben dem Fahrrad richtig auspowern zu können. Eine ausgedehnte Radtour sollten Sie aber nur mit Hunden unternehmen, deren Beine nicht zu kurz sind und die nicht zu schwer sind. Sollte Ihr Hund – auch das gibt es – trotz blendender Gesundheit einfach keinerlei Ambitionen haben, neben ihrem Fahrrad herzutraben, zwingen Sie ihn nicht. Manche Hunde können dem Radeln einfach nichts abgewinnen.

 

Vierbeiner am Velo brauchen gute Kondition und Erziehung

 

Nun ist natürlich nicht jeder gesunde Hund direkt ein geübter Marathonläufer. Damit die freudig geplante Radtour nicht mit einem Kreislaufkollaps endet, muss beim Vierbeiner erst einmal langsam die nötige Kondition aufgebaut werden. Sie können mit ihm kleinere Runden Joggen gehen oder direkt mit kleineren Strecken am Rad beginnen.

Bevor der Hund dann aber ans Rad darf, sollte er einen gewissen Erziehungsstand haben. Ein manischer Leinenzerrer wird bestimmt nicht zu einem entspannten Radausflug beitragen und hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Ans Fahrrad gehört nur ein wohlerzogener Hund!

 

Der Hund sollte an lockerer Leine und sicher Bei-Fuß gehen können

 

Der Hund sollte also in jeder Situation sicher an lockerer Leine gehen können. Auch bei unangekündigten Richtungswechseln oder unter großer Ablenkung darf sich die Leine nicht straffen – der Hund muss wirklich auf Sie achten. Darüber hinaus sollte er das Bei-Fuß beherrschen. Da Ihr Hund künftig auf der der Fahrbahn abgewandten Seite vom Drahtesel laufen soll, üben sie das Bei-Fuß auch rechtsseitig. Am Besten führen Sie dafür ein anderes Kommando und Sichtzeichen ein, damit der Hund sofort weiß, was Sie von ihm möchten.

 

Brustgeschirr oder Hunde-Halsband mit Zug-Stopp

 

Als Ausrüstung für den Radler-Hund empfiehlt sich ein Brustgeschirr oder ein Halsband, das sich nicht zuziehen kann. Abstandhalter, die in der Mitte des Fahrrads angebracht werden, sind eine durchaus sinnvolle Angelegenheit. So kann der Hund nicht vor oder hinter das Fahrrad laufen, sondern bleibt auf einer Höhe mit dem Radfahrer. Manche Abstandhalter haben dazu noch eine Federung, die ruckartige Bewegungen des Hundes abfängt. Entscheiden Sie sich, einfach Ihre Leine zu verwenden, kommen Sie bitte nie auf die Idee, sie um die Hand zu wickeln. Im Notfall muss der Hund schnell vom Fahrrad zu befreien sein – und von Ihrer Hand.

 

Hier geht es weiter: Ersteinmal Trockenübungen

 

Jetzt weiterlesen!

Mehr zum Thema Hunde-Erziehung und Alltags-Training finden Sie in den Artikeln Café- und RestauranttrainingVortrag zum Thema "Spielen", Sozialisierungs-Phase bei Hunden

 

Hier geht es zurück zum Erziehungs-Channel