Hunde-Ernährung: Futterneid Teil 2

Hunde-Futterneid  - was tun?

Hunde-Futterneid macht das Leben mit dem Hund oft nicht gerade einfacher. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist in erster Linie, wem gegenüber der Hund sein Futter verteidigt.

Grundsätzlich sollte unterschieden werden, ob der Futterneid gegenüber Artgenossen oder Menschen gezeigt wird. Futterneid gegenüber Artgenossen ist, wie bereits erklärt, ein durchaus natürliches Verhalten. Dennoch kann dies insbesondere in Haushalten mit Zweithund zu Problemen führen. Gelöst werden kann das Problem durch ein intaktes Vertrauensverhältnis zum Menschen.

Lernt der Hund, dass sein Mensch für die Ressourcenverteilung zuständig ist, wird er sich mit der Zeit entspannen und die Kontrolle an den Menschen abgeben. Für den Hundehalter ist das eine verantwortungsvolle Aufgabe: Er weist alle Ressourcen zu  - nicht nur das Hundefutter, sondern auch Spielzeug & Co. – und überwacht, dass seine Zuteilung auch respektiert wird. Er schirmt den Hund vor eventuellen Übergriffen ab und trägt im Optimalfall dafür Sorge, dass die Hunde erst gar keinen Versuch unternehmen, dem jeweils anderen sein Futter abspenstig zu machen.

Hunde-Futterneid: Kinder von fressenden Hunden fernhalten

Ein Hund, der gelernt hat, dass seine Bezugsperson die Ressourcen verwaltet, dass es genügend dieser Ressourcen gibt und er nicht Gefahr läuft, dass ein anderer Hund sie ihm wegnimmt, wird  keine Notwendigkeit mehr sehen, sein Futter – sei es nun Barf, Hundenass- oder Trockenfutter - zu verteidigen. Je nachdem, wie virulent die Konflikte um das Futter sind, kann es ratsam sein, die Fütterungen zunächst räumlich getrennt durchzuführen. Zwei Hunde, für die es bereits an der Tagesordnung ist, sich um Futter zu raufen, sollten zunächst eine Zeit lang in unterschiedlichen Räumen gefüttert werden, damit sie lernen, sich beim Fressen wieder zu entspannen. Erst dann sollte man wieder im selben Raum, jedoch in unterschiedlichen Ecken, füttern.

Bis beide Hunde schließlich einträchtig nebeneinander fressen können, kann es ein langer Weg sein. Doch auch dann sollte der Napf des jeweils anderen Hundes Tabu sein – es sei denn, der andere Hund ist bereits fertig, hat die Futterstelle verlassen und der Mensch gibt den Napf frei. In dem Fall ist eine 'Nachkontrolle' erlaubt. Selbst wenn kein Futterneid mehr erkennbar ist, sollten die Hunde ausschließlich unter Aufsicht fressen. Ein Sonderfall sind übrigens Hund und Kind: Kinder werden vom Hund als rangniedrige Artgenossen wahrgenommen und behandelt; sie sollten von fressenden Hunden grundsätzlich ferngehalten werden, um Konfliktpotenzial von vornherein zu vermeiden.

 

 

 

Hunde-Futterneid gegenüber dem Menschen gehört in fachkundige Hände

Ein Hund, der sein Futter Menschen gegenüber verteidigt, hat meist einschneidende schlechte Erfahrungen gemacht und sollte nur mit Hilfe eines kompetenten Hundetrainers therapiert werden. Auf keinen Fall sollte der Mensch sich hier einfach blind durchsetzen und das Futter wegnehmen – je nachdem, ob der Hund defensiv oder offensiv droht, kann es womöglich zu Übergriffen kommen. Davon abgesehen kann das Durchsetzen ohne gezielte Ursachenforschung einen Vertrauensverlust nach sich ziehen, der nur schwer wieder gut zu machen ist.

Oft ist es empfehlenswert, einen solchen Hund die erste Zeit in Ruhe fressen zu lassen, damit er lernen kann, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Auch die Fütterung aus der Hand kann ihm zeigen, dass der Mensch in Hinblick auf Futterressourcen positiv zu werten ist und keine Gefahr darstellt. Natürlich sind auch weitere vertrauensfördernde bzw. -aufbauende Maßnahmen dringend erforderlich, die nur unter Anleitung eines fachkundigen Experten geschehen sollten. (je)

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