Hundefutter in aller Welt

Der Speiseplan von vier Exoten im Porträt

In Deutschland fressen unsere Hunde Trockenfutter, Feuchtfutter oder werden gebarft – nur eines ist bei allen gleich: Sie bekommen regelmäßig ihren Napf gefüllt. Doch wie sieht das in andern Ländern aus? Wir stellen Euch exotische Rassen mit noch exotischerem Speiseplan vor.

Unsere erste Exkursion führt uns auf unserer kulinarischen Reise ganz hoch in den Norden: Nach Lappland. Hier liegt an rund 200 Tagen im Jahr Schnee und im Winter können die Temperaturen schnell bis zu -30 Grad Celsius erreichen. Dieses Land ist die Heimat des Lapinporokoiras oder Rentierhundes, der aussieht wie eine Mischung aus Samojede und Australian Shepherd. Wie sein Name schon sagt, hütete der zähe Arbeitshund über lange Zeit die Rentierherden der Samen, bevor er weitestgehend von Schneemobilen ersetzt wurde. Nur eins ist gleich geblieben: Die Ernährung.  Für ihn stehen Rentierfleisch und Schlachtabfälle auf dem Speiseplan. Auch die spärlichen Züchter in Europa setzen bei der Fütterung auf rohes Fleisch.

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Hunde-Ernährung beim Sloughi

Vom hohen Norden reisen wir nach Nordafrika: Marokko ist die Heimat des edlen Wüstenwindhundes Sloughi. So einen geringen Stellenwert der Hund allgemein in muslimischen Ländern hat, so verehrt wird der Sloughi. Er war neben den edlen Araber-Pferden der wertvollste Besitz der Beduinen – kein Wunder, denn diese Hunde sind zäh und genügsam und mit bis zu 55 Stundenkilometern pfeilschnell. Kaum zu glauben: Ihre Ernährung war über die gesamten 2.000 Jahre ihrer Entwicklung ziemlich karg. Es gab Hirsebrei mit Olivenöl und Fleisch - und nur nach der Jagd. Auch hierzulande ist eine Über-Ernährung, zum Beispiel mit Hochleistungsfutter, für einen Sloughi genau das Falsche, rät Züchter Eckhardt Schritt.

Hundefutter für Kangals

In Deutschland ist die Haltung eines Kangal nur etwas für Experten. Seine Heimat sind die kargen Bergregionen Anatoliens, wo er vollkommen selbstständig und kompromisslos „seine“ Schafherden beschützt. Die Schafhirten dort haben selbst wenig zu Essen, dementsprechend spärlich ist auch die Nahrung des Kangals. Er frisst „Yal“, einen Brei aus Gerstenmehl und Wasser. Fleisch bekommt er nur, wenn er es selbst jagt.

Lundehunde: Nur Fisch und Geflügel

Zum Abschluss schauen wir den Speiseplan eines ganz besonderen Hundes aus Skandinavien an. Der Lundehund verfügt über eine ausgesprochene Beweglichkeit. Seine Vorderbeine kann er sehr weit nach außen spreizen und seinen Kopf bis zu 90 Grad nach hinten biegen. Damit noch nicht genug: er kann seine Ohren verschließen und besitzt sechs Klauen pro Fuß. Diese Mobilität braucht er auch. In den zerklüfteten Küsten Norwegens jagt er kleine Vögel, die Papageientaucher. Entsprechend seinem ursprünglichen Lebensraum kann der Lundehund bis heute kein Säugetier-Fleisch verdauen. Auf seinem Speiseplan steht für den fuchsartigen Norweger nur Geflügel und Fisch.(gd)

Recherchequellen:

www.laplandfinland.com/Deutsch/Wissenswertes_%C3%BCber_Lappland/Natur/Klima.iw3

Julia Witibschlager, www.lapinporokoira.at/home.html

Eckhardt Schritt, www.sloughi.de/zucht.htm

Nicole Wagner, lundehund.eu/3.html

Dorn, Niederste-Werbeck (Hrsg.): Hunde der Welt. Gruner + Jahr AG & Co KG, Hamburg: 2010

 

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