Hundefutter-Geschichte Teil 2

 

Hunde-Ernährung im Mittelalter


Hunde erhielten im Mittelalter nur wenig Fleisch - das war den edelsten Jagdhunden vorbehalten. Sie durften sich manchmal als Belohnung an einem erlegten Hirsch gütlich tun; in privilegierten Jagdhundezwingern gab es als Grundernährung täglich ein „Pfund Fleisch und zwei Pfund Brot“.

 

Das war allerdings die seltene Ausnahme, denn die meisten Hunde wurden fleischlos ernährt. Die Ernährung der Hunde war allerdings nicht nur umfangreiches Thema in der Jagdliteratur und der Ausbildung von Jagdknechten, sondern auch ein Wirtschaftssektor: In speziell beauftragten Bäckereien wurde das Brot für die Jagdhunde des Adels professionell hergestellt und an die Zwinger geliefert. Die Idee der Hundekuchen-Bäckerei ist also gar nicht so schrecklich neu.

Die Brote wurden mit Molke, Milch, Fleischbrühe und Fleischresten angereichert, als klassische Hundeernährung galt jedoch die sogenannte „Schlampe“, ein Brei aus Wasser und Brot. Da Getreide im Mittelalter das vorherrschende Nahrungsmittel war, wurden auch Hunde hauptsächlich auf Getreidebasis ernährt. Getreide gab es in allen Dareichungsformen: gemahlen, gebacken, geschrotet oder zu einem Brei aufgequollen.

Hundefutter-Geschichte: Milch war wichtig

Anders als heute war es im Mittelalter durchaus üblich, Hunde zum Grasen auszuführen. Das Fressen von Gras galt als reinigend und förderlich für die Hunde-Gesundheit. Auch Milch hatte einen viel höheren Stellenwert und galt als hochwertiges Hundefutter. Welpen zog man laut Lehrbuch mit Ziegen- oder Kuhmilch und Brotkrumen auf. Auch Fleischbrühe mit Brotbrocken war sehr beliebt. Säugenden Hündinnen gab man Milch zu trinken, um die eigene Milchproduktion anzuregen.

Auch im Mittelalter wurden die Ernährungsempfehlungen in erster Linie nach der Beanspruchung des Hundes differenziert, doch auch Hundefutter für die Lebensphasen kannte man durchaus. Es gab außerdem lange Listen an ungeeigneter Hunde-Nahrung, so zum Beispiel sauer gewordene Suppe. Als die Kartoffel nach Europa importiert wurde, avancierte sie für Mensch und Vierbeiner zum beliebten Grundnahrungsmittel. Haferbrei mit Möhren, Kartoffeln und Fett wurde bald ein Hundefutter-Trend.

 

Hundefutter-Geschichte: Käse zur Belohnung

Auch besondere Belohnungshappen waren durchaus üblich. Ab dem 13. Jahrhundert ist überliefert, dass Hunde in der Ausbildung häufig mit Käsestückchen belohnt wurden – eine Leckerei, die auch heute noch durchaus beliebt ist. Erst in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts kam die Industrie auf die Idee, fertiges Hundenass- oder -trockenfutter herzustellen. Parallel dazu haben einzelne Hundehalter ihre Vierbeiner mit Frischfleisch gefüttert, eine Fütterungsmethode, die spätestens Ende des letzten Jahrhunderts zu einem Trend mit Namen „B.a.r.f.“ wurde.

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