Hunde-Ernährungsphysiologie Teil 2

Hunde-Verdauung dauert nur 24 Stunden

Hunde verdauen ihre Nahrung schnell und effizient – wenn sie mit einem hochwertigen Hundefutter ernährt werden. Von der Maulhöhle und dem Magen gelangt die Nahrung in den Darm, wo weitere wichtige Verdauungsprozesse stattfinden.

Die Nahrung verweilt grundsätzlich nur relativ kurz im Magen – das ist der Grund dafür, dass Vergiftungen beim Hund so gefährlich sind: innerhalb von etwa einer Stunde hat die Nahrung den Magen bereits wieder verlassen und ein induziertes Erbrechen ist wirkungslos. Der Speisebrei gelangt bei der Verdauung durch den unteren Magenschließmuskel in den Darm.

Damit die aggressive Magensäure, mit der die Nahrung versetzt ist, den Darm nicht schädigt, setzt die Bauchspeicheldrüse Natriumbicarbonat frei, das die Salzsäure neutralisiert und für ein alkalisches Milieu sorgt. Das alkalische Milieu ist für die Verdauungsprozesse im Darm deutlich günstiger.

Hunde-Verdauung: Galle zerteilt lebensnotwendige Fette

Nun wird die Nahrung durch die körpereigenen Enzyme aufgespalten. Diese Enzyme werden ebenfalls in der Bauchspeicheldrüse produziert; die Produktion wird durch Botenstoffe aus dem Darm stimuliert. Auch Galle kommt zum Einsatz – sie wird in der Leber hergestellt, in der Gallenblase zwischengespeichert und sorgt letztendlich im Darm dafür, dass die lebensnotwendigen Fette erst zerteilt und danach aufgespalten werden. Alle verwertbaren Hundefutter-Nährstoffe der Nahrung werden im Dünndarm vollständig aufgenommen und dem Stoffwechsel zugeführt.

Erreicht der Nahrungsbrei den Dickdarm, der übrigens auch für die Abwehrkräfte und die Produktion der körpereigenen Vitamine zuständig ist, finden nicht mehr viele Abbauprozesse statt. Die Ballaststoffe, die für den Hund unverdaulichen Teile, werden durch die Bakterien des Dickdarms, die sogenannte Darmflora, aufgespalten. Dabei werden Gase produziert, die zu unangenehmen Blähungen führen können. Leidet ein Hund oft unter Blähungen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sein Futter zu viele Ballaststoffe enthält und damit ein eher minderwertiges Hundefutter ist.

 

 

Hunde-Verdauung: Kot wird schnell ausgeschieden

Die Nahrung, der jetzt jegliche Nährstoffe entzogen wurden, wird nun nur noch zu festem Kot geformt. Da der Dickdarm relativ kurz ist, bleibt der Kot nicht lange im Körper und wird schnell abgesetzt. Dies schützt den Hund zusätzlich vor eventuellen Bakterien in der Nahrung – sie werden ausgeschieden, bevor sie Schaden anrichten können. Insgesamt dauert die vollständige Verdauung des Hundes nur etwa 24 Stunden, weitaus kürzer als beispielsweise bei uns Menschen, bei denen die Verdauung durchaus auch mehrere Tage dauern kann. (je)

 

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