Hundefutter im Test

Stiftung Warentest untersuchte 30 Hundefuttersorten

Im Februar 2015 hat der Futtertest der Stiftung Warentest für Furore in der Hundewelt gesorgt. 16 der 30 getesteten Futtersorten fielen durch – darunter auch hochpreisige Hundefuttermarken mit hervorragendem Ruf. Wie bei allen Futtertests stellt sich die Frage: Welche Aussagekraft haben die Testergebnisse für mich als Hundehalter? Um dies zu beantworten, sollte man die Vorgehensweise und die Testkriterien der Stiftung Warentest genauer betrachten.

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest ist in Deutschland sehr bekannt; ihr Urteil hat entsprechendes Gewicht. Die Stiftung besitzt einen staatlichen Auftrag, wird mit Steuermitteln unterstützt und untersucht Waren und Dienstleistungen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen. Jährlich testet die Stiftung rund 1.700 Produkte, die Untersuchungen werden weltweit durch neutrale Prüfungsstellen untersucht. Die Redakteure von Stiftung Warentest fassen die Testergebnisse der Prüfungsstellen zusammen.

Futtertest der Stiftung Warentest 2015 – mit überraschenden Ergebnissen

Im Februar 2015 hat Stiftung Warentest einen Testbericht über 30 Nassfuttersorten veröffentlicht, darunter viele große Futtermittelhersteller, Premium-Marken, aber auch Futterprodukte aus dem Discounter.  Das Resümee der Stiftung Warentest war alarmierend: 16 der 30 Futtermittel fielen durch und wurden mit „Mangelhaft“ bewertet.

Die Gründe: Zum einen irreführende Etikettierung  - so wurden beispielsweise bei Futterprodukten, die mit bestimmten Fleischsorten warben, eben diese Fleischsorten nicht nachgewiesen – oder es wurden andere Fleischsorten nachgewiesen, die wiederum gar nicht auf dem Etikett zu finden waren. Zum zweiten wiesen 14 der 30 Hundefuttersorten einen Mangel an Nährstoffen bzw. einen falschen Nährstoffmix auf.

Unter Hundehaltern haben die Testergebnisse des Futtertests für Irritation gesorgt -  immerhin waren unter den durchgefallenen Hundefuttersorten auch einige Bio-Futtersorten, die einen hervorragenden Ruf genießen, während billige Hundefutterprodukte aus dem Discounter teilweise sehr gut abschnitten. Die Folge war eine lebhafte und kontroverse Diskussion, die unter anderem im Internet geführt wurde.

Testergebnisse des Futtertests wurden kontrovers diskutiert

Fachautorin Katharina von der Leyen weist in ihrem Blog Lumpi4.de darauf hin, dass gerade kleine, wohlmeinende Futtermittelhersteller häufig nicht die technischen und finanziellen Möglichkeiten haben, ihre Produkte durchgehend auf einen stabilen Nährstoffgehalt hin überprüfen zu lassen, und betont die Wichtigkeit einer professionellen Nährstoffzusammenstellung. Rebecca Noeh kritisiert dagegen in ihrem Blog LesWauz, dass Stiftung Warentest künstlich produzierte und hinzugefügte Nährstoffe klaglos akzeptiert und die Qualität von Inhaltsstoffen nicht berücksichtigt - und äußert gewisse Zweifel an der Objektivität des Testsberichts von Stiftung Warentest.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass gesundes Hundefutter zweierlei Kriterien erfüllen muss:

1. Nährstoffbedarf: Der Nährstoffbedarf des Hundes muss vollständig gedeckt werden. Der Hund benötigt die entsprechenden Nährstoffe im richtigen Verhältnis, er darf nicht unter-und mit bestimmten Nährstoffen auch nicht überversorgt werden.

2. Qualität der Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe sollten möglichst hochwertig und gut verdaulich sein.  Ein Hundefutter, das aus billigen Rohstoffen wie minderwertigen Schlachtabfällen oder Getreideabfällen hergestellt und mit synthetischen Nährstoffen angereichert wird, belastet den Verdauungstrakt des Hundes und kann Allergien auslösen. (Ein Vergleich: Wenn es um die Ernährung des Menschen geht, würden wir eine Mischung aus Fast Food und Vitamintabletten auch nicht als ausgewogen und gesund bezeichnen.)

Futtertest von Stiftung Warentest lässt die Qualität der Inhaltsstoffe unberücksichtigt

Im Testbericht der Stiftung Warentest wird das Hauptaugenmerk auf Punkt 1, die Nährstoffe gelegt, - unabhängig davon, ob sie natürlich oder synthetisch sind. Punkt 2, die Qualität der Inhaltsstoffe spielt dagegen keine Rolle. Wichtig war den Testern lediglich, dass in jedem Futtermittel die Nährstoffe in richtiger Höhe und richtigem Verhältnis nachweisbar sind. Insofern kann der Futtertest von Stiftung Warentest wichtige Hinweise auf unzureichende Nährstoffe im Hundefutter geben - zeichnet jedoch kein vollständiges Bild der getesteten Futtersorten.

Diese Artikel könnten Dich auch interessieren: