26. Jun 2008
Selten ist die Herkunft einer Hunderasse so eng mit der Arbeit einer Person verbunden wie beim Jack-Russell-Terrier. Sein ganzes Leben widmete Pfarrer John (genannt Jack) Russell der Kreuzung seiner Jagdhunde, und so hinterließ er bei seinem Tod am Ende des 19. Jahrhundert eine Gruppe von Terriern und Richtlinien, wie die Arbeitstauglichkeit der neuen Rasse weiter verbessert werden konnte. In der Folge machten sich verschiedene Liebhaber dieser Hunde daran, Russells Standards zu verteidigen. Dies gelang, und so kam es bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrtausends zur Umbenennung zu Ehren des „Schöpfers“. Kaum zu glauben, dass es dem passionierten Jäger nie um das Äußere, sondern allein um die Fähigkeiten des Hundes ging, denn der Jack-Russell-Terrier begeistert auch optisch und hat nicht allein daher heute auch unter Nicht-Jägern viele Anhänger. Eine von ihnen ist sogar die Queen, die sich das Abbild der ersten Hündin Russells zulegte. „Trump“, die Stammmutter, schmückt derzeit die Wand einer königlichen Sattelkammer und erinnert somit an die große Tradition der vor allem bei Reitern und Jägern beliebten Rasse. Diese wird spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg auch auf dem Kontinent fortgesetzt, und so muss man sich über den Bestand dieser Terrier-Variante derzeit keine Sorgen machen.
Auch wenn der Urzüchter des „JRT“ ein Mann der Kirche war, stellte er doch stets irdische Anforderungen an seine Hunde. Dieses Vorgehen brachte einen Gebrauchshund hervor, der neben der Baujagd auf Füchse auch als Stöberhund und guter Apporteur taugt. Die allseits bekannte Wasserliebe des Jack-Russel-Terriers macht ihn schließlich zum kompletten Jagdhund, den allein seine relativ geringen Körperausmaße von einigen wenigen Aufgaben fernhalten. Neben der Pflicht kennt dieser Hund aber auch die Kür, und die heißt in seinem Fall: Kinderliebe. Dieser Terrier ist ein ausgesprochen geeigneter Familienhund. Zu beachten ist allerdings, dass er bei schlechter Erziehung zu Eigensinn und Fremdeln neigt. Für Anfänger ist das Ganze daher eher nichts, lässt man aber eine erfahrene, sichere Hand ran, darf man sich über einen sehr robusten und hochintelligenten Begleiter freuen, der es sogar verzeiht, wenn ihm nicht ständig Kugeln um die Schlappohren fliegen, sondern stattdessen zivilere Tätigkeiten angeboten werden.
Die Pflege des kleinen Jägers erfordert nicht all zu viel: Das kurze Fell ist schnell gestriegelt, und da die meisten Halter sowieso Reiter sind, dürfte ihnen die Arbeit auch nicht schwer von der Hand gehen. Bei der Futterrationierung sollte man in erster Linie den Aktivitätsgrad des Hundes beachten: In Jagdphasen darf es gern ein bisschen mehr sein, bei weniger Auslauf muss man auch mal runterfahren - denn Fett schwimmt zwar oben, macht dafür aber selten Beute.
Jagdhunde und das heiße City-Pflaster – das passt meist nicht zusammen. Und so werden traditionell angehauchte Liebhaber der Rasse aufschreien, wenn man sie auf eine eventuelle Wohnungshaltung anspricht. Da der Hund aber längst auch Familienhund ist, und eben nicht jeder einen Landsitz mit eigenem Waldstück sein eigen nennen kann, sollte auch dies möglich sein. Großes „aber“: Auslauf und die richtige Forder- und Förderung sind in jedem Fall ein Muss! Von Taubenansammlungen, wie sie im innerstädtischen Bereich häufig anzutreffen sind, sollte man den Geflügelfan aber fernhalten. Auf Federvieh springt der „JRT“ nämlich ebenso an wie auf Pfützen, Tümpel, Seen und Weltmeere.
Name Jack-Russell-Terrier
Herkunft Großbritannien
Patronat Australien
Widerristhöhe Zwischen 25 und 30 cm
Gewicht Zwischen 25 und 30 kg
Fellfarben Überwiegend weiß mit Abzeichen in schwarz, braun und/oder lohfarben
Besondere Merkmale - sehr bewegliche Ohren
- drei Fellvarianten: glatt-, rau- oder stockhaarig
- muskulös und sehr agil
FCI-Klassifikation - Gruppe 3: Terrier
- Sektion 2: Niederläufige Terrier
Durchschnittliche Lebenserwartung 15 bis 18 Jahre