Bearded Collie

Woher er kommt:

Das nennt man Völkerverständigung: Der Bearded Collie soll eine internationale Koproduktion sein. Im 16. Jahrhundert herrschte zwischen Polen und Schotten reger Tauschhandel. Dabei soll ein Schafhändler aus den Highlands einige polnische Hütehunde mit nach Hause gebracht haben, von deren Fähigkeiten er schlicht überwältigt war. Einmal angekommen, kreuzte man den Hund dann mit einheimischen Hütern und bekam am Ende ein hochintelligentes, robustes Endprodukt, das es locker mit den anderen Collie-Arten aufnehmen konnte. Weder das raue Klima noch anspruchsvollste Aufgaben konnten dem Bärtigen etwas anhaben, und so ist es aus heutiger Sicht auch verwunderlich, dass der Highlander Mitte des 20. Jahrhunderts beinahe ausgestorben wäre. Erst die Bemühungen einiger weniger Liebhaber retteten die Rasse, und nach einer wahren Boom-Phase in den 70er Jahren ging es mit der Verbreitung des Langhaars stetig bergauf. Heute ist der Hund nicht nur in seiner Heimatregion vertreten, sondern hat es auch in Frankreich, den USA und Skandinavien zu einer ordentlichen Fan-Base gebracht, die weiter wächst. So steht dem Fortbestand dieses Collies inzwischen nichts mehr im Wege.

Was er kann, was er braucht:

Wer es hier schafft, der schafft es überall. Dieser Leitspruch könnte auch auf die Karriere des Bearded Collie angewandt werden. Gestählt durch die harte, komplexe Arbeit in den unwirtlichen schottischen Highlands, ist dem Arbeitshund eigentlich keine Aufgabe zu schwer. Experten gilt er dabei sogar dem Border Collie als überlegen. Grund genug, diese Stärken auch auszuspielen. Der Hund bellt jedenfalls geradezu nach Anreizen, und so sollte man bei der Erziehung darauf achten, dass man diesen Anforderungen auch gerecht wird. Wer gerade keine Viehherden zum Hüten bieten kann, der sollte zumindest über eine Beschäftigung im Agility-Sport nachdenken. Wichtig ist dies auch, weil ein schlecht erzogener oder unterforderter „Beardie“ ganz schön anstrengend sein kann. Der ansonsten extrem brave, nie aggressive Hund wird einem inaktiven oder unsicheren Halter jedenfalls deutlich aufzeigen, dass es so nicht geht. Bei korrekter Haltung darf man sich aber über ein extrem lebensfrohes und schlaues Tier freuen, an und mit dem vor allem auch Kinder große Freude haben werden.

Schaut man ihn an, wird einem schnell klar: Hier muss gebürstet werden. Dies sollte regelmäßig geschehen, denn nichts ist ärgerlicher als ein verwahrlost wirkender Beardie, dessen ansonsten ausgesprochene Schönheit nicht zum Tragen kommen kann. Zu diesem Zwecke, und aus Gründen der Hygiene, sollte man auch darüber nachdenken, auf Trockenfutter umzusteigen. Nach dem Fressen trägt er sonst leider halbe Mahlzeiten im Bart spazieren.

Wie er in der Stadt klarkommt:

Man muss sagen: Für einen Hütehund ausgesprochen gut. Dank seines sehr guten Orientierungssinns findet er sich schnell auch ohne Leine in der Stadt zurecht. Eine kleine Wohnung sollte man dem Hochland-Hüter allerdings auch nicht gleich antun. Ständiger Zugang zu einem Garten oder eben doch das pure Landleben entsprechen letztlich doch eher seinen Wünschen.

Was in seinem Steckbrief steht:

 
Name Bearded Collie
Herkunft Schottland
Patronat Großbritannien
Widerristhöhe Rüden zwischen 52 und 58 cm, Hündinnen 49 bis 54 cm
Gewicht Zwischen 25 und 30 kg
Fellfarben Schiefergrau, rehbraun mit rötlicher Tönung, alle Grautöne, schwarz, sandfarben
Besondere Merkmale - sehr schlanker Körperbau
- auffälliger Bart
- mittellanges, glattes Fell
FCI-Klassifikation - Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde)
- Sektion 1: Schäferhunde
Durchschnittliche Lebenserwartung 14 Jahre

Züchter