"Gefährliche Hunde" in Hannover

Die "Gefährlichkeit" eines Hundes muss in Hannover durch die Veterinärbehörde festgestellt werden. Dabei kommt es darauf an, ob von dem jeweiligen Hund eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht.

Merkblatt des Fachdienstes Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover:

 

Ab dem 01.03.2003 ist eine Erlaubnis erforderlich für jeden Hund, bei dem die Gefährlichkeit durch die Veterinärbehörde festgestellt wurde. Dieses liegt vor bei einem Hund, der eine gesteigerte Aggressivität aufweist, insbesondere Menschen oder Tiere gebissen oder sonst eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe gezeigt hat und die Veterinärbehörde festgestellt hat, dass von diesem Hund eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgeht.

 

Eine Erlaubnis wird vom Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover nur auf Antrag erteilt, wenn

 

1.   der Hund einen Wesenstest bestanden hat,

 

2.   der/die Hundehalter/in das 18. Lebensjahr vollendet, seine/ihre persönliche Eignung, seine/ihre persönliche Zuverlässigkeit durch ein Führungszeugnis zur Vorlage bei der Behörde (Belegart O) und die notwendige Sachkunde nachgewiesen hat,

 

3.   der Hund unveränderlich gekennzeichnet ist (Chipkennzeichnung oder deutlich lesbare Tätowierung) und

 

4.   der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für den Hund mit einer Mindestversicherungssumme in Höhe von 500 000 € für Personenschäden und in Höhe von 250 000 € für Sachschäden nachgewiesen wurde.

 

Der Antrag ist sofort nach Feststellung der Gefährlichkeit des Hundes zu stellen. Die Unterlagen müssen anschließend innerhalb von drei Monaten bei der Behörde vorliegen. Die Frist kann auf Antrag um höchstens drei Monate verlängert werden. Nach Ablauf dieser Frist ist die Erlaubnis zu versagen.

 

Die Erlaubnis ist beim Ausführen des Hundes immer mit zu führen. Bis zur Entscheidung über die Erlaubnis muss stattdessen eine Bescheinigung von dem Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen über den Eingang des Antrages mitgeführt werden. In dieser Übergangszeit dürfen die Hunde nur vom Halter/in an der Leine und mit einem Maulkorb versehen ausgeführt werden.

 

Wird nach Vorliegen aller Voraussetzungen die Erlaubnis erteilt, gilt weiterhin ein stetiger Leinenzwang.

 

Der/die Halter/in darf andere Personen nur dann mit dem Ausführen des Hundes beauftragen, wenn diese das 18. Lebensjahr vollendet haben und die notwendige Sachkunde, persönliche Eignung und Zuverlässigkeit nachgewiesen und eine entsprechende Bescheinigung von der für sie zuständigen Behörde erhalten haben und diese mit sich führen.

 

Der Wesenstest wird bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover und anderen anerkannten Tierärzten durchgeführt. Dort kann auch der Nachweis der Sachkunde erfolgen.

 

Verstöße gegen die Bestimmungen des NHundG stellen i. d. R. Ordnungswidrigkeiten dar und können mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 € geahndet werden.

 

Das Halten eines Hundes, bei dem die Gefährlichkeit festgestellt wurde, ohne die notwendige Erlaubnis, stellt - außer während des Antragsverfahrens - eine Straftat dar und kann die Einziehung des Hundes nach sich ziehen!

 

Die Erlaubnis ist schriftlich beim Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen, Wilhelmstraße 3 – 5, 30171 Hannover zu beantragen. Das NHundG sowie weitere Informationen und Antragsvordrucke für Halter und Ausführer können im Internet unter www.region-hannover.de abgerufen werden.