Kommentar: Hunde braucht die Stadt!

Und eine sinnvolle Hundeverordnung

 

Eins steht fest: Ohne Hunde wäre jede Stadt um vieles ärmer. Denken Sie an die vielen vergebenen Möglichkeiten, tagtäglich ungezwungen miteinander ins Gespräch zu kommen! Und was geschähe mit all den hundehaltenden Senioren: Sie würden einen Ansprechpartner schmerzlich vermissen, der geistig und körperlich fit hält und Lebensfreude schenkt. Wie erginge es unseren Stadtkindern mit Hund? Keine wedelnde Motivationshilfe würde sie mehr weg von Playstation und DVD an die frische Luft locken. Singles ginge der Flirtfaktor Nr.1 verloren! Und uns allen viele schöne Gelegenheiten zum Verweilen, Beobachten und Lachen über spontanes, impulsives Hundespiel.

 

Studien beweisen: Hunde nutzen dem Stadtleben 

 

Ohne Hunde wäre das Stadtleben also eine ziemlich gesittete und fade Angelegenheit. Sie denken, ich übertreibe? Keineswegs: All die eben beschriebenen Funktionen von Hunden sind kein Wunschdenken, sondern werden seit Jahrzehnten in vielen internationalen Studien untersucht.

 

Zum Beispiel die von Peter Messent: Der britische Verhaltensforscher hat bereits in den achtziger Jahren Menschen mal mit - mal ohne Hund durch den Londoner Hyde Park spazieren lassen. Und dabei die Häufigkeit der Kontakte zu den Mitmenschen gezählt. Das Ergebnis war eindeutig: Mit Hund ist man ständig im fröhlichen Gespräch, ohne Hund fast nie. Was uns das sagt? Ganz einfach:  Menschen, die in der Stadt die Anonymität schätzen, sollten sich besser keinen Hund zulegen! Alle anderen dürften viel Spaß mit Ihrem Vierbeiner haben.

 

Gut erzogene Hunde und rücksichtsvolle Halter bringen mehr Freude

 

Allerdings: Hunde können ihr großes soziales Potential besser entfalten, wenn sie gut erzogen sind und Herrchen oder Frauchen Rücksicht nehmen auf ihre hundelosen Mitbürger. Womit wir beim Thema angelangt wären: Genau das scheint die neue Hamburger Hundeverordnung fördern zu wollen! Ganz kurz gefasst: Sie will mehr Regelungen für das Leben von Bello in der Stadt. Im Gegenzug sollen sich dann seine Freiheiten erhöhen.

 

Das hört sich gut an und tatsächlich: Wenn die Hundeverordnung wirklich in diesem Rahmen umgesetzt wird, könnte viel Gutes dabei herauskommen:

 

1. Viele Menschen, die sich aus einer spontanen Laune heraus einen Stadthund anschaffen wollen, werden durch die neuen Auflagen (Hundeführerschein erfordert Erziehung, erfordert Information, Hundeschule etc.) abgeschreckt. Das heißt: In Zukunft gibt es weniger, dafür gut erzogene Hunde und - dazu passend -verantwortungsbewusste Hundehalter in der Stadt!

 

2. Wer aber nachgewiesenermaßen gut erzogen ist, darf sich frei bewegen. Das ist eine gute, logische Regelung!  Denn sie stellt sicher, was eigentlich sowieso klar sein sollte (und was die Mehrheit der Hamburger Hunde ohne Probleme nachweisen kann): Freilaufende Hunde sind fröhliche, freundliche Gesellen, die „ihre“ Menschen ernst nehmen. Und verstehen, was Wörter wie „Komm“ und „Sitz“ bedeuten. Weiterer Pluspunkt dieses „Freilaufscheins“: Andere Spaziergänger können sich sicher sein, dass der große Hund, der ihnen auf dem Wanderweg entgegentrottet, eine Gehorsamsprüfung abgelegt hat. Das wird das Vertrauen in den tierischen Stadtbewohner stärken und Mütter, Jogger und Radfahrer können sich bei der Begegnung mit der anderen Art in Zukunft viel sicherer fühlen!

 

3. Und jetzt stellen Sie sich eine besonders beeindruckende Szenerie vor: Sie laufen durch einen x-beliebigen Park - und in keinem Blumenbeet, auf keinem Stückchen Liegewiese und auch nicht am Gehwegrand entdecken Sie Hundehaufen! Stattdessen beobachten Sie immer wieder, wie jeder Hundehalter selbstverständlich eine Tüte zückt beim Anblick der Hinterlassenschaften seines vierbeinigen Freundes!

 

Den guten Willen belohnen

 

Doch genug der Träumerei: Damit für alle Zwei- und Vierbeiner in der Stadt am Ende wirklich alles gut wird, bleibt für den Senat noch viel zu tun: Eine
Hundeverordnung mit vielen Auflagen schreiben allein reicht nicht! Der gute Wille der Hundehalter muss belohnt und genährt werden: Hamburg braucht überall Freilaufzonen, in denen sich Hunde und Menschen begegnen können! Der Leckerli für so viele Auflagen muss lauten: In jedem Stadtteil, in jedem Park dürfen Hamburger Hunde in Zukunft nach bestandener Prüfung in großzügigen Bereichen frei laufen, spielen, sich begegnen, Kindern den Kontakt zum Tier ermöglichen, Senioren und Singles die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen erleichtern.

 

Sie finden, das sei zuviel des Guten? Sie werden sich wundern, wie viele hundelose Städter sich freiwillig in diesen großzügigen  Freilaufzonen aufhalten werden! Die meisten Menschen erfreut nämlich der Anblick spielender Hunde. Und eins steht fest: Diese Städter werden noch mehr Freude an unseren  vierbeinigen Freunden haben, wenn  sie sich sicher sein können, dass es sich um geprüft freundliche Hamburger Straßenköter handelt.