Dies hier ist eine sehr lange und eingehende "EPILEPSIE-FIBEL für Hundehalter deren Hund/e "leider" mit diesem Problem zu kämpfen haben!
Da ich jüngst erfahren mußte daß ein Kumpel

mit eben diesem Problem kämpft wollte ich etwas finden daß hilft.....informiert.....unterstützt!
_____ Was ist die Epilepsie?_____
Die Epilepsie, korrekter Epilepsien, sind chronische Erkrankungen des Gehirns, die durch
das wiederholte Auftreten von epileptischen Anfällen gekennzeichnet sind. Wie beim Menschen
gehören auch beim Hund die Epilepsien zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen
Nervensystems. Bezogen auf die Gesamtpopulation kommen sie bei ca.1-2% aller
Hunde vor. Einige Rassen sind weit stärker betroffen.
_____ Was sind epileptische Anfälle? _____
Epileptische Anfälle beruhen auf plötzlich auftretenden, kurz dauernden und rasch verschwindenden
Funktionsstörungen des Gehirns, die durch exzessive elektrische Entladungen
verursacht werden und zumeist einige Sekunden bis zu wenigen Minuten dauern.
Diese paroxysmalen (plötzlichen) Entladungen können in umschriebenen Nervenzellverbänden
des Gehirns oder gleichzeitig in beiden Großhirnhälften auftreten. Je nach Ausdehnung
und Lokalisation dieser Entladungen kann es zu mehr oder weniger ausgeprägten
Störungen des Bewußtseins, der Motorik, der sinnlichen Wahrnehmungen, der vegetativen
Funktionen und/oder des psychischen Verhaltens kommen. Entsprechend können
epileptische Anfälle ein vielfältiges Erscheinungsbild zeigen. Sie werden in fokale, von
einem Herd ausgehende Anfälle und in primär generalisierte Anfälle unterteilt.
Bei fokalen Anfällen weisen die klinischen Erscheinungen auf die Aktivierung eines begrenzten
Nervenzellverbandes hin. Sie gehen i. d. R. von angeborenen oder erworbenen
fokalen (herdförmigen) Hirnläsionen aus, die lange vor dem Auftreten der ersten Anfälle
entstanden sein können. Sie lassen sich in einfach und komplex fokale Anfälle unterteilen,
die beide sekundär generalisieren können, d. h. die epileptischen Entladungen dehnen
sich über das gesamte Großhirn aus.
Einfach fokale Anfälle laufen ohne Beeinträchtigung des Bewußtseins ab. Beim Hund
kommen sie selten vor. Es werden vor allem motorische Symptome gesehen, z. B. Zuckungen
einzelner Muskelgruppen, Zuckungen einer Gesichtshälfte, Tonuserhöhung oder
Zuckung einer Gliedmaße etc. Die übrigen Symptome der fokalen Anfälle - speicheln, erbrechen,
schnüffeln - kommen noch seltener vor bzw. sie werden nicht als Anfälle erkannt.
Komplex fokale Anfälle (psychomotorische Anfälle) gehen mit Bewußtseinstrübung einher.
Die Tiere wirken im Anfall konfus und oft ruhelos. Sie fallen durch kurzzeitige Verhaltensstörungen
auf, durch einen abwesenden Blick, unmotiviertes Bellen und/oder Heulen, gelegentlich
durch Leck-, Schmatzbewegungen oder Fliegenschnappen. Die Generalisation
der fokalen Anfälle kann so rasch erfolgen, dass der fokale Anfallsbeginn nur schwer oder
nicht zu erkennen ist.
Primär generalisierte Anfälle gehen auf plötzliche synchrone (gleichzeitige) Entladungen
beider Großhirnhälften zurück. Sie zeigen keinen fokalen Beginn. Diese Anfälle gehen
häufig mit einem totalen Bewußtseinsverlust, seltener mit einer ausgeprägten Bewußtseinstrübung
einher. Es finden sich beim Hund im Wesentlichen drei Anfallsarten:
Bei den generalisierten tonisch-klonischen Anfällen kommt es zur Tonuserhöhung (Anspannung)
der gesamten Skelettmuskulatur und so beim stehenden Tier zum Sturz. Der
tonischen Phase folgt die klonische mit heftigen Muskelzuckungen, die in Laufbewegungen
übergehen können. Diese Anfälle können mit Kieferschlagen, starkem Speicheln,
Harn- und/oder Kotabsatz einhergehen.
Bei den generalisierten tonischen Anfällen kommt es zu einer starken Tonuserhöhung der
gesamten Skelettmuskulatur oft mit festem Kieferschluss. Bei im Anfall wechselnder Intensität
können diese Anfälle auch einen phasenhaften Verlauf zeigen und mehrere Minuten
dauern.
Generalisierte klonische Anfälle sind durch rhythmische Muskelkontraktionen charakterisiert.
Sie ähneln einem generalisierten tonisch-klonischen Anfall, dem die tonische Komponente
fehlt.
_____ Welche Anfallsarten kommen beim Hund vor? _____
Beim Hund kommen zu etwa 80% generalisierte tonisch-klonische Anfälle vor, die auch als
Grand mal-Anfälle bezeichnet werden und die primär wie sekundär generalisiert sein können.
Manche Hunde zeigen Stunden bis Tage vor diesen Anfällen eine leichte Wesensänderung,
oft nur vom Besitzer zu erkennen. Der eigentliche Anfall kann schlagartig einsetzen,
ohne dass dem Tier zuvor etwas anzumerken ist. Andere Hunde sind Minuten vor dem
Anfall unruhig, ängstlich, suchen beim Besitzer Schutz oder verkriechen sich, einige können
jaulen oder bellen, was nicht immer der Fall sein muß. Nach dem eigentlichen Anfall
(Iktus) bleiben die meisten Tiere über einige Sekunden bis Minuten erschöpft liegen, stehen
dann wacklig auf, wirken zunächst desorientiert und ruhelos. Sie versuchen sich zu
reorientieren. Manche Hunde zeigen nach den Anfällen starken Hunger und/oder Durst.
Der Hunger kann so ausgeprägt sein, dass Fremdkörper (Unverdauliches) aufgenommen
werden. Das postiktale Stadium (Nachstadium) kann wenige Minuten aber auch einige
Stunden dauern.
Die nächst häufigste Anfallsart beim Hund sind die generalisierten tonischen Anfälle. Sie
kommen insbesondere beim Pudel und Teckel vor und können deutlich länger als die
Grand mal-Anfälle dauern. Die übrigen Anfallsarten treten beim Hund weit seltener auf.
Nicht immer läßt sich das Anfallsgeschehen eindeutig einem Anfallstyp zuordnen (nicht
klassifizierbare Anfälle).
_____ Wie sehr gefährden epileptische Anfälle den Hund? _____
Einzelne generalisierte Anfälle führen nicht zum Tod. Bei Einzelanfällen treten kaum Nervenzellverluste
auf. Sie können aber unbehandelt zu weiteren Anfällen führen, die Anfälle
bahnen sich ein. Bei generalisierten Anfällen, die sich in so rascher Folge wiederholen,
dass der Hund zwischen den Anfällen das Bewußtsein nicht wiedererlangt oder die länger
als 20 Minuten dauern, liegt eine lebensbedrohliche Notfallsituation, ein Status epilepticus
vor, der einer sehr raschen tierärztlichen Intensivbehandlung bedarf. Beim länger dauernden
Status epilepticus kann es zum massiven Nervenzelluntergang kommen, von dem
sich die Tiere oft nicht erholen.
_____ Welche Epilepsieformen gibt es beim Hund? _____
Unter dem Begriff Epilepsie bzw. Epilepsien sollten nur die Anfälle zusammengefaßt werden,
die rezidivierend (wiederholt) auftreten, ihren primären Ursprung im Gehirn haben
und nicht durch akute und/oder rasch verlaufende (progressive) Hirnerkrankungen, wie
Staupe, andere Hirn- und/oder Hirnhautentzündungen, rasch wachsende (bösartige)
Hirntumoren etc. bedingt sind.
Abhängig von der Ursache der Anfälle werden zwei bzw. drei Formen der Epilepsie unterschieden,
die idiopathische, die symptomatische sowie die kryptogene Epilepsie.
Idiopathische Epilepsie
Bei der idiopathischen Epilepsie liegen keine morphologischen (geweblichen) sondern
funktionelle Hirnveränderungen vor, die i. d. R. zu paroxysmalen synchronen (plötzlichen,
gleichzeitigen) Entladungen beider Großhirnhälften führen. Das Gleichgewicht zwischen
Erregung und Hemmung ist gestört. Bei den so verursachten Anfällen treten die Anfallssymptome
zumeist von Beginn an generalisiert und symmetrisch auf. Diese Form der Epilepsie
kommt gehäuft bei den Spezies vor, die eine niedrige Krampfschwelle aufweisen
wie Mensch und Hund, seltener bei der Katze. Beim Hund sind fast alle Rassen betroffen,
auch Bastarde. Die hohe Prävalenz (Vorkommenshäufigkeit) bei einigen Hunderassen
weist darauf hin, dass diese Form der Epilepsie genetisch bedingt oder zumindest mitbedingt
ist. Bei einigen Rassen wurde die genetische Disposition nachgewiesen. Bei dieser
Form der Epilepsie stellen sich beim Hund die ersten Anfälle zumeist im Alter von " 1-4 Jahren "
ein, einige Tiere können auch früher oder später erkranken.
Die idiopathische Epilepsie beginnt zumeist mit einem Einzelanfall. Die Anfälle treten häufig
aus dem Schlaf, der Ruhe, seltener aus der Bewegung heraus auf. Sie ereignen sich
zumeist im häuslichen Bereich. Dies kann sich jedoch mit zunehmender Erkrankungsdauer
und steigender Anfallsfrequenz ändern. Die Anfallsfrequenz kann inter- aber auch intraindividuell
erheblich variieren und nimmt unbehandelt zumeist mit der Erkrankungsdauer
zu. Bei manchen Rassen kommen gehäuft Serienanfälle (>2 Anfälle in 24 Stunden) vor,
insbesondere bei Schäferhunden, Settern, Pudeln und Cockern. Bei der idiopathischen
Epilepsie treten neben den Anfällen keine weiteren Symptome auf. Die Tiere sind zwischen
den Anfällen bzw. Anfallsserien klinisch absolut unauffällig. Weder bei der klinischen
noch der neurologischen Untersuchung sind anderweitige Befunde zu erheben.
Symptomatische Epilepsie
Der symptomatischen Epilepsie liegen angeborene oder erworbene strukturelle Hirnveränderungen
zugrunde, wobei diese die Folgen von Entzündungen, eines Schädeltraumas
oder anderweitiger Hirnerkrankungen sein können. Diese Erkrankungen sind meist abgeheilt,
haben aber eine erhöhte paroxysmale Entladungsbereitschaft hinterlassen. Da diese
Veränderungen nicht selten herdförmig lokalisiert sind, kommen fokale Anfälle - von einem
Herd ausgehende Anfälle - vor, die sich mehr oder weniger rasch über beide Großhirnhälften
ausbreiten. Bei dieser Form der Epilepsie können die epileptischen Anfälle das
einzige oder das dominierende Symptom sein. Die Bindung der Anfälle an Ruhe und
Schlaf ist oft geringer ausgeprägt. Das Anfallsbild und die -frequenz können in Abhängigkeit
von Art und Ausdehnung der Läsion erheblich variieren. Neurologische Befunde können
fehlen oder nur dezent ausgeprägt sein. Bei den akuten und/oder fortschreitenden
Hirnerkrankungen kommen neben den Anfällen weitere neurologische Symptome vor, die
im weiteren Erkrankungsverlauf deutlicher hervortreten bzw. weiter zunehmen.
_____ Kryptogene Epilepsie _____
Beim Menschen wird eine Epilepsie, die sich nicht eindeutig der idiopathischen oder symptomatischen
Form zuordnen läßt, als kryptogene bezeichnet. Dieser Begriff findet sich
auch in der Veterinärmedizin.
Primär extrazerebral ausgelöste Anfälle
Epileptische Anfälle kommen nicht nur bei Epilepsien, bei anderweitigen Hirnerkrankungen
sondern auch bei inneren Erkrankungen vor, so bei Stoffwechselstörungen (Unterzuckerung,
Hypokalzämien etc.), Herzrhythmusstörungen (plötzlicher Sauerstoffmangel im Gehirn),
stark gestörter Leberfunktion (portosystemischer Shunt) u.a. Sie führen i.d.R. zu
primär generalisierten Anfällen. Aber auch Vergiftungen, die Einfluß auf den Hirnstoffwechsel
und somit auf die elektrophysiologischen Erregungsabläufe im Gehirn nehmen,
können anfallsauslösend wirken. Auch sie führen i.d.R. zu primär generalisierten Anfällen.
Schon im Hinblick auf die Therapie und Prognose sind diese primär extrazerebral ausgelösten
Anfälle (akute epileptische Reaktionen) von Hirnerkrankungen abzugrenzen, die mit
epileptischen Anfällen einhergehen.
Wie wird die Epilepsie beim Hund diagnostiziert?
Die Diagnose der Epilepsie ist eine Ausschlußdiagnose, da auch diverse andere Erkrankungen
mit epileptischen Anfällen einhergehen können. Wichtig sind eine sorgfältig erhobene
und weit zurückreichende Anamnese (Krankengeschichte), auch Familienanamnese
(epileptische Verwandte) sowie eine möglichst genaue Beschreibung des Anfallsablaufes
(Videoaufnahme). Zur Abgrenzung extracerebraler Anfallsursachen sind hämatologische,
biochemische und kardiologische Untersuchungen durchzuführen. Eine besondere Bedeutung
kommt der sorgfältigen neurologischen Untersuchung des epileptischen Hundes
zu, die Hinweise auf akute und chronische Hirnveränderungen zu geben vermag. Ergeben
sich bei dieser Untersuchung neurologische Befunde – sie fehlen bei der idiopathischen
Epilepsie - sind weitere teils invasive, teils sehr kostenaufwendige Untersuchungen zur
Abklärung des Anfallsleidens indiziert.
Mit der Liquor(Hirnwasser)untersuchung lassen sich entzündliche, seltener tumoröse
Hirnerkrankungen nachweisen. Die Röntgenuntersuchung des Kopfes ist diagnostisch unergiebig,
da das Gehirn von Schädelknochen umgeben ist, die die Röntgenstrahlen absorbieren.
Hier bieten sich Computer- oder Magnetresonanztomographie des Kopfes an.
Beim Menschen kommt der Hirnstromableitung (EEG) eine erhebliche Bedeutung zu.
Beim Hund sind diese Untersuchungen weit schwieriger durchzuführen, da die Kooperation
des Patienten fehlt und die Hirnströme durch die starke Kopfbemuskelung von Muskelaktionspotentialen
bis zur Unkenntlichkeit überlagert werden können. Schon die geringsten
Bewegungen (Anspannung, feinstes Ohrenspiel), ungünstiger Elektrodensitz (Nadelelektroden)
etc. können zu massiven Muskelaktionspotentialen führen. Selbst in leichter
Sedation (Ruhigstellung) abgeleitete EEGs erfordern einen erheblichen Zeitaufwand und
setzen einen absolut ruhigen Untersuchungsraum voraus. Bei in Narkose abgeleiteten
EEGs werden die Hirnströme von den Narkotika beeinflußt.
_____ Wie erfolgt die Therapie der Epilepsie beim Hund? _____
Die Vorbedingung einer optimalen Anfallstherapie ist die eingehende diagnostische Abklärung
des Anfallsgeschehens, denn die Therapie wird von der Ursache der Anfälle bestimmt.
Nur bei den Epilepsien, den Anfällen, die primär zerebralen Ursprungs sind, sind
Antiepileptika indiziert. Bei der Therapie von Hirnerkrankungen, bei denen epileptische
Anfälle neben anderen zentralnervösen Symptomen vorkommen (Hirntumor, Hirnhautentzündung,
Hirnentzündung, etc.) werden Antiepileptika in die Therapie miteinbezogen. Bei
primär extrazerebral ausgelösten Anfällen sind sie dagegen nicht indiziert. Hier gilt es, die
Ursache der Anfälle, beispielsweise die Ursache der Unterzuckerung zu beheben.
Bei den Epilepsien des Hundes ist nur mit einer medikamentösen Langzeittherapie ein
therapeutischer Erfolg zu erzielen. Antiepileptika heilen die Epilepsien nicht, sie vermögen
aber das Auftreten von epileptischen Anfällen zu verhindern bzw. ihre Häufigkeit, Schwere
und Dauer zu mindern. Ziel einer antiepileptischen Therapie muß sein, Anfallsfreiheit oder
eine weitgehende Anfallsreduktion zu erzielen, ohne die Lebensqualität durch Nebenwirkungen
einzuschränken.
Die Langzeittherapie wird von drei Fragen bestimmt:
•wann therapieren,
•womit therapieren,
•wie dosieren
zu Therapiebeginn und im weiteren Erkrankungsverlauf.
Der Therapiebeginn wird von der Frequenz und Intensität der Anfälle bestimmt. Vor Therapiebeginn
sollten 2-4 Anfälle abgewartet werden, denn auch beim Hund kommen epileptische
Anfälle vor, die nur ein- oder zweimal auftreten oder sich nur in sehr großen Abständen
wiederholen (Gelegenheitsanfälle, Oligoepilepsie) und daher nicht zu therapieren
sind. Bei 4-6 leichten Anfällen pro Jahr kann auf eine Therapie verzichtet werden, es sei
denn sie wird ausdrücklich gewünscht oder die anfallsfreien Intervalle verkürzen sich. Erfahrungsgemäß
werden bei sehr niedriger Anfallsfrequenz die Antiepileptika nicht regelmäßig
verabreicht, was mehr schadet als hilft. Eine höhere oder zunehmende Anfallsfrequenz,
heftige Anfälle und vor allem Serienanfälle (>2 Anfälle/24 Stunden) erfordern einen
raschen Therapiebeginn und eine konsequente Therapie. Je früher die Therapie beginnt,
und je rascher eine wirksame Konzentration des Antiepileptikums im Blut (Serum) erreicht
wird, um so besser ist der zu erzielende Therapieerfolg.
Von den vielen für den Menschen im Handel befindlichen Antiepileptika eignen sich derzeit
nur drei gut zur Dauertherapie beim Hund: Phenobarbital, Primidon und Kaliumbromid.
Nur mit diesen Substanzen sind ausreichend hohe Serumkonzentrationen und somit antiepileptisch
wirksame Konzentrationen im Gehirn zu erzielen. Die übrigen Antiepileptika
werden vom Hund so rasch abgebaut, dass keine ausreichende Wirkung zu erzielen ist,
sie verlieren mit der Zeit ihre Wirksamkeit (Toleranzentwicklung) oder sie weisen nicht tolerierbare
Nebenwirkungen auf.
Epilepsie-Fibel für Hundehalter 6/12 • © 2005 Prof. Dr. Dorothea Schwartz-Porsche • www.epilepsie-beim-hund.de
Für den Hund geeignete Antiepileptika
(Wirkstoffe und Handelsnamen)
Phenobarbital:
-Luminal® 100 mg/Tablette
-Luminaletten® 15 mg/Tablette
Primidon:
-Liskantin® 250mg/Tablette
-Liskantin®-Saft 25 mg/ml
-Mylepsinum® 250mg/Tablette
-Primidon Holsten® 250mg/Tablette
-Primidon Holsten®-Saft 50 mg/ml
-Resimatil® 250mg/Tablette
Kaliumbromid:
-Dibro-Be mono® 850 mg/Tablette
Wie erfolgt die Langzeittherapie mit Phenobarbital und
Primidon?
Phenobarbital und Primidon weisen ein breites Wirkungsspektrum auf, sie wirken bei nahezu
allen epileptischen Anfällen des Hundes. Sie werden im Magen-Darmtrakt fast
vollständig resorbiert und in der Leber abgebaut. Die Abbauprodukte werden über die Niere
ausgeschieden. Aus Primidon entsteht im Organismus Phenobarbital. 85% der Primidonwirkung
gehen beim Hund auf diesen Hauptmetaboliten zurück. Der Primidonabbau
nimmt beim Hund so rasch zu, dass trotz regelmäßiger Gaben nach wenigen Wochen im
Blut keine oder nur sehr niedrige Primidonkonzentrationen nachweisbar sind.
Phenobarbital und Primidon weisen wie alle Antiepileptika zu Therapiebeginn und nach
jeder Dosissteigerung dosisabhängig sedative Nebenwirkungen (Müdigkeit, Apathie,
leichte Nachhandschwäche) auf, die sich allmählich über 2-8 Wochen verlieren. Nur sehr
vereinzelt kann es zu Unruhe und Übererregbarkeit kommen. Einige Tiere entwickeln bleibend
einen erhöhten Appetit und/oder vermehrten Durst. Bei gleichbleibender Dosierung
ist nach 2-3 Wochen eine steady state-Konzentration (Fließgleichgewicht) des Phenobarbitals
im Blut erreicht und bei ausreichender Dosierung ein Therapieerfolg zu erwarten.
Die Gabe von Primidon ist beim Hund selten angezeigt, es ist dem Phenobarbital nicht
überlegen. Letztlich ist Primidon nur eine teure Form der Phenobarbitaltherapie. Beide
Substanzen, insbesondere Primidon, können zu einer erheblichen Induktion (Anstieg) der
Leberenzyme, insbesondere der alkalischen Phosphatase im Blut führen. Dies ist nicht
Ausdruck einer Leberschädigung. Die Leber reagiert jedoch durch die Dauerleistung, die
sie zu erbringen hat, empfindlicher auf zusätzliche Noxen, so dass es insbesondere unter
Primidon zu Leberschäden kommen kann. Dies trifft auf etwa 10% der mit Primidon langzeitig
behandelten Hunde zu. Beim Phenobarbital ist der Anteil geringer. Bei hohen Leberenzymwerten
unter Primidon empfiehlt sich die Umstellung auf Phenobarbital, da so für
die stark geforderte Leber ein Metabolisierungsschritt entfällt. Bei der Umstellung, die abrupt
möglich ist, entsprechen 4-5 mg Primidon 1 mg Phenobarbital. Unter Primidon stark erhöhte Enzymwerte gehen i.d.R. unter Phenobarbital zurück. Solange die Gallensäurenkonzentration
im Normbereich liegt, erfordern erhöhte Leberenzymwerte keine Dosisreduktion
des Phenobarbitals. Unter der Therapie mit Primidon wie Phenobarbital sollten
daher neben der Serumkonzentration des Phenobarbitals auch die Leberwerte einschließlich
der Gallensäuren in 6-monatigen Abständen kontrolliert werden.
Die Therapie kann einschleichend, mit der Richtdosis (Phenobarbital: 5-10 mg/kg Körpergewicht
(KGW) täglich auf 2 Gaben verteilt, Primidon 35-70 mg/kg KGW täglich auf 2-3
Gaben verteilt) oder mit einer loading dose (Aufsättigungsdosis) beginnen. Eine einschleichende
Therapie, die erst allmählich greift, empfiehlt sich bei schweren Hunden und Tieren
älterer Besitzer, die ohne Fahrstuhl in oberen Etagen wohnen. In diesen Fällen kann
selbst die untere Grenze der Richtdosis infolge der anfänglichen sedativen Nebenwirkungen
zu hoch sein und zum Euthanasiewunsch führen. Bei einschleichender Therapie sollte
die Dosis abhängig von den Nebenwirkungen über 6-16 Wochen gesteigert werden. Bei
sehr heftigen Anfällen oder rasch benötigtem Therapieerfolg kann zu Therapiebeginn eine
loading dose (Aufsättigungsdosis) von 10-20 mg/kg KGW Phenobarbital in Tablettenform
oder intravenös verabreicht werden, wegen der starken sedativen Nebenwirkungen möglichst
unter stationären Bedingungen.
Grundsätzlich sollte im Therapieverlauf die Dosis konsequent so lange angehoben werden,
bis Anfallsfreiheit erzielt worden ist oder bleibende sedative Nebenwirkungen auftreten.
Erst dann sollte ein zweites Medikament (Kaliumbromid) zugegeben werden. Hierbei
erleichtert die Bestimmung der Serumkonzentration die Dosissteigerung und die Kontrolle
der Therapie. Denn gleiche, auf das Körpergewicht bezogene Dosierungen können, infolge
unterschiedlicher Bioverfügbarkeit, Resorption, Abbau und Ausscheidung des Antiepileptikums
zu sehr unterschiedlichen Serumkonzentrationen führen. Zudem kann es durch
Autoinduktion mit der Zeit zu einem rascheren Abbau des Phenobarbitals kommen, so
dass die Dosis dem Abfall der Serumkonzentration anzupassen ist.
Konzentrationsbestimmungen sollten bei Erreichen des steady states (nach 2- bis 3-wöchiger
Therapie), vor Dosiserhöhungen, bei Anfallsrezidiven (Compliancekontrolle), bei
Wesens- und Verhaltensänderungen, Koinzidenzen mit anderen Erkrankungen oder zunehmender
Müdigkeit durchgeführt werden. Eine Verlaufskontrolle der Serumkonzentration
empfiehlt sich in 6monatigen Abständen. Ratsam ist es, jeweils die basale (niedrigste)
Konzentration zu bestimmen, d.h. die Konzentration, die unmittelbar vor der nächsten Medikamentgabe
vorliegt. Bei konstanter Dosierung sollte die basale Phenobarbitalkonzentration
nicht stärker als 10% schwanken. Anfallsrezidive und Müdigkeit unter der Dauertherapie
können auch durch anderweitige Medikamentgaben infolge von Medikamentinteraktionen
(beschleunigter oder verzögerter Phenobarbitalabbau) bedingt sein.
Der therapeutische Bereich der Phenobarbitalkonzentration beträgt bei der Phenobarbitalwie
Primidontherapie beim Hund 20-40 μg/ml. Dieser Begriff besagt lediglich, dass in diesem
Bereich ein Therapieerfolg zu erwarten ist. Bei Hunden, die bei niedrigeren Konzentrationen
anfallsfrei sind, ist die Dosis nicht zu erhöhen. Bei Hunden, die Konzentrationen
im oberen Wirkungsbereich aufweisen und noch nicht anfallsfrei sind, kann die Dosis
durchaus weiter erhöht werden, auch über den sogenannten therapeutischen Bereich hinaus
bis sie anfallsfrei sind oder bleibende sedative Nebenwirkungen auftreten, was bei
älteren oder geschwächten Tieren schon vor Erreichen der oberen Bereichsgrenze möglich
ist. Der therapeutische Bereich bedeutet nicht, dass die Serumkonzentration eines Antiepileptikums
diesen Bereich nicht unter- oder überschreiten darf oder dass, wie häufig angenommen, eine weitere Dosiserhöhung nicht erfolgversprechend ist, wenn dieser Bereich
erreicht worden ist.
Wird Anfallsfreiheit erzielt, was bei etwa 30-40% der Hunde zumeist erst mit Phenobarbitalkonzentrationen
im oberen therapeutischen Bereich der Fall ist, so sollte eine Dosisreduktion
nicht vor 6 Monaten erfolgen. Die Dosis sollte dann stufenweise, jeweils nach 3-6
Monaten, um nicht mehr als 20% erniedrigt werden. Nur bei sehr wenigen Tieren läßt sich
die Phenobarbitalgabe ganz einstellen. Bei weiteren 30-40% der Fälle läßt sich bei ausreichender
Dosierung eine über 50%ige Anfallsreduktion erzielen. Etwa 20-40% der epileptischen
Hunde erweisen sich gegenüber Phenobarbital bzw. Primidon als absolut therapieresistent.
Dosierung und therapeutische Serumkonzentration
von Phenobarbital und Primidon
Phenobarbital
Richtdosis: (2)-5–10-(20) mg/kg KGW
Serumkonzentration: 20-40 μg/ml
Primidon
Richtdosis: (15)-35-70-(100) mg/kg KGW
Serumkonzentration von Primidon unter 1 μg/ml
Serumkonzentration von Phenobarbital 20-40 μg/ml
Bestimmungen der Serumkonzentration
erfolgen im Biochemischen Labor der Gesellschaft für Epilepsieforschung,
Maraweg 13, 33617 Bielefeld
Kontakt: gfe@mara.de
Internet: www.epilepsieforschung.de
und in einigen kommerziellen veterinärmedizinischen Labors.
Wie erfolgt die Langzeittherapie mit Kaliumbromid?
Kaliumbromid, das beim Hund zunächst bei der Therapieresistenz gegenüber Phenobarbital
in Form der Add-on-Therapie (Kombinationstherapie) Anwendung fand, wird zunehmend
auch zur Monotherapie eingesetzt. Es ist bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen,
dem Grand mal, indiziert, der häufigsten Anfallsart beim Hund. Gemischte Anfälle
und generalisierte tonische Anfälle sprechen weniger gut oder gar nicht an.
Die antiepileptische Wirkung wird durch den Bromidanteil bedingt. Bromid wird rasch im
Dünndarm resorbiert und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Es führt so zu keiner
Leberschädigung und zu keinen Interaktionen mit anderen Medikamenten. Die Geschwindigkeit
der Bromidausscheidung wird von der Chloridaufnahme, d.h. der Kochsalzaufnahme
(Natriumchlorid) mit dem Futter bestimmt, da Bromid und Chlorid um die
Ausscheidung über die Niere konkurrieren.
Bromid wird vom Hund sehr langsam ausgeschieden. Entsprechend langsam baut sich die
steady state-Konzentration auf. Diese wird erst nach 60- bis 80-tägiger Gabe annähernd
erreicht. Erst nach Ablauf dieser Zeit, ist mit der vollen Wirksamkeit des Bromids zu rech-
Epilepsie-Fibel für Hundehalter 9/12 • © 2005 Prof. Dr. Dorothea Schwartz-Porsche • www.epilepsie-beim-hund.de
nen. Im steady state können jedoch abhängig von Resorption, Nierenfunktion, Flüssigkeitsaufnahme
und Fütterung gleiche Dosierungen von Kaliumbromid zu sehr unterschiedlichen
Serumkonzentrationen führen. Durch den sehr langsamen Anstieg der Serumkonzentration
des Bromids erübrigt sich ein einschleichender Therapiebeginn.
Add on-Therapie
Bei der Add on-Therapie mit Kaliumbromid liegt die Richtdosis bei täglich 30-40 mg/kg
KGW. Individuell unterschiedlich und fütterungsabhängig können Dosen von 20-30 mg/kg
KGW ausreichend sein, aber auch Gaben von 40-60 mg/kg KGW erforderlich werden.
Soweit mit den Dibro-Be mono® Tabletten keine an das Körpergewicht ausreichend angepaßte
Dosierung möglich ist (kleine Hunde), können vom Apotheker die Tabletten zerstampft
und die benötigten Mengen in Gelatinekapseln eingewogen werden. Die Basaltherapie
mit Phenobarbital sollte zunächst mit der gleichen Dosierung beibehalten werden.
Die Dosisanpassung des Kaliumbromids sollte in Abhängigkeit von Wirkung und Serumbromidkonzentration
erfolgen. Letztere korreliert weit besser mit dem Therapieerfolg als
die Dosis. Konzentrationsbestimmungen sollten 60 und 120 Tage nach Therapiebeginn
und nachfolgend alle 3–6 Monate sowie bei Anfallsrezidiven erfolgen. Die therapeutische
Serumkonzentration liegt bei der Add-on-Therapie bei etwa 1-2 mg/ml. Ein therapeutischer
Erfolg kann schon mit niedrigeren Konzentrationen möglich sein; eine Konzentration von
>1,5 mg/ml wird nicht von allen Hunden vertragen, dies gilt insbesondere für ältere und/oder
noch anderweitig erkrankte Tiere, während junge kräftige Hunde auch Konzentrationen
von >2mg/ml tolerieren.
Bei der Zugabe von Kaliumbromid zeigen die meisten Tiere zunächst sedative Nebenwirkungen
– rasche Ermüdbarkeit, leichte Ataxie und Nachhandschwäche (!) -, die sich mit
der Zeit verlieren. Als weitere Nebenwirkungen werden bei einigen Hunden Durst sowie
Magen-Darmstörungen unterschiedlicher Ausprägung gesehen. Hautveränderungen, beim
Menschen beschrieben, kommen beim Hund so gut wie nicht vor.
Mit der Add-on-Therapie mit Kaliumbromid lassen sich bei etwa 50-80% der zuvor therapieresistenten
Grand mal-Fälle (Serumkonzentration des Phenobarbitals im oberen therapeutischen
Bereich) Anfallsreduktionen von >50% erzielen. Etwa ein Viertel bis ein Drittel
dieser Hunde wird anfallsfrei und bleibt es, so die Dosierung von Phenobarbital nicht zu
rasch erniedrigt wird. Bei Anfallsfreiheit kann Phenobarbital nach 6 Monaten stufenweise
reduziert werden. In einigen Fällen kann mit der Zeit auf eine Monotherapie mit Kaliumbromid
übergegangen werden. Bei Lebererkrankungen sollte die Gabe von Phenobarbital
bzw. Primidon rascher reduziert und wenn möglich, nur Kaliumbromid verabreicht werden.
Monotherapie
Zur Monotherapie eignet sich Kaliumbromid vor allem bei Hunden mit niedriger Anfallsfrequenz,
da bis zur vollen Wirksamkeit mindestens 60 Tage vergehen und in dieser Zeit
noch mit Anfällen zu rechnen ist. Eine Indikation zur Monotherapie sind gleichzeitig vorliegende
Lebererkrankungen. In diesen Fällen sollte die Plasmakonzentration mit Hilfe einer
loading dose (Aufsättigungsdosis) rasch angehoben werden. Die Monotherapie erfordert
Dosierungen bis zu 80 (100) mg/kg KGW und Tag. Die therapeutische Bromidkonzentration
dürfte im Bereich von 1,5-2,0-(2,5) mg/ml liegen.
Epilepsie-Fibel für Hundehalter 10/12 • © 2005 Prof. Dr. Dorothea Schwartz-Porsche • www.epilepsie-beim-hund.de
Zum rascheren Erreichen dieser Konzentration kann zu Therapiebeginn die 2- bis 4-fache
Richtdosis verabreicht werden. Eine 10fache loading dose bzw. eine Gabe von 600-800
mg/kg KGW über 24-48 h verteilt, wie z.T. empfohlen, wird oft schlecht vertragen. Neben
starker Müdigkeit, Nachhandschwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen kann es auch
zu Bauchschmerzen kommen.
Einige wenige Tiere eignen sich auf Grund ihrer Magen-Darmempfindlichkeit weniger zur
Therapie mit Kaliumbromid. Magen-Darmsymptome können sich auch im Verlauf einer
Bromidtherapie einstellen. Sehr selten sind auch Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse
möglich. Diese können zum Absetzen des Kaliumbromids zwingen, was vor allem
bei der Monotherapie Anfallsrezidive bedingen kann.
Zur besseren Verträglichkeit sollte die Tagesdosis bei der Add on- wie der Monotherapie
auf zwei Gaben verteilt, unmittelbar nach der Fütterung und nie auf nüchternen Magen
gegeben werden. Gut bewährt hat sich bei der Bromidtherapie ein leicht verdauliches,
fettarmes Futter.
Treten nach längerer Kaliumbromidtherapie wieder Anfälle oder sedative Nebenwirkungen
(Müdigkeit, Nachhandschwäche!) auf, so sollte die Serumkonzentration des Bromids überprüft
werden. Eine nicht beachtete Veränderung des Kochsalzgehaltes im Futter (Futterwechsel,
Tischreste, Wurst etc. als Eingabehilfe) kann zu einer verminderten oder erhöhten
Bromidausscheidung und so zu sedativen Nebenwirkungen bzw. erneuten Anfällen
führen. Ein Futterwechsel sollte daher vermieden werden. Mit Ausnahme der anfänglichen
sedativen Nebenwirkungen und den gelegentlichen gastrointestinalen Störungen wird die
Therapie mit Kaliumbromid von den meisten Hunden über Jahre gut vertragen, so dass
diesem Antiepileptikum zunehmend Bedeutung in der Therapie der Epilepsien des Hundes
zukommt.
Dosierung von Kaliumbromid und
therapeutische Serumbromidkonzentration
Add on-Therapie
Richtdosis: (20)-30-40-(60) mg/kg KGW täglich
Serumkonzentration: 1-2 mg/ml
Monotherapie
Richtdosis: 60-80-(100) mg/kg KGW täglich
Serumkonzentration: 1,5-2,0-(2,5) mg/ml
Bestimmungen der Serumkonzentration
erfolgen im Biochemischen Labor der Gesellschaft für Epilepsieforschung,
Maraweg 13, 33617 Bielefeld
Kontakt: gfe@mara.de
Internet: www.epilepsieforschung.de
und in einigen kommerziellen veterinärmedizinischen Labors.
_____ Was sind die häufigsten Fehler bei der Therapie der Epilepsie beim Hund? _____
! Dosierungsfehler:
Nicht selten wird die Therapie mit viel zu niedrigen Dosierungen begonnen, Dosierungen,
die nicht wirksam sind und dennoch aus Angst vor Nebenwirkungen lange Zeit nicht erhöht
werden. Wegen der sedativen Nebenwirkungen und aus Angst vor einer Leberschädigung
wird bei nicht ausreichender Information die verordnete Dosis oft reduziert und
nach erneuten Anfällen kurzzeitig wieder erhöht, eine Schaukeltherapie, die nicht zum Erfolg
führen kann!
Auch zu große Dosierungsintervalle (eine Tagesgabe) oder eine ungleiche Verteilung der
Tagesdosis können für ein Therapieversagen verantwortlich sein, da die Serumkonzentration
des Antiepileptikums zwischen unwirksamem und toxischem Bereich schwanken
kann.
! Fehlinterpretation des therapeutischen Bereiches:
Diese führt leicht dazu, dass vor Erreichen des oberen Grenzwertes ein zweites Antiepileptikum
gleichfalls unterdosiert zugegeben oder ein viel zu rascher Medikamentenwechsel
vorgenommen wird, oft zu einem Medikament, das weit weniger oder gar nicht für den
Hund geeignet ist. Grundsätzlich sollte ein Antiepileptikum voll aufdosiert werden bevor ein
Wechsel oder eine Add-on-Therapie erfolgt.
! Dosisreduktion:
Diese erfolgt nicht selten zu früh, oft schon nach sehr kurzer anfallsfreier Zeit und meist
gegen die Anweisung des Tierarztes. Nicht nur ein Therapieabbruch sondern auch vergessene
und unregelmäßige Medikamentgaben können zu Entzugskrämpfen führen.
Welche Lebenserwartung haben Hunde mit Epilepsie?
Bei der Epilepsie - fortschreitende Hirnerkrankungen ausgeschlossen - wird im Schrifttum
die Therapieresistenz beim Hund mit 20-52% angegeben. Bei optimalem Einsatz der für
den Hund geeigneten Antiepileptika, regelmäßiger Therapiekontrolle sowie weitgehender
Beachtung der Faktoren, die sich negativ auf das Therapieergebnis auswirken können,
erweisen sich nur etwa 20% der epileptischen Hunde als tatsächlich therapieresistent. Bei
optimaler Therapie beeinträchtigt die Epilepsie nicht die Lebenserwartung der Tiere. Über
10jährige erfolgreiche Therapien sind durchaus möglich.
Hab das hier gegooglet,leicht abgeändert und gekürzt, diese Fibel entstammt ursprünglich der EPILEPSIEFIBEL aus dem Jahre 2005 von Prof.-Dr. Dorothea Schwartz-Porsche
Ich hoffe es nutzt was...ist vielText.