Angst vor Drachen
Hallo,
ich hab mal ne Frage, wie ihr in dieser Situation gehanldet hättet.
Seit zwei Tagen hab ich von ner Bekannten für 3 Wochen ne Jack Russel Hündin also Urlaubspflege. Mir wurde gesagt sie kann in der Natur immer ohne Leine laufen. Stimmt auch, sie bleibt immer in der Nähe und schaut sich ständig nach mir um. Klappt alles wunderbar.
Heute sind wir auf einer großen Wiese spazieren gegangen und urplötzlich, kurz bevor ich die beiden an die Leine nehmen wollte, weil wir eine Straße überqueren mussten, ohne das ich gleich wusste was los ist, rannte sie in die Richtung zurück, wo wir hergekommen waren. Ich hab natürlich gerufen wie verrückt, sie rannte weiter wie von ner Wespe gestochen. Sie war kaum noch in Sichtweite, ich rufe immernoch wie verrückt (aber freundlich, wie als hätte ich was tolles für sie), schließlich waren wir in fremder Umgebung. Irgendwann merkte sie scheinbar, dass ich nach ihr rufe, sie drehte sich um und kam wieder auf mich zugerannt. Ich natürlich gleich einen Freudentanz mit Charly veranstaltet, ein Stück in die andere Richtung gehopst, damit sie sieht, es lohnt sich zurück zu kehren. Bei mir angekommen nahm ich sie auch noch an die Leine (Charly war schon an der Leine, wegen der oben erwähnten Straße. Ich wusste immernoch nicht so recht was das jetzt für eine Aktion war. Bis mir nach einer Weile dämmerte, dass sie panische Angst vor den Drachen hatte, die die Leute neben uns auf der Wiese steigen ließen.
So, nun hab ich die Maus an der Leine, sie vergisst ihre gesamte Leinenmanier und zerrt wie blöde, so nach dem Motto bloß schnell weg hier. Ansprechbar ist sie logischerweise in dem Moment nicht. Charly guckt ganz verdattert, weil er keine Ahnung hat was in dem Moment los ist.
Nun die Frage, wie verhält ma sich in einem solchen Moment am Besten?
Ich persönlich war erstmal vollkommen überrascht. Erstmal bin ich nicht weiter weg von der Ursache ihrer Ängste gegangen, sondern stehen geblieben. Sobald sie aufhörte wie eine bekloppte in der Leine zu hängen und sich hinsetzte hab ich sie ganz doll gelobt, mich neben sie gehockt und gestreichelt. Immer wieder wollte sie vorpreschen, lehnte sich in die Leine (hatt ich ganz kurz, konnte also nicht weit) ich habe weiter dagehockt, Charly neben mir, bis sie es wieder unangenehm fand so in der Leine zu hängen um sich dann wieder zu setzen und Lob zu ernten. Das ganze ging etliche Male, der Schwanz ganz eingeklemmt,Charly hat sich irgendwann hingelegt und verstand die Welt nicht mehr. Nun hatte ich nach etlichen Minuten das Gefühl wir kämen so nicht vorwärts. Aber ich wollte ihr ja auch nicht ewig diesen Stress bereiten. Also bin ich immer einen Schritt vorwärts gegangen, hab gewartet bis sie sich setzt, dann wieder einen Schritt. Bei jedem setzen gabs ein Lob. Irgendwann waren wir dann weit genug weg, sodass sie sich wieder beruhigte und ich sie wieder von der Leine gelassen hab. Was sagt ihr dazu? Hätte ich anders handeln sollen?
(die ganze Prozedur bei den Drachen, bis sie sich wieder beruhigt hatte, dauerte sicher so ne halbe dreiviertel Stunde)
schrieb am 13.11.2009 18:07 Uhr
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