4.Advent
Gedanken zum 4. Advent
Es war nicht immer einfach auf dem Weg zu bleiben, der
ihr ins Herz gezeichnet wurde,
als es diesen Abschied für immer gab. So manches Mal
geriet sie ins Schwimmen, weil ihre Tränen den Pfad der
Liebe wieder unter Wasser gesetzt hatten, dann stärkte
auch das Lächeln auf dem Foto nicht und das Tor der
Träume blieb verschlossen.
Bald ist Heilig Abend. Alle Vorbereitungen sind
getroffen und das Bäumchen auf der Terrasse wartet
schon darauf, geschmückt zu werden. Die
Weihnachtsfreude aber will in ihr beim besten Willen
nicht aufkommen. So geht sie noch einmal ins Zentrum
der kleinen Altstadt, bummelt durch die geschmückten
Gassen und hofft auf das Fühlen von Weihnachtsfreude.
Die Lichter und Kerzen erreichen ihre Augen, aber sie
widerspiegeln das Strahlen nicht. Die Weihnachtslieder
aus den Lautsprechern erreichen ihre Ohren, aber nicht
ihr Herz. Traurigkeit steigt in ihr auf und sie bleibt
vor einem Fenster stehen, ohne zu sehen, was dort
geboten wird. Plötzlich taucht in der Scheibe die
Gestalt eines alten Mannes auf. Sie hat ihn nicht
kommen sehen. Er ist einfach da. Sie schaut zu ihm,
direkt in seine gütigen weisen Augen, deren Blicke auf
ihr ruhen. „Du siehst nachdenklich aus“ spricht er sie
an. „Ja“ erwidert sie. „Ich bin durch die Gassen der
Stadt gegangen mit all den Menschen, zwischen den
Tannenzweigen, Düften, Weihnachtsliedern und
Beleuchtungen. Alles ist wunderschön, aber ich vermisse
dieses Jahr die Freude in mir.
Seine tiefe Stimme klingt leise: „Der Zauber von
Weihnachten findet nicht in den Straßen und Gassen
statt, nicht in den Geschäften und auch nicht in den
Häusern und Kirchen. Weihnachten ist in den Herzen der
Menschen zuhause. Öffne dein Herz und Weihnachten wird
dich finden.“ Nickt, lächelt und stapft davon.
Versonnen schaut sie ihm nach, bis er um die nächste
Ecke verschwunden ist. Sekunden später hört sie das
Klappern von Hufen, das Knarren von Zaumzeug und das
silberne Klingen von Schellen. Still und in sich
gekehrt tritt sie den Heimweg an, der sie über einen
kleinen Friedhof führt, auf dem sie die Kerzen zum
vierten Advent anzündet und hofft, dass die Lichter
ihre Liebe und ihre Gedanken weiter tragen, hinauf zu
den Perlen der Nacht.
Just in diesem Moment tanzen die ersten Schneeflocken
vom Himmel. Da öffnet auch ihr Herz sein Türchen, um
dem sanften Weihnachtsklopfen Einlass zu gewähren.
Schnell setzen sich die Flöckchen zu einem dichten
Schneekranz auf ihre Wimpern, um die Tränen zu halten,
als ihr Blick sich nach oben wendet.
Leise, doch süß wie das Lied der Nachtigall klingt ihr
Gruß himmelwärts . . .
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Liebe Grüße zum 4.Advent
von Ib, Jimmy und Familie