Hallo allerseits
Nächsten Samstag kommt Dana aus Wien hier an. Dana ist 4,5 Jahre alt, Labrador-Mix (kleiner/weniger mächtig als ein Labbi), unkastriert, wurde mit 6 Monaten von meinem Schwiegersohn vom Tierschutz übernommen. Seit der Geburt meines Enkels vor 15 Monaten ist einfach nicht genug Zeit für Dana da. Obwohl mein Schwiegersohn wirklich sehr an der Hündin hängt, hat er sich entschlossen, dass sie -zumindest vorläufig- bei uns leben kann.
Dana hat kaum Hundekontakte und soll eher aggressiv anderen Hunden gegenüber sein. Freilauf hat sie selten. besonders in der letzten Zeit ist sie körperlich völlig unausgelastet. In der Wohnung ist sie sehr brav und genügsam, nur so konnte die Situation mit dem jetzt mobilen Kleinkind überhaupt so lange gut gehen.
Katzen kennt Dana gar nicht, aber unsere 2 Kater sind souverän und hundeerfahren und haben reichlich Ausweichmöglichkeiten nach oben in die hundefreien Zonen.
Das vordringlichste Problem wird wohl die Zusammenführung mit unserer Frieda, Jack-Russel-Mix, von Geburt an gut hündisch sozialisiert, täglich viele friedliche Hundekontakte, kastriert, 3 Jahre alt. Seit der 8ten Lebenswoche bei uns.
Dana kommt heute in einer Woche nach 10 Stunden Autofahrt hier an (wir holen sie auf halben Weg ab, Frieda ist in der Zeit bei einer Freundin, die sie auch bis Sonntag abend behalten könnte)
Dana ist wahrscheinlich gerade läufig.... Ich hatte noch keine unkastrierte Hündin, also keine Ahnung, was das bedeutet. Angeblich ist sie dann besonders unverträglich. Erste Blutungszeichen seit gestern. Keine Ahnung, wie lange die Läufigkeit dauert. Ist auch nicht zu ändern, ich will keinen Tag länger warten, denn Dana soll schon nach meinem Enkel geschnappt haben. Da geht mir jetzt mein Enkel vor, denn ich glaube, dass mein Enkel in Gefahr ist. Ich werde den Termin nicht verlegen!
So, meine bisherigen Ideen:
Allgemein:
Dana bekommt ein nagelneues Körbchen mit gewohnter Auflage aus dem alten Zuhause. Wir halten uns fast nur im Wohnzimmer auf, da haben auch alle Tiere ihre Plätze. Danas Korb kommt in eine ruhige Ecke des Zimmers, die sonst noch nicht "belegt" ist und an der auch die Kater nicht dauernd vorbei müssen.
Frieda darf sowieso manchmal im Schlafzimmer schlafen, hat da auch ein Körbchen. Ich denke, wir werden sie vorläufig in der Nacht zu uns rein nehmen, um keine unbeobachteten Momente zwischen den Hunden zu haben.
Gefüttert wird hier sowieso immer getrennt. Die ersten Tage gibts für alle Tiere Lieblingsfutter reichlich ("Ressourcen ausreichend vorhanden" soll das signalisieren) Kauknochen oder sowas sowie Spielzeug wird hier vorläufig weggeräumt, um Streitereien zu minimieren. (Ist auch nicht so, dass hier dauernd sowas rumliegt).
Leckerchen gibts eh nur für "Aufgabenerledigung" und fast nur unterwegs. Wir gehen zunächst eh nur zu zweit mit beiden Hunden raus, also ist immer einer von uns für einen Hund "zuständig". Ist es sinnvoll, wenn wir da die Rollen abwechseln?
Frieda bleibt bis zum Sonntag nachmittag bei meiner Freundin. Wir versuchen bis dahin, ein bisschen Dana-Erfahrung zu sammeln und schauen, wie sie so worauf reagiert. ("Die hört seit Monaten auf gar nichts mehr" heisst es)
Die erste Begegnung mit Frieda soll dann am Sonntag nachmittag außerhalb der Wohnung im Wald/Feld stattfinden.
Erstes Treffen:
Ich gehe mit Dana in den Wald, Frieda wird nach Hause gebracht und von meinem Freund begrüßt. (Sie wird Dana riechen und das neue Körbchen sehen). Kurze Pause, dann geht mein Freund mit ihr in den Wald. Dana hab ich natürlich mindestens an einer Schleppleine. Beide Hunde tragen ein Brustgeschirr. Frieda wird ausnahmsweise auch angeleint sein. Wir sehen uns von weitem und gehen in reichlich Abstand aneinander vorbei (10 Meter oder so) und beschäftigen die Hunde währenddessen (kleine Aufgaben oder so). Wenn Dana Frieda sieht und kein Theater macht, - Keks rein. (richtig?)
Wir werden ungefähr ewig so rumlatschen und uns vielleicht nach und nach näher kommen, je nach Danas Reaktion. Meine Hoffnung ist, dass wir schon an dem Abend gemeinsam mit den angeleinten Hunden nebeneinander nach Hause gehen können. Dass es schon zu engerem Kontakt kommt, glaub ich nicht, dafür bin ich zu skeptisch, was Danas aggressives Verhalten angeht. Aber ich guck mal... Sollte es ganz schief gehen und Dana schwer Theater machen, müssen wir getrennt nach Hause und die Hunde in getrennten Räumen "lagern", bis es besser wird... ich hoffe aber, dass es nicht dazu kommt! Ich hasse Türen und hab kaum welche und wir können nur das Schlafzimmer und das Bad abtrennen, das wäre doof.
Normalerweise würde ich die zwei Hunde einfach unangeleint sich begegnen lassen. Frieda ist sehr gut im Umgang mit fremden Hunden...aber da ich vor Danas aggressivem Verhalten gewarnt wurde und Frieda ihr körperlich komplett unterlegen ist, will ich da nichts riskieren, bevor ich Dana nicht aus eigener Erfahrung besser einschätzen kann. Leider kenne ich Dana nur von einigen Besuchen und habe nie so ein "aggressives Verhalten" miterlebt. Da sie fast nur noch angeleint rauskommt, ist es auch noch nie zu ernsthaften Verletzungen und Beißereien gekommen. Ich habe also keine Ahnung, was da genau auf uns zu kommt. Ein bisschen habe ich die Hoffnung, dass es sich um Scheinangriffe/Verteidigungsverhalten aus Unsicherheit handelt. Mein Schwiegersohn ist herzensgut, hat aber keine hundeerfahrung und ich halte für möglich, dass er solche Situation mit gutgemeinten, aber falschen Signalen nur verschärft. Ich kenne Dana als ausgesprochen freundlich, genügsam, menschenbegeistert, intelligent und verspielt, aufmerksam, bemüht... und ich will alles dafür tun, dass sie wieder so wird.
Ich denke, mit der Zeit wird Dana hier aufblühen und die ausgiebigen Waldspaziergänge genießen, sich austoben und wohlfühlen und alleine das kann ihre "Aggression" schon erledigen... aber sie kommt am Samstag in dem Zustand, in dem sie eben ist und Frieda kann nur bis Sonntag "weg bleiben". Irgendwie müssen wir das also hinkriegen.
Wir wollen in diesen ersten Momenten keine massiven Fehler machen, deshalb bitte ich hier um Tipps von anderen hundeerfahrenen Leuten.
Ach ja: Da in Österreich Maulkorbpflicht in Öffis besteht, ist Dana an einen gewöhnt... ob und wie wir den einsetzen können/sollen, bin ich aber noch unsicher. Ich hoffe, der ist nicht nötig.
Habt ihr noch Tipps für uns? Oder konstruktive Kritik an unseren bisherigen Ideen? Das wäre super!
Vielen Dank im Voraus
Kirsten