Ist der Hund gesund, freut sich der Mensch – und damit dies auch so bleibt, heißt es in Sachen Hunde-Gesundheit: aufmerksam sein! An dieser Stelle finden Sie Fragen und Antworten zu Krankheiten und Wehwehchen unserer treuen Begleiter.
Läuft 'Hassos' Nase? Sind 'Bellas' Augen gerötet? Wenn Sie auch eine Frage für unsere Vierbeiner-Sprechstunde haben, schicken Sie diese einfach mit der Betreffzeile 'PSR-Sprechstunde' an info(at)stadthunde.com ! Wir werden aus allen Einsendungen immer wieder spannende Fragen herauspicken und an dieser Stelle beantworten.
Wichtiger Hinweis: Unser Online-Service ersetzt in keinem Fall einen Gang zum Tierarzt Ihres Vertrauens. Unsere Antworten sollten lediglich als erster Anhaltspunkt zum gesundheitlichen Problem Ihres Hundes gesehen werden.
"Ich habe bei meiner Bobtail-Hündin 'Emma' vor Kurzem eine Impfung gegen Leptospirose vornehmen lassen. Besteht nun ein 100%-iger Schutz gegen diese schlimme Krankheit?"
Jana S. mit 'Emma'
Unsere Antwort: Impfung bietet keinen 100%-igen Schutz
Leider nicht. Es gibt insgesamt 200 unterschiedlich gefährliche Stämme der Bakteriengattung Leptospirosa interrogans. Was kaum einer weiß: Unsere Hunde werden nur gegen zwei von ihnen durch die jährliche Impfung geschützt.
Sollten also die häufigsten Anzeichen für eine Erkrankung - also Rückenschmerzen (der Hund krümmt den Rücken), Erbrechen, Fressunlust, Durchfall, Fieber, Schwäche, gelbliche Verfärbung der Schleimhäute - auftreten, wird ein Tierarztbesuch zur Pflicht. Da die Symptome sehr unspezifisch sind, kann nur dieser eine treffende Diagnose stellen.
Den besten Schutz betreiben Sie, wenn Sie verhindern, dass Ihr Hund zwischen Frühsommer und Frühherbst aus stehenden Gewässern trinkt oder darin badet. Viel besser: Suchen Sie zum ungetrübten Badespaß Fließgewässer auf und nehmen Sie auf längere Spaziergänge eigenes Trinkwasser für den Hund mit!
"Mein 'Jack', ein äußerst aktiver Yorkshire-Terrier, liebt Waldspaziergänge über alles. Von unseren Ausflügen ins Grüne bringt er aber leider häufig Zecken mit, die ich ihm dann entfernen muss. Ich benutze dafür eine Pinzette – was muss ich beim Rausziehen der Quälgeister beachten? Sollte ich mir lieber Spezialwerkzeug besorgen?"
David R. mit 'Jack'
Unsere Antwort: Zecken schnell und gründlich entfernen!
Wichtig bei der Entfernung von Zecken ist, dass dies möglichst schnell nach dem eigentlichen Befall geschieht. Die höchste Gefahr einer Infektion – etwa mit den gefährlichen Borrelien – besteht für Ihren Hund nach sechs und mehr Stunden. Dann haben sich die Zecken voll gesaugt und es kann zum Blutaustausch kommen.
Beim Entfernen muss man jegliche Einwirkung von außen vermeiden. Dies betrifft vor allem die oft fatalerweise empfohlenen „Hausmittel“, wie Öl oder Benzin – durch deren Einsatz kommt es bei den Blutsaugern zum Erbrechen und damit zur Übertragung möglicher Krankheitserreger. Mit speziellen Zeckenzangen, aber auch mit handelsüblichen Pinzetten, sollte man die Zecken so dicht wie möglich an der Bissstelle packen und mit einem schnellen, kräftigen Dreh entfernen. Reißt man einfach am Leib der Biester, kann es passieren, dass die eventuell infiziösen Beißwerkzeuge der Parasiten in der Hunde-Haut stecken bleiben und weiteres Unheil anrichten.
"Mein Dackel-Rüde 'Anton' hat Probleme mit seinen Kniegelenken. In den letzten Monaten kam es bei ihm zweimal zu einer Verlagerung der Kniescheibe (Patella-Luxation). Wird dadurch eine für meinen Hund unangenehme Operation unumgänglich?"
Peter B. mit 'Anton'
Unsere Antwort: Alternative Behandlung oft möglich
Neben dem operativen Eingriff gibt es noch andere Wege, mit einer Patella-Luxation umzugehen. So kann durch eine spezielle Physiotherapie gezielt auf die schwachen Bänder, Sehnen und Muskeln hin eingewirkt werden. Dabei kann eine Orthrese eingesetzt werden, welche die Patella in ihrer Ursprungslage stabilisiert. Diese Orthrese ist leicht vom Besitzer zu wechseln.
Auch weitere Maßnahmen, wie etwa eine Elektro- oder Ultraschalltherapie, können unterstützend oder vorbeugend wirken. Die meisten Methoden werden dabei aus der humanen Sportmedizin entlehnt. Im Einzelfall sollte man den behandelnden Tierarzt also auch nach diesen oder ähnlichen alternativen Behandlungsmethoden fragen.
"Ich habe eine kleine Labradordame namens 'Ana', die gerne ihre Schnauze überall rein steckt. Nun mache ich mir etwas Sorgen über Insektenstiche, da es bei uns im Ort vor allem im Sommer viele Wespen und Bienen gibt. Was muss ich bei einem Stich tun?"
Jeanette D. mit 'Ana'
Unsere Antwort: Gut kühlen – bei allergischen Reaktionen sofort handeln!
Bienen- und Wespenstiche sind für einen gesunden Hund meist gut zu verkraften. Stechen die Stacheltiere lediglich in eine Pfote, reichen gutes Kühlen und ein paar Streicheleinheiten völlig aus. Gefährlich wird es, wenn die Stiche in die Schnauze oder die Zunge erfolgen. Starke Schwellungen können dann zu Atemproblemen führen – in diesen Fällen sollte man sehr zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.
Noch mehr Eile ist bei einer allergischen Reaktion geboten! Droht Ihrem Hund ein Schockzustand, bei dem schwere Atemnot auch dann auftreten kann, wenn der Stich nicht im Schnauzenbereich erfolgte, sollte auf schnellstem Weg ein Tierarzt aufgesucht werden.
"Ich möchte den bestmöglichen Schutz für meinen jungen Schäferhund-Rüden 'Milan'. Gibt es eine offizielle Impfempfehlung, damit ich sicher sein kann, dass beim Tierarzt auch die wichtigsten Stoffe verabreicht werden?
Sylvia mit 'Milan
Unsere Antwort: Fünf Hauptimpfungen werden empfohlen
Laut Empfehlung der 'Ständigen Impfkommission vet. Für Hunde' sollte Ihr Vierbeiner gegen folgende Infektionskrankheiten immer geschützt sein: Staupe, Ansteckende Leberentzündung (HCC), Parvovirose, Leptospirose, Tollwut.
Darüber hinaus können bei einzelnen Hunden auch weitere Impfungen vorgenommen werden, etwa gegen Babesiose, Borreliose, Pilzinfektionen, Zwingerhusten. Hier sollten Sie sich mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens abstimmen.