Die Tage nach der Läufigkeit
Nachdem wir die erste Läufigkeit mit Jule hinter uns gebracht haben, sind wir endlich mal wieder an Jules Lieblingsort „den Elbstrand“ gefahren.
Um ganz sicher vor einem Unfall zu sein haben, wir im Vorfeld mit der Züchterin Rücksprache gehalten und den „Franti-Test“ gemacht. Nach Angaben der Züchterin bestand nur noch die Möglichkeit, dass Jule noch „etwas gut roch“ – unerwartet und wider Willen in den erlauchten Kreis der Züchter konnte ich auf jeden Fall nicht mehr aufgenommen werden. So war der einfache Tipp „Du kannst sie laufen lassen, wenn ein Rüde sie besteigen will, nimmst Du ihn einfach runter“. Da es Jules erste Läufigkeit war und sie ohnehin schon fast zu gutmütig ist, bereitete ich mich innerlich auf die ein oder andere kleine Rettungsaktion vor (allerdings an Land).
Am Tag vorher machte ich noch den „Franti-Test“ und ging von einem entspannten Spaziergang mit meinem Hund an der Elbe aus. Franti ist Jules bester Labifreund. Er kennt sie, seit sie ein kleiner Welpe war und ich sie bekam. Beim großartigen „Franti-Test“ habe ich aber genauso wenig dies bedacht, wie den Faktor, dass Franti alles andere als ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“ ist und sich Hündinnen gegenüber stets in vornehmer Zurückhaltung übt.
Die erste Zeit an der Elbe war auch alles wunderbar. Ich spielte ausgelassen mit Jule, mit anderen Hunden und sie konnte endlich wieder in ihr geliebtes Wasser.
Auf dem Rückweg trafen wir dann eine ältere Frau mit ihrem Münsterländer, der von seinem Benehmen her eher ein „Spitz“ hätte sein sollen. Er hatte auf jeden Fall die entscheidende Portion Hormone zu viel. Nachdem er Jule ein paar Minuten außerhalb der Reichweite von Herrchen über den Strand gejagt hatte, konnte Jule nicht mehr. Von einer Abwehr ganz zu schweigen. Dieses Mal konnte ich noch eingreifen und ihn von Jule nehmen. Sein Frauchen war zu diesem Zeitpunkt schon weit abgehängt.
Einen Augenblick später unternahm er jedoch einen weiteren Versuch, und anstatt in Herrchens Nähe zu bleiben, flüchtete Jule wieder. Sie dachte wohl, sie wäre ganz clever und setze ihre letzte Kraft ein, um in ihr Element „das Wasser“ zu flüchten. Allerdings hatte sie die Rechung ohne den Münsterländer gemacht, der natürlich hinterherlief. Um das Naturschauspiel erneut zu unterbinden, blieb also auch mir als pflichtbewusstes Herrchen keine Wahl und keine Zeit. Ohne Zeit fürs Ausziehen von Schuhen oder anderem zu verlieren, die Rufe und Pfiffe von Frauchen noch aus dem Hintergrund hörend, sprang also auch ich in die Elbe um meine Jule „zu retten“.
Knietief im Wasser stehend trennte ich die beiden Hunde die etwas irritiert guckten. Das Frauchen des Münsterländers wurde noch mit einem herzhaften Schnappen ihres Hundes belohnt, der alles andere als erfreut war über den Ausgang seines Abenteuers und den selbst die kalte Elbe nicht auf andere Gedanken bringen konnte.
Jule blieb auf dem restlichen Weg zum Auto treu an meiner Seite. Am Auto angekommen konnte ich mich von den nassen Socken und Schuhen befreien und fand einen weiteren Grund, warum es in Autos in der Mittelkonsole Lüftungsschlitze für das Gebläse gibt. ;-)
von
Jule
am 02.04.2007 17:20 |
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