Svenni, und das richtige Toben
Die Entscheidung, einen Hund in die Familie zu integrieren, haben wir uns nicht einfach gemacht. Gerade als junger Mensch in einer Großstadt wie Hamburg erfordert dieser Entschluss eine ordentliche Portion an Flexibilität und Organisationstalent. Hierzu aber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Im Vorfeld wurden viele Gespräche mit Freunden und der Familie geführt und unterschiedliche „was-wäre-wenn-Szenarien“ durchgespielt.
Im Verlauf dieser Gespräche kristallisierte sich ein Kreis von Menschen heraus – „Jules Pateneltern“ – die alle auf ihre Art für sie/uns da sind. Sicher wird in meinem Blog noch an der einen oder anderen Stelle von ihnen zu lesen sein.
Einer dieser Menschen ist mein Freund „Svenni“. Wenn es um Jule geht, ist nichts zu kompliziert und es gibt nichts, was nicht irgendwie organisiert werden könnte. Wenn Herrchen und Frauchen mal nicht in Hamburg sind und Svenni einen kompletten Tag Außendienst geplant hat, heißt das noch lange nicht, dass es für Jule keinen Platz im Wagen gibt. Vielmehr wird dann alles zusammengeschoben, was zusammenschiebbar ist, damit Jule ihren Platz findet und einen Tag in Hamburgs Erlebnisgastronomie verbringt.
Auch ein neuversiegelter Dielen-Fußboden wird nicht automatisch zur „hundefreien Zone“ erklärt.
Svenni hat einen ganz besonderen Platz in Jules „erweitertem Rudel“ eingenommen. Für den Hintergrund muss man wissen, dass Svenni dabei war, als ich Jule im letzten Jahr abgeholt habe.
Jule ist als Hund sehr gut und einfach zu führen. Es gab bisher keinerlei Tests, ob die bestehende Rangfolge zwischen Herrchen und Hund noch Bestand hat. Vielmehr braucht sie eher eine Aufforderung zu viel als zu wenig, wenn es darum geht, sich ans Fressen zu machen.
Das zeigt sich auch beim Toben – ab und zu zur Enttäuschung von Herrchen. Zwar tobt sie mit mir, aber immer sehr vorsichtig und mit „angezogener Handbremse“. Es würde ihr nie in den Sinn kommen, beim Toben auf mich zu klettern. Höchstens, um auf meiner Brust zusammenzubrechen und mir das Gesicht abzuschlecken, als ob sie sagen wollte: „Herrchen, Du bist der Chef, das weiß ich doch und jetzt kuschel mit mir!“
Anders ist es mit Svenni. Sie kommt zwar auch gern zu ihm zum Schmusen, aber mit ihm zu toben, ist etwas Besonderes für sie. Man sieht es schon daran, dass er nur wenige Worte oder Gesten benötigt, um Jule zu animieren. Danach dauert es nur wenige Augenblicke und die beiden sind auf Betriebstemperatur. Die Größe der zur Verfügung stehenden Fläche interessiert die beiden dann auch herzlich wenig. Sie lieben es, sich auf kleinem Raum zu balgen, genauso, wie sich am Falkensteiner Ufer über den gesamten Hundestrand zu jagen.
Langweilig wird es nur, wenn „Patenhundeonkel“ und Herrchen mal wieder am Samstag HSV gucken müssen. Aber dann sind ja auch noch Christina und das große Kissen auf dem Wohnzimmerfußboden da. Vor allem Christina ist alles andere als ein Notnagel. Aber mehr zu den beiden und ihren „Mädchenabenden“ später.
von
Jule
am 21.04.2007 23:38 |
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