Hundefernsehen
Grundsätzlich muss man sagen, dass sich Jule sehr schnell nach Abschluss ihrer ganz „welpigen“ Zeit, geprägt von nächtlichem Aufstehen zum Gassi-Gehen, an unseren Rhythmus gewöhnt hat. Sie hat sogar gelernt, dass nur weil der Wecker morgens klingelt, noch lange nichts Aufregendes passieren muss. Auch mehrmaliges Klingeln an den Wochenenden ist kein sicheres Zeichen. Das heißt aber nicht, dass man sich als Hund gehen lassen darf, denn sobald Herrchen oder Frauchen auch nur ein Augenlid leicht heben, muss man sofort da sein. In diesem Moment muss man mindestens die Hand schlecken, besser noch das Gesicht, wenn man denn rankommt, ohne verbotenerweise aufs Bett zu springen. Nur so kann man es schaffen, Herrchen und Frauchen dazu zu bewegen, auch den neuen Tag zu beginnen.
Anders ist es, wenn wir am Wochenende meine Mutter besuchen. Hier schlafen wir auf der Luftmatratze. Jule weiß, dass sie morgens – bei entsprechendem Benehmen – zu uns zum Kuscheln kommen darf. Wenn man als Hund so etwas in Aussicht gestellt bekommt, dann ist man natürlich schon um 6 Uhr hellwach und setzt sich vors Bett. Wenn man sich dann aber konsequent bis 9 Uhr versucht, Herrchen und Frauchen „wach zu gucken“ rückte die ersehnte „Kuschelstunde“ eher in weite Ferne.
Da wir im Erdgeschoss vor der Terrassentür zum Garten schlafen, haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden. Abends wird die Jalousie nicht ganz runtergezogen, sondern nur bis „Kopfhöhe Jule“. In der Zeit von 6 bis 9Uhr morgens verbringt Jule die Zeit damit zu beobachten, wie das Leben im Garten erwacht. Natürlich immer ein Ohr in Richtung Bett. Das ganze Modell funktioniert aber auch nur solange „Oma“ nicht vorher ihren Kopf zur Tür reinsteckt.
von
Jule
am 12.04.2007 08:04 |
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