Re: Franz. Bulldogge oder Boston Terrier
Überzüchtung fängt für mich da an, wo den Tieren äußerliche Merkmale angezüchtet werden, aus denen ihnen Nachteile entstehen. Z. B. hat der Mops seinen kurzen Ringelschwanz nicht ohne eine generell verbogene Wirbelsäule (die früher oder später zu Schmerzen führt), bei King Charles Spaniels ist der Schädel oft so klein, dass das Gehirn keinen Platz mehr hat und die Tiere vor Schmerz schreien und Anfälle haben, reinweiße Hunde neigen zu Taubheit, Allergien und Hautproblemen und Hunde mit extrem kurzem Fang haben eben die oben beschriebenen Probleme. Schlappohren werden erst dann zum Problem, wenn sie viel zu lang sind und die Sache mit den Nackthunden ist grenzwertig. Ich weiß jetzt nicht, ob sie dadurch für irgendwelche Leiden prädispositioniert sind, außer vielleicht für Sonnenbrand und Kälteempfindlichkeit aber schon das ist eine erhebliche Einschränkung. Aber selbst ein Labrador oder ein Golden Retriver kann überzüchtet sein, da diese Hunde ja momentan immer noch groß in Mode sind und somit leider oft "vermehrt" wird anstatt vernünftig gezüchtet. Aber das ist wieder eine andere Sache.
Spike, ich will dir jetzt kein schlechtes Gewissen machen, ich finde aber dennoch, dass das Punkte sind, die man nicht oft genug erwähnen kann und über die man durchaus nachdenken sollte, bevor man sich einen Hund zulegt. Einen Rassehund aus dem Tierheim? Bitte, warum nicht, das arme Geschöpf ist ja nun schonmal auf der Welt und will auch einen neuen Besitzer. Aber einen (überzüchteten) Rassehund extra für Interessenten zu "produzieren" find ich persönlich eben einfach unnötig zumal die Gründe, wegen denen man früher gezielt züchtete, heute nur noch in den seltensten Fällen eine Rolle spielen (also z. B. kurze Beine beim Dackel, damit er in den Fuchsbau kommt oder Rottweiler-Muskelpakete, um den Fleischerkarren zu ziehen und den Hof zu verteidigen).

schrieb am 01.02.2010 17:40 Uhr
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