Borg mir Julius doch mal aus, ich brauch auch Schecks!
Mit Em hatte ich nicht *das* lustigste Erlebnis - viele sind lustig. Meist werden die zu Anekdoten, die im Moment des Erlebens so gar nicht witzig sind, weil mich der Hund vorführt/blamiert. Man sagt Staffies ja nach, dass sie das gern mal tun. Darunter fällt völlig unverständiges.leeres Starren auf ein Kommando, das eigentlich im Schlaf sitzt, in der vollbesetzten U-Bahn wird dann aber so getan wie "Das hab ich noch nie gesehen - was willst Du bloß von mir?!?" Überhaupt alles, was Leute denken lässt, die Alte hat ihren Köter nicht im Griff. Im verbotenen Imbiss, wo sie einmal vom Besitzer reingebeten wurde, alle Gäste und Tische der Reihe nach abzuschnüffeln und dann mal die Küche inspizieren gehen. Neben dem Fahrrad durch eine Kleingartenkolonie laufen, mit einmal denk ich, huch, wo ist der Hund, fahre zurück zu einem offenen Gartentor, wo Em mal eben so reingelaufen ist und auch gleich ins Haus, sich die Küche angucken, dann wieder in der Garten und den Goldfischteich aussaufen. Wildfremde Leute wegen ihres Cheesburgers (gute Alternative: Mini-Salami) anbetteln, denn der arme Hund kriegt ja auch sonst nichts. Die Neugiersschnute in alle Einkaufstaschen, Rucksäcke etc. versenken - insbesondere zur Weihnachtszeit, wenn da Schoko drin ist. Sich völlig selbstverständlich in der Reihe anstellen, wenn ein Hund vor einem Laden vom Besitzer ein Leckerli mitgebracht bekommt, nach dem Motto "und jetzt eins für mich". Sie ist damit übrigens immens erfolgreich. Angegammelten Döner in der Schnute haben, gucken, das "Nein"-Zeichen sehen und verstehen, und demonstrativ schlucken, bevor ich herbeigehopst bin - kurz all die Sachen, die ein gut erzogener Hund nicht macht. Ach ja, vielleicht sollte ich dazu sagen, dass das Em - für einen tauben Freiläufer - ziemlich gut erzogen ist und zwanzig Kommandos beherrscht - es sei denn, Madame stellt auf altersstur. Das ist in dem Moment peinlich, danach aber meistens lustig.
Meine Lieblingsgeschichte ist aber die vom vergraulten Liebhaber. Da kam mich so ein potenzieller Kandidat zum ersten Mal in meiner Wohnugn besuchen. Er war etwas früh dran und wartete schon vor dem Haus, als wir vom Gassi kamen. Em kotze ihm zur Begrüßung neben die Füße. Das erste, was wir gemeinsam gemacht haben, war also, zum Supermarkt zu gehen und für Em Hühnchen und Reis zu kaufen. Er wartete draußen mit ihr, wo sie ihm noch zweimal unter den pikierten Blicken der Leute vor die Füße gekotzt hat. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der nie wieder gekommen ist ...