Huhu!
Akita tut eigentlich etwas ganz logisches. Er hat die Erfahrung gemacht (und zwar in seiner Prägephase!), dass große Hunde sehr unangenehm werden können. Deshalb hält er sie mit distanzfordernden Signalen (Knurren, Schnappen) auf Abstand. Würde ich auch tun, wenn ich 8kg schwer wäre und eine 33kg-Lawine auf mich zu rollt, so freundlich die auch aussehen mag
Für Dominanzverhalten halte ich das nicht. Akito traut sich, Neugierde zu zeigen und Deno zu beschnüffeln, solange Deno ihn ignoriert. Ignorieren ist dominantes, souveränes Verhalten - auf Denos Seite. Akito hat die Erfahrung gemacht, dass es nicht anstrebenswert ist, wenn große Hunde sich für einen interessieren. Deshalb hält er Deno auf Abstand, sobald sich Deno für ihn interessiert. Ignoriert Deno ihn aber, fühlt sich Akito sicher und traut sich, zu agieren und zu schauen, wen er dann da eigentlich vor sich hat - und das tun Hunde nunmal, indem sie einander von hinten beschnüffeln. Sollte Deno umgekehrt Akito beschnüffeln wollen, wird Akito das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zulassen und ihn wegbeissen.
Das ist ganz typisch für Unsicherheit anderen Hunden gegenüber.
Mit dem Wechsel der Hundeschule hast Du schon mal ganz richtig reagiert. Ganz wichtig ist, dass Akito nicht noch mehr Stress mit großen Hunden hat und in seiner Erwartungshaltung bestätigt wird. Nimm seine Ängste vor großen Hunden ernst und zwing ihn nicht in Konfrontationssituationen hinein. Er hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Du ihn vor großen Hunden nicht beschützen konntest - das kann zu Vertrauensverlust geführt haben. Du musst ihm zeigen, dass er Dir wieder vertrauen kann und Du dafür sorgen wirst, dass er eine solche Situation nicht noch einmal erlebt.
Im Zweifelsfall halte ihn also fern von großen Hunden. Geh in der Leine einen großen Bogen um sie, splitte dabei, geh also als Puffer zwischen Akito und dem fremden Hund. Mit Clicker oder Futtertube kannst Du diese Begegnungen stressfreier gestalten und positiv belegen (siehe Bell-Thread). Kommen große Hunde unangeleint auf Euch zu, bitte die Besitzer, sie anzuleinen, oder halte den großen Hund von Akito fern, indem Du den großen Hund wegschickst.
Du kannst natürlich kontrollierte Begegnungen mit großen Hunden arrangieren. In diesem Fall sollten diese großen Hunde allerdings nicht nur grundgutmütig sein, sondern vor allem absolut souverän und Akito am Besten komplett ignorieren. Jede Art von Aufmerksamkeit, auch normales Spielverhalten, wird Akito bereits als Bedrängen interpretieren. Und bereits ein einfacher, kumpelhaft gemeinter Rempler kann ihn in seiner Angsthaltung wieder bestätigen. Da würde ich mir auch überlegen, ob Deno wirklich für diese Begegnungen geeignet ist.
Ich würde auch nicht von ihm erwarten, dass er irgendwann mit großen Hunden spielt. Echte Freundschaften wird er wahrscheinlich nur mit Hunden seiner Größe schließen können, große Hunde wird er eventuell nur tolerieren lernen. Die negativen Erfahrungen hat er in einer für ihn entscheidenden Prägephase gemacht, entsprechend tief sitzt diese Lernerfahrung - Du kannst das Beste daraus machen, aber komplett löschen wirst Du sie wahrscheinlich nicht mehr können.
Hast Du das Problem in Deiner neuen Hundeschule einmal angesprochen?
Man kann solche Probleme auch im Gruppentraining bearbeiten. Ihr könnt z.B. eine Situation stellen, in der ein großer Hund frei läuft, während Du Akito von ihm gezielt abschirmst - z.B. indem Du vor Akito stehst und den großen Hund energisch fort schickst, sobald er sich Akito nähern möchte. (Dabei muss natürlich gewährleistet sein, dass der fremde Hund sich auch wegschicken läßt.) So kann Akito lernen, dass Frauchen ihn beschützt, und wieder Vertrauen aufbauen.
Halt uns auf dem Laufenden, ja?
Liebe Grüße,
Jule