Re: Und immer wieder....
Das ist der Fall welchen ich eigentlich meimte:
In den Medien landete auch der Fall von Gisela Voß. Bereits 2002 sorgten die umstrittenen Zustände auf ihrem „Gnadenhof“ in Liebenwalde (Oberhavel) für Schlagzeilen in der MAZ. Wie viele Tiere die Rentnerin in Obhut genommen hatte, konnte sie selbst nicht sagen. Sie hatte längst den Überblick verloren. Die Kastration der Tiere lehnte Gisela Voß mit dem Hinweis ab, die Hunde würden dadurch „dick, doof und gefräßig“. Der Amtstierarzt schritt nicht ein. Immer wieder aber brachen Hunde aus, rissen Schafe, Ziegen. Im Sommer 2006 wurde der Hof schließlich geräumt. 231 Hunde, teils schwer krank, viele trächtig, hatten zwischen Tierkadavern, Kot und in Erdlöchern gehaust.
______________________________ DAS SCHLIMME DABEI:
„Viele Veterinäre schauen weg, weil ab einer bestimmten Tierzahl die Behörden dichtmachen“, sagt Ursula Bauer, Animal-Hoarding-Expertin bei Aktion Tier. Sie spricht von Druck, der auf die Ärzte ausgeübt werde, weil die Kommunen und Kreise auf den Kosten einer Tierrettungsaktion sitzen bleiben. Schließlich müssen mit einem Schlag teils mehrere hundert Tiere untergebracht werden.
Wegschauen aus Kostengründen – das vermutet Bauer auch bei dem jüngsten Fall von Animal Hoarding in Brandenburg. Die Zustände des Tierhofes bei Grünow (Uckermark), auf dem sich bis zu 250 Tiere tummelten, seien den Behörden seit Jahren bekannt gewesen, klagt Bauer, die deswegen kürzlich Strafanzeige wegen Unterlassung gestellt hat.
_______________________________________________UND DANN DIESES BLA-BLA:
Klaus Reimer, der Landestierarzt von Brandenburg, nimmt seine Kollegen in Schutz. Die Veterinäre würden laufend fortgebildet, wüssten, wie mit dem Phänomen Animal Hoarding umzugehen sei. „Sie haben die entsprechende Ausbildung und können vor Ort entscheiden“, sagt er. Die Forderung der Tierschützer, bei Animal Hoardern radikal durchzugreifen und ein Haltungsverbot auszusprechen, sieht er kritisch. „Die Tiere sind schließlich oft der einzige Halt, den diese Menschen haben.“
Auch Reimer beobachtet eine Zunahme von Tiermessie-Fällen. Das hänge wohl damit zusammen, „dass der Tierschutzgedanke breiteren Raum einnimmt“, sagt er. Oft seien die Betroffenen fanatische Tierschützer. „Man muss sich aber fragen, ob die soziale Kälte, die entstanden ist, durch Streicheltiere ausgeglichen werden soll.“
________________SO'N UNFUG___________________________________________________________
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Ursula Bauer hält dagegen: „Man darf da keine faulen Kompromisse eingehen.“ Wenn man den Sammlern aus Mitleid ein paar Tiere lässt, sei das nur die „Keimzelle für ein neues Drama“. Wegnehmen allein bringt aber nichts, sind sich Bauer und Lagansky einig. „Die Rückfallquote beträgt 100 Prozent“, meint Lagansky. Solange die Betroffenen nicht psychologisch betreut würden, beginne die Sammelwut bald wieder von vorne.