Re: Draussen ist alles Erlernte einfach WEG!
Hallöchen!
erstmal vielen lieben Dank Ulla und Jörg für Eure Tips und aufmunternden Worte. Sie tun so gut, auch wenn es das Problem natürlich noch nicht löst.
Wir hatten vor Lulu auch eine kleine Griechin, sie kam 1996 von Kreta zu uns und ist im April mit geschätzten 17 Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Sie war das totale Gegenteil zu Lulu, eine eher ruhige, liebenswerte Dumpfbacke, schwer misshandelter Strassenhund. Vielleicht war auch das ein Grund, warum man mit der Erziehung damals nachlässiger war - gut erzogen war sie nicht, dennoch war das Zusammenleben angenehm.
Lulu hingegen wurde laut meinen Informationen von ihren Besitzern in Ungarn im Tierheim abgegeben (langsam dämmert mir, was der Grund gewesen sein könnte) - ist und war sehr gepflegt, die Zähne sind in einem Top-Zustand - und ich vermute, viel Schlechtes wird sie nicht erlebt haben.
Ich bin keine Expertin, aber ich würde sie als "Prinzessin" einschätzen.
Sie weiss, sie ist mega süss, sie weiss genau, wie sie gucken muss, um Herzen zu erweichen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, auch den Unterbiss bekommt sie auf Abruf hin - die Zähnchen schauen nicht immer raus, meist im Notfall, falls Frauchen mal schimpft oder es was zu Essen geben könnte.
Aber ich lasse mich davon nicht blenden und ziehe meine Kommandos schon durch. Es ist ja auch nicht so, dass sie total lern-unfähig ist, im Gegenteil, ich bin - hier in Haus und Garten - wirklich begeistert!
Wer mich hier im Garten mit ihr an der Leine sieht, muss glauben, ich hätte einen anderen Hund dabei, wenn wir "draussen" sind!
Sogar ohne Leine läuft sie im Garten schon gut bei Fuss mit!! (-in Verbindung mit Belohnung)
Was das Ankeifen der anderen Hunde angeht, stehe ich auf dem Schlauch. Ich vermute nicht, dass es sich bei Lulu um einen Angstbeller handelt, nein, sie scheint sich für die Grösste und Schönste zu halten.
Vor ein paar Tagen sind wir auf der Strasse einem schon recht grossen 6-monatigem Labrador begegnet, dessen Herrchen auch noch so nett war und trotz des Kraches stehen blieb und sich alle 3 Hunde begrüssen konnten.
Nach einer Weile an Labrador's Seite legte sich Lulus Gegeifer, sie schien tatsächlich ganz lieb, - - bis sie versuchte, ihm ins Bein zu zwicken!!!
Also schätze ich Lulu als recht hinterlistig ein - von vorne supersüsse Prinzessin, hintenrum eine gemeine Zwickerin.
Aber das ist nur eine Einschätzung...
Natürlich freue ich mich schon sehr über das, was wir bisher geschafft haben. Genau das ist der Ansporn, die Bindung, auf beiden Seiten.
Allerdings dachte ich, sie müsste auch mal "raus" kommen, mal unter Leute - pardon - Hunde, auch, damit sie lernt, mit ihnen umzugehen.
Blöderweise fängt sie auch schon in der Wohnung an anzuschlagen, wenn im TV ein Hund bellt. *seufz*
Gerade heute hatte ich dazu auch ein interessantes Erlebnis: sie lag auf ihrem Platz, im TV bellte ein Hund, als ich mich vor ihr aufbaute und laut NEIN, AUS sagte. Sie legte sich sogar langsam auf den Rücken - und knurrte weiter!!! (was allerdings nicht mir, sondern noch immer dem TV Hund galt!)
Sie weiss also, was richtig und falsch ist - und trotzdem geht irgendwas mit ihr durch.
Mir gegenüber zeigt sie keinerlei Böshaftigkeit, sie ist die Fröhlichkeit und Schmusigkeit in Person.
Und genau das lässt mich auch immer wieder von Neuem hoffen, natürlich möchte ich sie behalten und irgendwann einen netten umgänglichen Hund haben, mit dem man sich auch auf die Strasse trauen kann.
Ich möchte keinesfalls einen total dressierten Hund, der in 10 Millisekunden bei mir auf den Füssen sitzt, aber sicher einen Grundgehorsam - auch draussen. Dass ein solches Verhalten nicht vom Himmel fällt, ist mir schon bewusst.
Man rafft sich immer wieder auf, ich bin hier auch mit Spass bei der Sache, bloss sind es immer wieder solche Tage, an denen ich den Kopf in den Sand stecken möchte, weil ich einfach nicht weiss, wieso plötzlich alles weg ist.
Sie ist schon sehr auf mich fixiert - was sich allerdings in Luft auflöst, sobald wir 10 Schritte von zuhause entfernt sind.
Ebenso musste ich schon die Erfahrung machen, dass totales Fixiert-Sein auch Nachteile haben kann - ein weiteres unserer Probleme: gebe ich die beiden Hunde einmal zu meinem Vater zum Dogsitting, wenn ich unterwegs bin, macht Lulu ihm auf den Teppich (in beiderlei Ausführung!) sobald ich
5 Minuten weg bin! Lasse ich sie hier in der Wohung, passiert nichts.
Aber das "erstmal" nur am Rande, ich möchte eine Baustelle nach der anderen abarbeiten.
Vielleicht erwarte ich auch zuviel - und man kann nach 4-5 Wochen Training und Handfütterung noch nicht davon ausgehen, dass das, was in Haus und (Vor-)Garten schon klappt, auch draussen funktioniert. ?!
Falls ich da falsch liege, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren,
ebenso bin ich für weitere Tips und Anregungen mehr als dankbar.
Es kann nur besser werden!!
Last but not least schicke ich Dir, Jörg einen dicken Knuddel und noch herzliches Beileid. Es lässt sich kaum in Worte fassen, wie sehr der Verlust eines geliebten Familienmitgliedes schmerzt. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Bhanu ganz viel Freude im Regenbogenland. Irgendwie sind sie trotzdem noch immer bei uns!
Toll, dass Du "uns" noch immer so hilfreich zur Seite stehst!
vielen Dank &
ganz liebe Grüsse,
Kath