Draussen ist alles Erlernte einfach WEG!
Hallo Ihr Lieben!!
ich habe hier ein riesengrosses kleines Problem und hoffe, dass
mir der ein oder andere weiterhelfen kann.
Dazu möchte ich meine Hündin erstmal ein wenig vorstellen:
Meine Peki-Dame Lulu wohnt nun 2 Monate bei uns, sie
kommt ursprünglich aus einem TH in Ungarn. Dort wurde sie
auf 3 Jahre geschätzt, mein TA sagt 1-2 Jahre höchstens.
Hier in Deutschland hat sie ein paar Wochen auf einer Pflegestelle
verbracht, im gemischten Rudel.
Von Erziehung hat sie noch nicht viel mitbekommen, egal wie alt.
So lieb wie sie aussieht, so durchtrieben ist sie allerdings auch.
Als sie zu mir kam, war Sitz fast das einzige, was sie
konnte. - Ausser: mich anstrahlen und wedeln, wenn ich
sie mit AUS und NEIN davon abhalten will, etwas Unerlaubtes
zu tun.
Hier in Haus ist sie mehr als anhänglich, egal wo oder
wie müde sie ist, ich kann keinen einzigen Schritt ohne sie tun,
sie folgt mir überall hin, immer.
Im Gegenzug dazu kann sie aber auch schon ein Stündchen alleine
bleiben, ohne dass sie was zerlegt oder Krach macht.
Seit 4-5 Wochen üben wir jeden Tag knapp 1 Stunde, u. a.
Platz, Bleib, Pfötchen. Im Garten haben wir einen kleinen
Parcours aufgebaut, den sie auch sehr mag. Ebenso üben wir
das Leinelaufen im (Vor-)Garten und näherer Umgebung.
An und für sich ist sie sehr gelehrig, lernt schnell.
Gefüttert wird nur aus der Hand, fast immer verbunden mit einer
kleinen Aufgabe wie zb. den Kommandos.
An und für sich kann ich schon stolz auf sie sein, wenn ich sehe,
in wie kurzer Zeit sie lernt.
Es sei noch zu erwähnen, dass unser 16jähriger Rüde Nikki immer
mit von der Partie ist. Er ist schon aufgrund seines Alters sehr
gelassen geworden, er ist ein Schatz.
Das Problem mit Lulu ist nun Folgendes:
sobald wir das Haus verlassen, ist ALLES Gelernte einfach WEG.
Weg. Es ist nichts mehr von dem da, auf das ich noch so stolz war.
Gerade 2 Schritte nach der Haustür fliegt sie an der Leine, sie
zieht dermassen, dass ihre Pfoten kaum noch den Boden berühren,
vor lauter Aufregung fängt sie teilweise da schon an zu Bellen
und Grummeln!
Kein Schulterblick zu mir mehr, auch nicht bei Aussicht auf Leckerchen.
Auf Zuruf bleibt sie kurz stehen, ich biete ihr ein Leckerchen, das sie
teilweise vor Aufregung gar nicht annimmt.
Treffen wir an einem Gartenzaun einen anderen Hund - nur Hören reicht auch
schon! - oder kommt uns einer auf der Strasse entgegen, ist es völlig vorbei,
sie scheint regelrecht in einer anderen Welt zu sein, ich erreiche
sie einfach nicht mehr.
Vor ein paar Tagen habe ich mir die Schellen gekauft, als ich sie das
erste Mal eingesetzt hab, hat sie sich sehr erschrocken, seitdem
sind ihr die Schellen nicht mehr geheuer und sie schreckt ein wenig
zurück. Damit erreiche ich sie kurz, wenn sie sich wieder in eine
Bell-Attacke reingesteigert hat. Sie duckt sich weg, schaut mich
schuldbewusst an, ich sage AUS! - und sie keift weiter.
Das Schellen"spiel" lässt sich beliebig fortführen, bringt im Endeffekt
nicht den erhofften Erfolg, den, dass sie zumindest nicht mehr krakehlt.
Ich gehe also einfach weiter, so dass sie nach einigen Minuten - die mir
schon wie Stunden vorkommen - aufhört zu bellen.
Wennn ich bellen schreibe, kommt mir das allerdings immer so untertrieben
vor, eigentlich ist es eher ein Keifen, ein fast atemloses Krakehlen
mit Gezappel.
Gerade heute war ich mit den beiden im Dorf, nur kurz zur Apotheke.
Schon auf dem Hinweg hat sie wieder die Nachbarschaft zusammen gekeift,
als ich sie für sage und schreibe ganze 2 Minuten vor der Apotheke
angebunden habe, war es noch schlimmer - man kann es sich kaum
vorstellen! Ich war die ganze Zeit in Sichtweite, habe beiden extra
einen kleinen Ochsi und ein Leckerchen gegeben, damit sie beschäftigt
sind - aber nein, Lulu war wie von Sinnen. Sie hat ohne Pause gebellt
und gekeift.
Und ich bin jetzt mit den Nerven dermassen zu Fuss, dass ich nicht mehr
weiter weiss, schon überlege, sie wieder abzugeben.
Ich frage mich, wo ist das Erlernte geblieben?!
Dass ich nach ein paar Wochen keinen perfekten Traumhund habe,
weiss ich auch - aber dass so rein GAR nichts hängen geblieben ist?!
Es entmutigt so sehr.
Das ist wohl auch der Grund, warum ich mich beim Training bisher
nur auf den (Vor-)Garten beschränkt habe - ich dachte, wir brauchen
erstmal eine (auch emotionale) Grundlage, eine Bindung, positive Erleb- und
Ergebnisse - und die haben wir erstmal nur dort.
Wenn mich heute jemand fragt, würde ich sagen ich möchte nie wieder
mit ihr vor die Tür gehen.
Hier im Garten läuft sie schon recht gut an der Leine bei Fuss, es ist selten
Spannung drauf, oft sieht sie mich an, macht sogar sitz - und bekommt dafür
auch was.
Aber draussen ist ALLES einfach WEG und Lulu wird zum "Monster".
Selbst die leckere Leberwurst kann ich mir "in die Haare schmieren",
wenn wir auf einen anderen Hund treffen, in dem Moment zählt nichts
anderes, sie sieht und hört nichts anderes. Halte ich ihr die Leberwurst-Tube
vor die Nase, übersieht sie es einfach. - Hier zuhause liebt sie das Zeug!
Auch wenn ich sie heute sprichwörtlich "an die Gaderobe hängen" könnte,
würde es mir schwerfallen, sie wieder her zu geben -
allerdings bin ich gerade an solchen Tagen sehr entmutigt.
Ich schätze diese Probleme kennen recht viele von Euch -
Wo kann ich noch ansetzen? Wie habt Ihr Eure "Monster" gebändigt?
Hat jemand Erfahrungen mit Hundetrainern gemacht, die vor Ort
ansetzen? Gibt es da sowas wie einen Kostenvoranschlag?
Mit welcher Gesamtsumme kann man da in etwa rechnen?
Irgendwie muss das doch zu schaffen sein?!
Für Eure Tips und Anregungen schon mal vielen Dank,
verzweifelte Grüsse,
Kath