Das hier fand ich beim rumstromern im WWW.
"Das Geschäft mit der Riesenschlange"
Aktion Tier und Polizei beenden ungenehmigtes Hantieren mit Tigerpython vor Berliner Gedächtniskirche
___ Berlin, 06.08.2010___
Zwei Frauen mittleren Alters und offensichtlich osteuropäischer Herkunft stehen am 05. August am Weltkugelbrunnen zwischen Gedächtniskirche und Europa-Center. Die eine im aufreizend knappem, weißen Outfit mit hochhackigen Schuhen. Die andere eher unscheinbar in T-Shirt und Streifenhose, dafür jedoch mit einem echten Hingucker ausgestattet – einem lebendigen, etwa 3,50 langen Tigerpython, der sich um ihren Oberkörper schlängelt. Diese Schlangenfrau ist offenbar der Lehrling, wird von der Dame in Weiß instruiert, wie sie sich mit der Riesenschlange zu bewegen hat, um Touristen zu einem Foto zu bewegen. Für 5 Euro kann man die Schlangenträgerin ablichten oder bekommt das Tier gleich selbst um den Hals gelegt. „Wir haben die Szenerie eine Weile beobachtet und entsetzt festgestellt, dass der Dunkle Tigerpython von jedermann gestreichelt werden kann und auch kleinen Kindern umgelegt wird“, kritisiert Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Das ist gefährlich und grob fahrlässig. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bis zu 75% der hierzulande gehaltenen Reptilien mit unterschiedlichen Salmonellenarten infiziert sind, die teilweise auch auf Menschen übertragbar sind. Wenngleich Angriffe auf Menschen selten sind so verfügen Riesenschlangen dennoch über scharfe, nach innen gerichtete Zähne, mit denen sie schmerzhaft zubeißen können. Kinder könnten außerdem als Beutetiere angesehen und im schlimmsten Falle umschlungen und gewürgt werden.
„Der Python befand sich auch gerade in der Häutungsphase, die mehrere Tage dauern kann und innerhalb derer das Tier absolute Ruhe benötigt“, erklärt Ursula Bauer von aktion tier Berlin. Normalerweise streift eine Schlange ihre Haut im Ganzen ab, indem sie sich an Gegenständen im Terrarium reibt. „Bei unserer Riesenschlange klebte dagegen die alte Haut in Fetzen am Körper, wurde von den Frauen stückweise abgezogen und, wenig geschmackvoll, auf die eigenen Arme geklebt“, berichtet Diplom-Biologin Ursula Bauer. Eine derart gestörte Häutung kann stressbedingt oder aufgrund eines zu trockenen Terrarienklimas vorkommen. Klare Haltungsfehler also.
Die von aktion tier herbeigerufenen Polizisten weisen die Schlangenfrauen an, den Tigerpython sofort in seiner winzigen, aus Flechtwerk bestehenden Transportkiste zu verstauen, welche nicht einmal zusätzlich gesichert und somit keinesfalls ausbruchsicher ist. Die Frau in Weiß scheint die Besitzerin der Schlange zu sein, zeigt den Beamten verschiedene Dokumente. Zum Erstaunen der Tierschützer ist die Haltung der Riesenschlange vom Ordnungsamt Mitte genehmigt. Gemäß der Berliner Verordnung über das Halten gefährlicher Tiere wildlebender Arten, zu denen auch Pythons gehören, die über 2 m lang werden, bedarf es einer Ausnahmeerlaubnis, die nur erteilt wird, wenn der Halter unter anderem über die erforderliche Sachkunde verfügt, das Tier artgemäß und ausbruchsicher unterbringt und gewährleistet ist, dass sich keine anderen Personen Zugang zu dem Tier verschaffen können. „Diese Vorgaben decken sich nicht mit unseren Beobachtungen“, kritisiert Ursula Bauer von aktion tier. Aber auch für das zur Schau stellen der Schlange gibt es eine Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz des Veterinäramts Mitte. Mit der Einschränkung, dass die Schlange nur von ihrer Besitzerin getragen und nur im Rahmen von Festen und Veranstaltungen vorgeführt werden darf. „Wir werden umgehend die Behörden informieren und darauf drängen, dass die §11-Genehmigung zurückgezogen sowie die Haltung kontrolliert wird“, so Ursula Bauer abschließend.
Angesichts dieses weiteren Beispiels einer unverantwortlichen, nicht tiergerechten und in diesem Falle zusätzlich profitorientierten Privathaltung eines exotischen Wildtieres bekräftigt aktion tier seine Forderung nach einem bundesweiten Verbot von Exoten in Privathand. Die aktion tier-Kampagne „Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer – artgerecht ist nur die Freiheit“ liefert umfangreiche Informationen zu Thema. Unter www.aktiontier.org können Interessierte das Kampagnenvideo einsehen sowie den Kampagnenflyer und eine Unterschriftenliste gegen Exotenbörsen herunterladen. Im Rahmen eines Votings kann außerdem jeder seine Stimme abgeben, ob er dafür oder dagegen ist, dass die Wildtierhaltung in Privathand in Zukunft gesetzlich verboten sein soll.
Habe den obigen Text von:
" Tierschutzorganisation aktion tier – menschen für tiere e.V."
diese ist eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.
Auch finde ich deren Seite :
http://www.aktiontier.org/index.php?m=8&id=18
generell sehr vielseitig und informativ.