Re: Stadthundthema "Hundefuttergeschichte"
Hi Ihr Lieben,
ja, ich muss gestehen, ich war auch überrascht - aber es ist tatsächlich so, dass Hunde nach ihrer Domestikation zu großen Teilen fleischlos ernährt wurden.
Ihr müsst bedenken, dass Fleisch früher nicht so leicht zu beschaffen war wie heute - Nutztierhaltung gab es in vielen hundehaltenden Kulturen gar nicht, und wenn, dann nur in sehr kleinem Maß. Fleisch war so wertvoll, dass viele Teile des geschlachteten Tiers für den menschlichen Bedarf verwendet wurden, die wir heute ablehnen würden oder eben unseren Hunden beim Barfen verfüttern. Knochen waren so ziemlich der einzige Bestandteil, den Menschen nicht verwerten konnten und den Hunden überliessen. (Und selbst das war umstritten: manche mittelalterlichen Adelshäuser verkauften ihre abgenagten Knochen tatsächlich an das Volk, nachdem ihnen vehement vorgeworfen worden war, dass sie die Knochenreste den Hunden geben, während das Volk ohne Fleisch auskommen muss.)
Auch die Bevölkerung hat nur wenig Fleisch verzehrt, ganz anders als heute, wo Fleisch ein billiges Massenprodukt geworden ist. Was unsere Hunde angeht, zeigt das natürlich, wie anpassungsfähig ihr Organismus ist - denn sie haben all diese abenteuerlichen Fütterungsmethoden überlebt. Sicherlich gab es Mangelerscheinungen, aber da verschiedene, damals unbehandelbare Hundekrankheiten meist dafür sorgten, dass viele Hunde ohnehin nicht ausnehmend alt wurden, fiel das wohl nicht weiter auf. Allerdings gibt es viele Berichte über Hunde, die 14, 15 Jahre alt wurden, also auch etwa so alt wie heute.
Insofern ist die Idee der billigen Füllstoffe, die viele Hersteller von minderwertigen Futtersorten umsetzen, keineswegs so neu - die ernährungsphysiologische Anpassungsfähigkeit der Hunde wurde zu allen Zeiten ziemlich strapaziert.
Wie gut, dass wir heute die Möglichkeit haben, uns zu informieren und unsere Hunde wirklich artgerecht zu ernähren!

schrieb am 21.02.2010 15:42 Uhr
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